Des Kaisers neue Kleider
Man muss nicht aus dem Fenster schauen, um zu erkennen, dass wir uns in der zweiten Periode der Jahreszeiten befinden. Sommer, endlich Sommer und nicht wie bei ehemals Rudi Carrell`s „Wann wird`s mal wieder richtig Sommer, ein Sommer, wie er früher einmal, mit Sonnenschein von Juni bis September und nicht so nass und sibirisch wie im letzten Jahr.“ Das war ohne Frage ein saisonaler Hit, der bis heute unterschwellig nachklingt. Nun, dazu haben wir bislang keinen Anlass. Die Sommerferien sind im Gange und der Telefonanrufbeantworter vom Festnetz nimmt beliebig viele Grußbotschaften auf, von denen, die trotz erhaltener Abwesenheitsnachricht einfach nicht realisiert haben, dass nur noch das Handy zur Aufenthaltsbestimmung beitragen kann. Ansonsten ist der oder die Angerufene „up, up and away.“
Ein bisschen arrogant kann ich für meinen Teil das geradezu Flüchten in andere Regionen nur bedingt verstehen, denn der wahre Sommer liegt geradewegs und unmittelbar vor der Haustür. Nur ein paar Schritte und der sonnen- und zugleich schattenbeschienene Eichenbaumbereich bietet Kurlaub und Arbeitsstätte unmittelbar an. Weht dazu ein laues Lüftchen, dann dazu in Abständen einen Erfrischungsdrink, ja, herrschafts, kann`s dann noch besser gehen als in der eigenen Bude?
Um den Sack voll zu machen, könnte ich jetzt noch einen draufsetzen. Muss nicht sein, aber der bescheidene Hinweis auf ein nah gelegenes Gewässer, dass gerade jetzt in der prall gefüllten Sommerkiste allzu beliebt und an den Wochenenden fast überfüllt ist, liegt nur einen bademantellangen Umhang entfernt von unserer Behausung, und dass alles ohne Kurtaxe. Krumme Lanke, schon mal gehört? Mit dem Schlachtensee in Gemeinschaft die saubersten Seen in und um Berlin herum. Warum? Zwischen diesen Seen gibt ein unterirdisch gebautes Phosphat-Eliminierungswerk, das jegliches Abwasser aus dem Straßenland entfernt oder zumindest so filtert, dass es gewissermaßen Trinkwasserqualität aufweist. Schlicht, beide Seen können mit den bayrischen Seen in luftiger Höhe durchaus konkurrieren. Warum also in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt?
Berliner wissen das, also kommen sie in Scharen. Und dass sie kommen, wissen die unmittelbaren Anwohner natürlich auch. Deshalb ist es ein kein Wunder, wenn sich Hinz und Kunz aus der Nachbarschaft morgens um 6 oder abends nach Sonnenuntergang zum Badegang aufmachen und fröhlich eine flotte Runde im dann glasklaren Wasser drehen, weil sich der aufgedrehte Badebetrieb noch nicht gezeigt hat bzw. schon wieder abgeebbt ist. Und das ist des Kaisers Moment, seine Kleider weidlich auszuführen. Bademantel, zack, an den Baum-Ast und blank („der hat ja nichts an““) ins erfrischende Nass. Das ist ein Gefühl (wie beschreib` ich`s wohl?) – ach , noch zehnmal besser als unter der Dusche, zudem wird dem Bewegungsdrang voll abgeholfen.
Nach dem köstlichen Bade sind wir drei Minuten später wieder zu Hause. Frühstück oder Abendessen je nach Gusto, nicht dass es etwas Besonderes wäre, aber nach dem erfrischenden Bad stets ein Gute-Laune-Bringer. Ein schiefhängender Haussegen ist hier absolut unbekannt. Das liegt bestimmt auch daran, dass der erwähnte Kaiser seine Kleider längst gewechselt hat und wieder zu seinem normalbürgerlichen Aussehen zurückgekehrt ist.
In diesem Zusammenhang ein Schlusssatz aus der letzten Rede zu unserem Kunsttreffen, dass wir nach nunmehr viereinhalb Jahrzehnten verabschiedet haben: „Wir - meine Frau Uta und ich - wünschen für heute Freude, Anregung und - jawohl - Entspannung. Wenn das nicht genug ist: die Krumme Lanke ist in 300 m durch den Wald zu erreichen. Ab ins Wasser! Übrigens auch ohne Badebekleidung.“ Wie sagt der bayrische Volksmund, wenn`s der Prüderie an den Kragen geht? „Drunter soans olle nackert.“
Dankeschön.
Horst
Hotti
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Hotti
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Re: Hotti
Endspiel - Finale
Eigentlich, ja, eigentlich bin ich kein Fußball-Fan. Es ist gerade einmal so, dass ich die Regeln in groben Zügen einigermaßen kenne. Das Spiel an sich hat allerdings etwas, was auch Fußballminderbemittelte (wie ich) schnell kapieren. Deshalb gehe ich einmal davon aus, dass Leser*innen dieser Zeilen keine umfangreichen Erklärungen benötigen, um einem Spielverlauf folgen zu können. In medias res: Gestern spät abends, besser mitternächtlich war es zu unserer Zeit, als sich zwei Verlierer gegenüberstanden, obwohl sie es zuvor mit der erworbenen Punktzahl unter 48 Nationen bis unter die letzten Vier gebracht hatten.
Im sogenannten Halbfinale befanden sich vier Mannschaften. Und alle hatten das Bestreben, ein Tor mehr als der Gegner zu schießen, was dann heißt, im Endspiel, im Spiel um die höchste Krönung zu sein. Weltmeisterschaft. Die Welt ist im Fieber. England spielte gegen Argentinien und verlor mit 1: 2. Frankreich, der heimliche Favorit, hatte bei den Spaniern mit 0 : 2 das Nachsehen. Demnach spielten beide Verlierer gegeneinander um den dritten Platz (Bronze). Also Frankreich gegen England. Wen kümmert`s?
Und wen nicht, der hat etwas versäumt, was sich so schnell nicht wiederholen dürfte. Ich war zunächst überrascht und im Weiteren dermaßen fasziniert, weil ich eine derartige fußball-artistische Arbeit nie zuvor erlebt hatte. Das war, wie soll ich sagen, wie Tag und Nacht, Sonne und Regen, Glück und Unglück. Wumm, nach wenigen Minuten 1:0 für England und dann Schlag auf Schlag 2, 3 und sogar noch Tor 4 in der ersten Spielhälfte (45 Minuten + Nachspielzeit). Die Franzosen waren geklatscht. Was sollte da noch kommen?
Teil zwei, völlig unverhofft, die Équipe Tricolore versuchte das Unmögliche und kam auf. Binnen Minuten sorgten die Franzosen mit drei Treffern für Überraschung und waren dem Ausgleich hautnah. Dann ein Elfmeter für England: 5 : 3. Wenig später 5 : 4 ein erneutes Heranrücken unserer Landesnachbarn und die drückten wie verrückt. Der Ausgleich wäre hochverdient. Doch dann, in der letzten Sekunde der Nachspielzeit, erzielte der geniale Brite Jude Bellington durch ein bemerkenswertes Dribbling den Endstand mit dem 6. Treffer für England. Was für ein Kampf um den dritten Platz. 6 : 4 für Großbritanien. Chapeau.
Ich meine, das Endspiel hat gestern stattgefunden. Zehn Tore in einem Spiel, wo es um die Spitze im Weltfußball geht, habe ich noch nie erlebt. Der deutsche Trainer der Briten, Thomas Tuchel, dürfte um seinen Job nicht bangen. Seine Leistung und die seiner Three Lions-Akteure haben Geschichte geschrieben. Als wahrhaft begeisterter Zuschauer, der sich sonst nicht so leicht vom Hocker reißen lässt, muss ich anerkennend sagen, dass das heutige Schluss-Match und die Klärung, wem die Krone des Weltfußball gehören wird, sich an dem gestrigen Spiel messen lassen muss.
Argentinien oder Spanien. Hier geht es nicht nur um Sympathien. Um Ruhm, Ehre und ja, um (viel) Geld. Die verdienten Medaillen sind schöne Dekoration, sie vergilben in Jahrzehnten. Die aufgeschriebenen, besprochenen, gespeicherten und schließlich filmisch festgehalten Szenen sind im digitalen Zeitalter mit relativer Ewigkeitsdauer versehen. Bei Bedarf, auf den Knopf drücken, Passwort oder Zugangscode bereithalten und eingeben, dann kommen die Weltmeisterschaftsereignisse geschichtsträchtig frei Haus. Heldengeschichten brauchen keine Extra-Spalten. Wer Augenzeuge eines solchen Spektakels war, wird überwältigt davon noch in Jahren schwärmen.
Fußball, wie Sport generell, ist ein friedlicher Kampf miteinander. Fairness und Anerkennung gegnerischer Leistungen sind unabdingbare Voraussetzungen für ein gutes Miteinander und es wäre wünschenswert, wenn diese Maßstäbe für alle Lebenssituationen gelten würden. Warum wird das nicht begriffen?
Horst
Eigentlich, ja, eigentlich bin ich kein Fußball-Fan. Es ist gerade einmal so, dass ich die Regeln in groben Zügen einigermaßen kenne. Das Spiel an sich hat allerdings etwas, was auch Fußballminderbemittelte (wie ich) schnell kapieren. Deshalb gehe ich einmal davon aus, dass Leser*innen dieser Zeilen keine umfangreichen Erklärungen benötigen, um einem Spielverlauf folgen zu können. In medias res: Gestern spät abends, besser mitternächtlich war es zu unserer Zeit, als sich zwei Verlierer gegenüberstanden, obwohl sie es zuvor mit der erworbenen Punktzahl unter 48 Nationen bis unter die letzten Vier gebracht hatten.
Im sogenannten Halbfinale befanden sich vier Mannschaften. Und alle hatten das Bestreben, ein Tor mehr als der Gegner zu schießen, was dann heißt, im Endspiel, im Spiel um die höchste Krönung zu sein. Weltmeisterschaft. Die Welt ist im Fieber. England spielte gegen Argentinien und verlor mit 1: 2. Frankreich, der heimliche Favorit, hatte bei den Spaniern mit 0 : 2 das Nachsehen. Demnach spielten beide Verlierer gegeneinander um den dritten Platz (Bronze). Also Frankreich gegen England. Wen kümmert`s?
Und wen nicht, der hat etwas versäumt, was sich so schnell nicht wiederholen dürfte. Ich war zunächst überrascht und im Weiteren dermaßen fasziniert, weil ich eine derartige fußball-artistische Arbeit nie zuvor erlebt hatte. Das war, wie soll ich sagen, wie Tag und Nacht, Sonne und Regen, Glück und Unglück. Wumm, nach wenigen Minuten 1:0 für England und dann Schlag auf Schlag 2, 3 und sogar noch Tor 4 in der ersten Spielhälfte (45 Minuten + Nachspielzeit). Die Franzosen waren geklatscht. Was sollte da noch kommen?
Teil zwei, völlig unverhofft, die Équipe Tricolore versuchte das Unmögliche und kam auf. Binnen Minuten sorgten die Franzosen mit drei Treffern für Überraschung und waren dem Ausgleich hautnah. Dann ein Elfmeter für England: 5 : 3. Wenig später 5 : 4 ein erneutes Heranrücken unserer Landesnachbarn und die drückten wie verrückt. Der Ausgleich wäre hochverdient. Doch dann, in der letzten Sekunde der Nachspielzeit, erzielte der geniale Brite Jude Bellington durch ein bemerkenswertes Dribbling den Endstand mit dem 6. Treffer für England. Was für ein Kampf um den dritten Platz. 6 : 4 für Großbritanien. Chapeau.
Ich meine, das Endspiel hat gestern stattgefunden. Zehn Tore in einem Spiel, wo es um die Spitze im Weltfußball geht, habe ich noch nie erlebt. Der deutsche Trainer der Briten, Thomas Tuchel, dürfte um seinen Job nicht bangen. Seine Leistung und die seiner Three Lions-Akteure haben Geschichte geschrieben. Als wahrhaft begeisterter Zuschauer, der sich sonst nicht so leicht vom Hocker reißen lässt, muss ich anerkennend sagen, dass das heutige Schluss-Match und die Klärung, wem die Krone des Weltfußball gehören wird, sich an dem gestrigen Spiel messen lassen muss.
Argentinien oder Spanien. Hier geht es nicht nur um Sympathien. Um Ruhm, Ehre und ja, um (viel) Geld. Die verdienten Medaillen sind schöne Dekoration, sie vergilben in Jahrzehnten. Die aufgeschriebenen, besprochenen, gespeicherten und schließlich filmisch festgehalten Szenen sind im digitalen Zeitalter mit relativer Ewigkeitsdauer versehen. Bei Bedarf, auf den Knopf drücken, Passwort oder Zugangscode bereithalten und eingeben, dann kommen die Weltmeisterschaftsereignisse geschichtsträchtig frei Haus. Heldengeschichten brauchen keine Extra-Spalten. Wer Augenzeuge eines solchen Spektakels war, wird überwältigt davon noch in Jahren schwärmen.
Fußball, wie Sport generell, ist ein friedlicher Kampf miteinander. Fairness und Anerkennung gegnerischer Leistungen sind unabdingbare Voraussetzungen für ein gutes Miteinander und es wäre wünschenswert, wenn diese Maßstäbe für alle Lebenssituationen gelten würden. Warum wird das nicht begriffen?
Horst
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Hotti
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Re: Hotti
Hellseher?
„Ich meine, das Endspiel hat gestern stattgefunden. Zehn Tore in einem Spiel, wo es um die Spitze im Weltfußball geht, habe ich noch nie erlebt. Der deutsche Trainer der Briten, Thomas Tuchel, dürfte um seinen Job nicht bangen. Seine Leistung und die seiner Three Lions-Akteure haben Geschichte geschrieben. Als wahrhaft begeisterter Zuschauer, der sich sonst nicht so leicht vom Hocker reißen lässt, muss ich anerkennend sagen, dass das heutige Schluss-Match und die Klärung, wem die Krone des Weltfußball gehören wird, sich an dem gestrigen Spiel messen lassen muss.“
Es ist nur wenige Tage her, als ich die vorstehenden Zeilen schrieb. Das tatsächliche Endspiel fand natürlich vor drei Tagen am Sonntag zwischen Spanien und Argentinien statt. Meine Erwartungen waren hoch gespannt, wie bei vielen anderen sicherlich auch. Und die Enttäuschung die beim Zuschauen eintrat, wuchs von Minute zu Minute, denn keiner der Gegner konnte das erfüllen, was einen wirklichen Weltmeister ausmacht. Es war ein Kampf auf Biegen und Brechen, fast ein Krimi. Beim Stande von 0 : 0 ging es in die Verlängerung und erst da gelang den Spaniern der einzige Treffer. Wäre das nicht gewesen, hätte ein Elfmeterschießen die Entscheidung herbeiführen müssen.
Das ist nun bereits Schnee von gestern. Sei es den Spaniern als die vermeintlich beste Mannschaft durchaus gegönnt, den Weltmeistertitel für vier Jahre zu tragen. Gemessen am Spiel um den dritten Platz, bei dem 10 Tore fielen, war das Endspiel nicht annähernd vergleichbar.
Schade, sagt ein Fußballdilettant.
Horst
„Ich meine, das Endspiel hat gestern stattgefunden. Zehn Tore in einem Spiel, wo es um die Spitze im Weltfußball geht, habe ich noch nie erlebt. Der deutsche Trainer der Briten, Thomas Tuchel, dürfte um seinen Job nicht bangen. Seine Leistung und die seiner Three Lions-Akteure haben Geschichte geschrieben. Als wahrhaft begeisterter Zuschauer, der sich sonst nicht so leicht vom Hocker reißen lässt, muss ich anerkennend sagen, dass das heutige Schluss-Match und die Klärung, wem die Krone des Weltfußball gehören wird, sich an dem gestrigen Spiel messen lassen muss.“
Es ist nur wenige Tage her, als ich die vorstehenden Zeilen schrieb. Das tatsächliche Endspiel fand natürlich vor drei Tagen am Sonntag zwischen Spanien und Argentinien statt. Meine Erwartungen waren hoch gespannt, wie bei vielen anderen sicherlich auch. Und die Enttäuschung die beim Zuschauen eintrat, wuchs von Minute zu Minute, denn keiner der Gegner konnte das erfüllen, was einen wirklichen Weltmeister ausmacht. Es war ein Kampf auf Biegen und Brechen, fast ein Krimi. Beim Stande von 0 : 0 ging es in die Verlängerung und erst da gelang den Spaniern der einzige Treffer. Wäre das nicht gewesen, hätte ein Elfmeterschießen die Entscheidung herbeiführen müssen.
Das ist nun bereits Schnee von gestern. Sei es den Spaniern als die vermeintlich beste Mannschaft durchaus gegönnt, den Weltmeistertitel für vier Jahre zu tragen. Gemessen am Spiel um den dritten Platz, bei dem 10 Tore fielen, war das Endspiel nicht annähernd vergleichbar.
Schade, sagt ein Fußballdilettant.
Horst
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Hotti
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Re: Hotti
Auf`s Pferd gekommen
Tage gibt es, da möchte man sich vor Freude ins Hemd weinen und genau das Gegenteil ereignet sich, wenn Unleidliches passiert, womit gar nicht zu rechnen war. Klammern wir von dem Abgleich im optimistischen Sinne zunächst alle unliebsamen Ereignisse möglichst aus und wenden uns den wirklichen freudigen Dingen zu. Auf der Suche nach einer Betätigung im Freizeitbereich ist meine überaus geschätzte und zugleich sportlich gesinnte Ehefrau schon seit längerer Zeit fündig geworden. Seitdem ich meine Sprint- und Langlauf-Treter nicht mehr in die Pflicht nehmen darf (Zuruf: „Wieso? Du kannst doch deine Schleifen am Schuh noch immer selbst selber binden?“), ist der Sportbedarf vollends auf sie gerichtet. Also kommt häufig die Frage von mir, na, wie war`s, wenn sie läuferisch und jetzt zusehend mehr pferdbetreuerisch abgeschwitzt nach Hause kommt. Eigentlich ist eine solche Frage völlig überflüssig, weil allein der glückliche Gesichtsausdruck verrät, dass es wieder große Freude bereitet haben muss.
Zugegeben, meine heutigen sportlichen, eher bewegungsnotwendigen Aktivitäten sind nicht mehr vergleichbar mit denen früherer Jahre, was aber nicht heißen soll, sie sind nicht mehr da. Ich bin einfach von der Breit- in die Schmalspur gewechselt. Die einmal antrainierten Fähigkeiten werden ja nicht von heute auf morgen einfach auf das Abstellgleis gefahren. So gesehen weckt die Neugierde auf das, was mein persönliches Umfeld treibt, auch immer mein Interesse. Das Pferd, das ich meine, ist gerade flügge geworden, das heißt, kurz vor dem Erwachsenwerden im Alter von drei Jahren. Zuerst muss es „angeritten“ werden. Hört sich simpel an, ist es ganz und gar nicht. Einfach so mal draufsitzen, haha, auch dafür ein Nicht. Vielmehr muss das Pferd geduldig vorbereitet werden. Zuerst an der Longe und fürs Erste läuft das Pferd, das auch einen Namen hat, in der Runde stets mit munterem Zuspruch und Kommandos. Mal linksherum, mal rechtsherum, auf der Stelle stehen, über Hindernisse und im Zick-zack-gehen. Tempowechsel Trab, Galopp, kleine Sprünge und schließlich mit Sattel- und Zaumzeug kommen die ersten Gewohnheiten, die dem Pferd anfangs ziemlich fremd sind.
Alles auf`s Pferd – von wegen, zumal es auch noch Sugar (Zucker) heißt. Und die angeblich „Süße“, weil ja Stute, hat sie wie jedes Wesen eben auch ihre sehr eigenen Marotten und dann gibt es noch die Zweibeiner, die sich gerne tragen lassen wollen. Auch die mussten einstmals, also zu Beginn zusehen, wie sie klarkommen. Sogenannte Naturreiter, die alles aus dem Handgelenk machen können, dürften eher selten sein. Unwissende kommen nicht daran vorbei, Unterricht zu nehmen, aber bitte, nicht vergleichen mit einer Tanzstunde. Es muss zwangsläufig alles erlernt werden und im Weiteren sind die gemachten Erfahrungen dann Wegweiser, ob dieser Sport, der mehr als aufwendig ist, tatsächlich der richtige ist. Noch steht alles auf Grün, kein Wunder, der Weidegang entlastet. Aber so ein Tierchen braucht noch einiges mehr und für das Mehr summieren sich dann die Kosten ähnlich wie die Aufwendungen für den eigenen Haushalt.
Taschengeld, dieser schöne altbackene Begriff, reicht nicht, es sei denn, die privat-häuslichen Tarifverhandlungen verlaufen harmonisch und zwar unter Ausschluss jeglicher Streikgedanken. Was den Reitsport betrifft, der momentan noch gar kein richtiger ist, sich in absehbarer Zeit jedoch wirklich mausern wird, kommt eine Fülle von Gesprächsstoff hinzu. Deshalb bleibt Langeweile ein Fremdwort.
Gerade kam ein Anruf: Es würde noch eine Weile (ääh, zwei, drei Stunden möglich) dauern, bis die Arbeiten auf dem Reiterhof erledigt sind, schließlich muss alles sauber sein. Was das heißt, kann sich jeder ausrechnen, denn so ein 600 kg-Exemplar frisst am Tag so zwischen 9 und 12 kg Heu + Grünzeug ggf. Kraftfutter dazu. Das alles wird verdaut und ist als Naturdünger in Apfelform wieder sichtbar. Pferde sind stolze Tiere. Sich um ihren eigenen Dreck kümmern, ist ihnen noch nicht in ihren großen Kopf gekommen. Was bleibt? Abäppeln mit Schaufel und Schubkarre, stärkt die Armmuskeln und die Naturverbundenheit.
Das waren die Bemerkungen eines in der Auffrischungsphase befindlichen Altersreiters, weil in sechs Wochen ein 180 km-langer Reit-Trail (über 7 Tage verteilt) ansteht. Und wie in jeder Sportart: ohne Training geht gar nichts.
Horst
Tage gibt es, da möchte man sich vor Freude ins Hemd weinen und genau das Gegenteil ereignet sich, wenn Unleidliches passiert, womit gar nicht zu rechnen war. Klammern wir von dem Abgleich im optimistischen Sinne zunächst alle unliebsamen Ereignisse möglichst aus und wenden uns den wirklichen freudigen Dingen zu. Auf der Suche nach einer Betätigung im Freizeitbereich ist meine überaus geschätzte und zugleich sportlich gesinnte Ehefrau schon seit längerer Zeit fündig geworden. Seitdem ich meine Sprint- und Langlauf-Treter nicht mehr in die Pflicht nehmen darf (Zuruf: „Wieso? Du kannst doch deine Schleifen am Schuh noch immer selbst selber binden?“), ist der Sportbedarf vollends auf sie gerichtet. Also kommt häufig die Frage von mir, na, wie war`s, wenn sie läuferisch und jetzt zusehend mehr pferdbetreuerisch abgeschwitzt nach Hause kommt. Eigentlich ist eine solche Frage völlig überflüssig, weil allein der glückliche Gesichtsausdruck verrät, dass es wieder große Freude bereitet haben muss.
Zugegeben, meine heutigen sportlichen, eher bewegungsnotwendigen Aktivitäten sind nicht mehr vergleichbar mit denen früherer Jahre, was aber nicht heißen soll, sie sind nicht mehr da. Ich bin einfach von der Breit- in die Schmalspur gewechselt. Die einmal antrainierten Fähigkeiten werden ja nicht von heute auf morgen einfach auf das Abstellgleis gefahren. So gesehen weckt die Neugierde auf das, was mein persönliches Umfeld treibt, auch immer mein Interesse. Das Pferd, das ich meine, ist gerade flügge geworden, das heißt, kurz vor dem Erwachsenwerden im Alter von drei Jahren. Zuerst muss es „angeritten“ werden. Hört sich simpel an, ist es ganz und gar nicht. Einfach so mal draufsitzen, haha, auch dafür ein Nicht. Vielmehr muss das Pferd geduldig vorbereitet werden. Zuerst an der Longe und fürs Erste läuft das Pferd, das auch einen Namen hat, in der Runde stets mit munterem Zuspruch und Kommandos. Mal linksherum, mal rechtsherum, auf der Stelle stehen, über Hindernisse und im Zick-zack-gehen. Tempowechsel Trab, Galopp, kleine Sprünge und schließlich mit Sattel- und Zaumzeug kommen die ersten Gewohnheiten, die dem Pferd anfangs ziemlich fremd sind.
Alles auf`s Pferd – von wegen, zumal es auch noch Sugar (Zucker) heißt. Und die angeblich „Süße“, weil ja Stute, hat sie wie jedes Wesen eben auch ihre sehr eigenen Marotten und dann gibt es noch die Zweibeiner, die sich gerne tragen lassen wollen. Auch die mussten einstmals, also zu Beginn zusehen, wie sie klarkommen. Sogenannte Naturreiter, die alles aus dem Handgelenk machen können, dürften eher selten sein. Unwissende kommen nicht daran vorbei, Unterricht zu nehmen, aber bitte, nicht vergleichen mit einer Tanzstunde. Es muss zwangsläufig alles erlernt werden und im Weiteren sind die gemachten Erfahrungen dann Wegweiser, ob dieser Sport, der mehr als aufwendig ist, tatsächlich der richtige ist. Noch steht alles auf Grün, kein Wunder, der Weidegang entlastet. Aber so ein Tierchen braucht noch einiges mehr und für das Mehr summieren sich dann die Kosten ähnlich wie die Aufwendungen für den eigenen Haushalt.
Taschengeld, dieser schöne altbackene Begriff, reicht nicht, es sei denn, die privat-häuslichen Tarifverhandlungen verlaufen harmonisch und zwar unter Ausschluss jeglicher Streikgedanken. Was den Reitsport betrifft, der momentan noch gar kein richtiger ist, sich in absehbarer Zeit jedoch wirklich mausern wird, kommt eine Fülle von Gesprächsstoff hinzu. Deshalb bleibt Langeweile ein Fremdwort.
Gerade kam ein Anruf: Es würde noch eine Weile (ääh, zwei, drei Stunden möglich) dauern, bis die Arbeiten auf dem Reiterhof erledigt sind, schließlich muss alles sauber sein. Was das heißt, kann sich jeder ausrechnen, denn so ein 600 kg-Exemplar frisst am Tag so zwischen 9 und 12 kg Heu + Grünzeug ggf. Kraftfutter dazu. Das alles wird verdaut und ist als Naturdünger in Apfelform wieder sichtbar. Pferde sind stolze Tiere. Sich um ihren eigenen Dreck kümmern, ist ihnen noch nicht in ihren großen Kopf gekommen. Was bleibt? Abäppeln mit Schaufel und Schubkarre, stärkt die Armmuskeln und die Naturverbundenheit.
Das waren die Bemerkungen eines in der Auffrischungsphase befindlichen Altersreiters, weil in sechs Wochen ein 180 km-langer Reit-Trail (über 7 Tage verteilt) ansteht. Und wie in jeder Sportart: ohne Training geht gar nichts.
Horst
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Hotti
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Re: Hotti
Langes Leben
Über die Zeit zu reden ist mitunter müßig, verändert sie sich in dem gerade in den Anfangsjahren befindlichen dritten Jahrtausend der Zeitrechnung mit ungeheurer Geschwindigkeit. Und weil eben alles so hurtig, ja, blitzschnell herbeikommt und gleich wieder, kaum gesehen und noch gar nicht richtig erfasst, bereits durch weitere Erkenntnisse und permanenter Einführung von Neuerungen ersetzt wird. Das Gefühl, jedenfalls meins, fragt mich mindestens einmal pro Tag: Wichtig oder brauchst du und verstehst du die eben mitgeteilten Änderungen? Das mit dem Verstehen ist inzwischen ein wahres Kreuz, das sich mehr und mehr dem Nichtverstehen zuwendet und es der Hilfe bedarf. Dabei bin ich beileibe kein Analphabet und selbst in meinem persönlichen Umfeld vermeine ich noch immer den Zuspruch zu hören, dass ich mehr von heute als von gestern bin.
Danke, wenn es ehrlich gemeint ist und weiterhilft, weil eben die zu sehr gehäuften Veränderungen für manch eine(n) - und ich nehme mich davon nicht aus - mit einer Radikalität auftreten, die keine andere Wahl zulassen, als der tatsächlichen Neuerung (meist stillschweigend) zuzustimmen. Entweder ./. oder, natürlich online. Dabei geht mir vieles in dieser Hinsicht so gegen den Strich, weil sich unsere Welt immer mehr verfremdet und ein zuvor erwähntes „natürlich“ gilt schon lange nicht mehr, sondern meint digital und KI-generiert. Noch ein paar Jahre und das Wort Geld im Sinne von Papier und Münzen ist passé. Diese kleine Karte, die wir schon alle im noch vorhandenen Portemonnaie (Geldbörse) tragen, bestimmt bereits heute zum großen Teil unser Leben. Und erst vor gar nicht allzu langer Zeit passierte es bei einem Café-Besuch in der von mir selten besuchten Stadtmitte, dass die Bezahlung mittel Bargeld strikt abgelehnt wurde. Only cards!
Dieses Gestöhne über all die Neuerungen könnte ja urplötzlich aufhören, einfach, wenn man nicht mehr von dieser Welt ist. Und das sollte ja nun für die meisten von uns – hoffentlich und bitteschön – noch einen langen Weg haben. Glauben und hoffen wir. Zurecht, denn es gibt inzwischen recht schöne und anschauliche Publikationen, in denen unter dem Stichwort „Longevity“ als Lebensstil sehr anschaulich beschrieben wird, wie wir den Prozess des Alterns positiv beeinflussen können. Wer allerdings nichts tut, außer morgens aufzustehen, den Tag irgendwie auszufüllen und dabei bequem alle Annehmlichkeiten eines „süßen“ Lebens zu genießen, denjenigen ist nicht zu helfen.
Es ist längst erwiesen, dass „wer rastet, der rostet“ kein dahin gesagtes Sprichwort ist, sondern tatsächlich dazu beiträgt, den Lebensaltersschnitt nicht zu erreichen. Das ist nun beileibe keine allgemein gültige Aussage, immerhin aber doch mahnend, etwas zu tun, um dem Körper eine gewisse Stabilität zu geben, den Rückgang der Leistungsfähigkeit aufzuhalten.
Zu dem Vorgesagten habe ich vor einiger Zeit aus dem Repertoire von Fremdmeinungen bereits einige sehr berechtigte Tipps gegeben, die ich nicht unbedingt gebetsmühlenartig wiederholen möchte. Tatsache ist und bleibt nun mal, dass gerade im fortgeschrittenen Alter, und damit meine ich nicht nur diejenigen die jenseits der 65 stehen, der Umgang mit dem eigenen Körper stärker im Bewusstsein stehen sollte. Ausgewogene Ernährung, erholsamen Schlaf und schließlich unbedingt Bewegung sollte auf jedem Tagesplan stehen und zur oben gegebenen Prämisse führen.
Im Zeitalter des Nachwuchsmangels bleibt ja gar nichts anderes weiter übrig, als sich selbst zu fragen, wo kann ich helfen? Zu alt? Nicht doch. Altersgrenzen gelten bewusst nur für Jüngere. Für Ältere steht da wohl nichts an, also, wo steht die Messlatte für Sachen, die man darf und wo, was man nicht darf? Ganz einfach, bei einem selbst. Und das Beste daraus machen hat noch niemals geschadet. Nun werden manche fragen: „Und was tust du?“ Antwort: „Ja, ich mache einiges, aber das ist eine andere Geschichte.“
Horst
P. S. Vielleicht ein guter Tipp: Stehen irgendwelche Krankheiten heran: nicht zweimal den Finger heben, einfach ablehnen, kein Bedarf. Hilft bestimmt.
Über die Zeit zu reden ist mitunter müßig, verändert sie sich in dem gerade in den Anfangsjahren befindlichen dritten Jahrtausend der Zeitrechnung mit ungeheurer Geschwindigkeit. Und weil eben alles so hurtig, ja, blitzschnell herbeikommt und gleich wieder, kaum gesehen und noch gar nicht richtig erfasst, bereits durch weitere Erkenntnisse und permanenter Einführung von Neuerungen ersetzt wird. Das Gefühl, jedenfalls meins, fragt mich mindestens einmal pro Tag: Wichtig oder brauchst du und verstehst du die eben mitgeteilten Änderungen? Das mit dem Verstehen ist inzwischen ein wahres Kreuz, das sich mehr und mehr dem Nichtverstehen zuwendet und es der Hilfe bedarf. Dabei bin ich beileibe kein Analphabet und selbst in meinem persönlichen Umfeld vermeine ich noch immer den Zuspruch zu hören, dass ich mehr von heute als von gestern bin.
Danke, wenn es ehrlich gemeint ist und weiterhilft, weil eben die zu sehr gehäuften Veränderungen für manch eine(n) - und ich nehme mich davon nicht aus - mit einer Radikalität auftreten, die keine andere Wahl zulassen, als der tatsächlichen Neuerung (meist stillschweigend) zuzustimmen. Entweder ./. oder, natürlich online. Dabei geht mir vieles in dieser Hinsicht so gegen den Strich, weil sich unsere Welt immer mehr verfremdet und ein zuvor erwähntes „natürlich“ gilt schon lange nicht mehr, sondern meint digital und KI-generiert. Noch ein paar Jahre und das Wort Geld im Sinne von Papier und Münzen ist passé. Diese kleine Karte, die wir schon alle im noch vorhandenen Portemonnaie (Geldbörse) tragen, bestimmt bereits heute zum großen Teil unser Leben. Und erst vor gar nicht allzu langer Zeit passierte es bei einem Café-Besuch in der von mir selten besuchten Stadtmitte, dass die Bezahlung mittel Bargeld strikt abgelehnt wurde. Only cards!
Dieses Gestöhne über all die Neuerungen könnte ja urplötzlich aufhören, einfach, wenn man nicht mehr von dieser Welt ist. Und das sollte ja nun für die meisten von uns – hoffentlich und bitteschön – noch einen langen Weg haben. Glauben und hoffen wir. Zurecht, denn es gibt inzwischen recht schöne und anschauliche Publikationen, in denen unter dem Stichwort „Longevity“ als Lebensstil sehr anschaulich beschrieben wird, wie wir den Prozess des Alterns positiv beeinflussen können. Wer allerdings nichts tut, außer morgens aufzustehen, den Tag irgendwie auszufüllen und dabei bequem alle Annehmlichkeiten eines „süßen“ Lebens zu genießen, denjenigen ist nicht zu helfen.
Es ist längst erwiesen, dass „wer rastet, der rostet“ kein dahin gesagtes Sprichwort ist, sondern tatsächlich dazu beiträgt, den Lebensaltersschnitt nicht zu erreichen. Das ist nun beileibe keine allgemein gültige Aussage, immerhin aber doch mahnend, etwas zu tun, um dem Körper eine gewisse Stabilität zu geben, den Rückgang der Leistungsfähigkeit aufzuhalten.
Zu dem Vorgesagten habe ich vor einiger Zeit aus dem Repertoire von Fremdmeinungen bereits einige sehr berechtigte Tipps gegeben, die ich nicht unbedingt gebetsmühlenartig wiederholen möchte. Tatsache ist und bleibt nun mal, dass gerade im fortgeschrittenen Alter, und damit meine ich nicht nur diejenigen die jenseits der 65 stehen, der Umgang mit dem eigenen Körper stärker im Bewusstsein stehen sollte. Ausgewogene Ernährung, erholsamen Schlaf und schließlich unbedingt Bewegung sollte auf jedem Tagesplan stehen und zur oben gegebenen Prämisse führen.
Im Zeitalter des Nachwuchsmangels bleibt ja gar nichts anderes weiter übrig, als sich selbst zu fragen, wo kann ich helfen? Zu alt? Nicht doch. Altersgrenzen gelten bewusst nur für Jüngere. Für Ältere steht da wohl nichts an, also, wo steht die Messlatte für Sachen, die man darf und wo, was man nicht darf? Ganz einfach, bei einem selbst. Und das Beste daraus machen hat noch niemals geschadet. Nun werden manche fragen: „Und was tust du?“ Antwort: „Ja, ich mache einiges, aber das ist eine andere Geschichte.“
Horst
P. S. Vielleicht ein guter Tipp: Stehen irgendwelche Krankheiten heran: nicht zweimal den Finger heben, einfach ablehnen, kein Bedarf. Hilft bestimmt.
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Hotti
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Re: Hotti
Sommerloch
Alles ist grün, die Sonne scheint und die „heiß“ ersehnte Sommerzeit ist nicht nur ihrem Namen nach Wirklichkeit geworden, sondern viel eher sind die guten Jahreszeiten nicht mehr das, was sie früher einmal waren. Es mutet fast wie ein Kalauer an, wenn man an den seligen Showmaster Rudy Carell denkt, der einst „Wann wird`s mal wieder richtig Sommer, ein Sommer wie er früher einmal war, mit Sonnenschein von Juni bis September und nicht so nass und so sibirisch wie im letzten Jahr“ sang und Millionen Mitbürgern aus der Seele sprach. Satt hatte man die verregneten und viel zu kalten Sommerzeiten. Und nun, was spielt sich heute ab?
Die Unterhaltungsbranche ist nicht gefragt, wie auch, denn ein Song über Unwetter, Vulkanausbrüche, viel zu wenig Niederschläge, Hitzewellen mit an die 40° C, ausgetrocknete Flussbetten und schließlich verheerende Waldbrände wird sich kaum jemand anhören wollen und ist vergleichbar mit den allgegenwärtigen Kriegsschauplätzen in Osteuropa und dem Orient. Dennoch, diesen Nachrichten kann sich kaum jemand entziehen, es sind schockierende Wahrheiten. Weiter so und die Welt gerät vollends aus den Fugen, denkt so mancher, wenn sie es nicht schon ist.
Klimawechsel. Das Wort kennt inzwischen jedes Kind. Gebannt schaut ein jeder den Bildschirm-Metereolog*innen zu, wenn sie ihre illuminierten Wetterkarten über die Fernsehkanäle verbreiten. Merkwürdigerweise stelle ich fest, dass unser Wetter in Mittel-Europa fast immer aus dem Westen, vom Atlantik kommt. Das liegt an der sogenannten Westwindzone, die sich durch das Zusammenspiel der Erdrotation und der Temperaturunterschiede zwischen Äquator und den kalten Polen bildet. Durch die Drehung unseres Planeten von West nach Ost erfolgen auf der Nordhalbkugel mehrheitlich die Luftströmungen auch in gleicher Richtung. Ost-, Nord- und Südwetterlagen gibt es auch. Von den TV-Wetterfröschen habe ich davon allerdings noch nie etwas gehört. Und ehrlich, so richtig gekümmert hat`s eigentlich keinen, wenn alles in den gewohnten Jahreszeit-Bahnen ablief.
Alle hören vom Wetter, aber keiner hört hin – es ist so wie es ist, möchte man heute meinen. Die Wetterlage ist nach langläufiger Meinung nun mal nicht menschengemacht. Es sind wohlgemerkt physikalische Prozesse, die sich in der Atmosphäre bilden. Ich habe noch gelernt, dass es Naturgesetze sind, denn Sonne, Mond, Wasser, Luft, Wärme, Kälte und die Erdumdrehung bilden im Zusammenspiel das, was wir Wetter nennen.
Inzwischen sind wir längst weiter und wissen, dass unsere Spezies drauf und dran ist, den bewohnten Erdball systematisch dahin zu formen, dass auch Naturgesetze ausgehebelt werden können. Wenn etwas aus dem Gleichgewicht gebracht werden soll, bedarf es nur der Verschiebung alteingesessener Regularien, die alsbald dafür sorgen, dass nichts mehr von dem bleibt, was noch immer als Erhaltenswert angesehen wird. Mit fällt das Wort Überfluss ein. Wo leben wir denn? Aha, ja, genau.
Schauen wir uns die Welt von gestern und heute an. Gehen wir nur einmal 150 Jahre zurück. Das Rad war längst erfunden und es rollte, bis im Zeitalter der Industrialisierung bemerkt wurde, dass ein Mehr an Rädern eine „Meer“schwemme an Geld bringt usw., usw. Den Faden weiterzuspinnen überlasse ich allen Rezipienten. Fakt ist nun einmal, dass wir in der Entwicklung soweit fortgeschritten sind, dass die vielgelobte Modernität und insbesondere die Mobilität längst das Maß überschritten hat, mit dem die Natur nicht mehr mithalten kann.
Weltweit: 1,7 Milliarden Kraftfahrzeuge, 400.000 Flugzeuge, 120.000 Handelsschiffe und größere Seeschiffe, z.Z gibt es ca. 60 bewaffnete Konflikte (Kriege) und rückblickend in die 1.000e gehende Kriege früherer Jahre, die alle kaum zu beziffernde (Umwelt-) Schäden anrichteten, dazu Atom-, Chemie- und weitere Umweltschäden unbekannten Ausmaßes. Das alles schluckt unser Universum - bis zum Untergang?
Sommerloch: Quatsch mit Soße, wir hätten längst mit anderem zu tun.
Horst
Alles ist grün, die Sonne scheint und die „heiß“ ersehnte Sommerzeit ist nicht nur ihrem Namen nach Wirklichkeit geworden, sondern viel eher sind die guten Jahreszeiten nicht mehr das, was sie früher einmal waren. Es mutet fast wie ein Kalauer an, wenn man an den seligen Showmaster Rudy Carell denkt, der einst „Wann wird`s mal wieder richtig Sommer, ein Sommer wie er früher einmal war, mit Sonnenschein von Juni bis September und nicht so nass und so sibirisch wie im letzten Jahr“ sang und Millionen Mitbürgern aus der Seele sprach. Satt hatte man die verregneten und viel zu kalten Sommerzeiten. Und nun, was spielt sich heute ab?
Die Unterhaltungsbranche ist nicht gefragt, wie auch, denn ein Song über Unwetter, Vulkanausbrüche, viel zu wenig Niederschläge, Hitzewellen mit an die 40° C, ausgetrocknete Flussbetten und schließlich verheerende Waldbrände wird sich kaum jemand anhören wollen und ist vergleichbar mit den allgegenwärtigen Kriegsschauplätzen in Osteuropa und dem Orient. Dennoch, diesen Nachrichten kann sich kaum jemand entziehen, es sind schockierende Wahrheiten. Weiter so und die Welt gerät vollends aus den Fugen, denkt so mancher, wenn sie es nicht schon ist.
Klimawechsel. Das Wort kennt inzwischen jedes Kind. Gebannt schaut ein jeder den Bildschirm-Metereolog*innen zu, wenn sie ihre illuminierten Wetterkarten über die Fernsehkanäle verbreiten. Merkwürdigerweise stelle ich fest, dass unser Wetter in Mittel-Europa fast immer aus dem Westen, vom Atlantik kommt. Das liegt an der sogenannten Westwindzone, die sich durch das Zusammenspiel der Erdrotation und der Temperaturunterschiede zwischen Äquator und den kalten Polen bildet. Durch die Drehung unseres Planeten von West nach Ost erfolgen auf der Nordhalbkugel mehrheitlich die Luftströmungen auch in gleicher Richtung. Ost-, Nord- und Südwetterlagen gibt es auch. Von den TV-Wetterfröschen habe ich davon allerdings noch nie etwas gehört. Und ehrlich, so richtig gekümmert hat`s eigentlich keinen, wenn alles in den gewohnten Jahreszeit-Bahnen ablief.
Alle hören vom Wetter, aber keiner hört hin – es ist so wie es ist, möchte man heute meinen. Die Wetterlage ist nach langläufiger Meinung nun mal nicht menschengemacht. Es sind wohlgemerkt physikalische Prozesse, die sich in der Atmosphäre bilden. Ich habe noch gelernt, dass es Naturgesetze sind, denn Sonne, Mond, Wasser, Luft, Wärme, Kälte und die Erdumdrehung bilden im Zusammenspiel das, was wir Wetter nennen.
Inzwischen sind wir längst weiter und wissen, dass unsere Spezies drauf und dran ist, den bewohnten Erdball systematisch dahin zu formen, dass auch Naturgesetze ausgehebelt werden können. Wenn etwas aus dem Gleichgewicht gebracht werden soll, bedarf es nur der Verschiebung alteingesessener Regularien, die alsbald dafür sorgen, dass nichts mehr von dem bleibt, was noch immer als Erhaltenswert angesehen wird. Mit fällt das Wort Überfluss ein. Wo leben wir denn? Aha, ja, genau.
Schauen wir uns die Welt von gestern und heute an. Gehen wir nur einmal 150 Jahre zurück. Das Rad war längst erfunden und es rollte, bis im Zeitalter der Industrialisierung bemerkt wurde, dass ein Mehr an Rädern eine „Meer“schwemme an Geld bringt usw., usw. Den Faden weiterzuspinnen überlasse ich allen Rezipienten. Fakt ist nun einmal, dass wir in der Entwicklung soweit fortgeschritten sind, dass die vielgelobte Modernität und insbesondere die Mobilität längst das Maß überschritten hat, mit dem die Natur nicht mehr mithalten kann.
Weltweit: 1,7 Milliarden Kraftfahrzeuge, 400.000 Flugzeuge, 120.000 Handelsschiffe und größere Seeschiffe, z.Z gibt es ca. 60 bewaffnete Konflikte (Kriege) und rückblickend in die 1.000e gehende Kriege früherer Jahre, die alle kaum zu beziffernde (Umwelt-) Schäden anrichteten, dazu Atom-, Chemie- und weitere Umweltschäden unbekannten Ausmaßes. Das alles schluckt unser Universum - bis zum Untergang?
Sommerloch: Quatsch mit Soße, wir hätten längst mit anderem zu tun.
Horst
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Hotti
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- Registriert: 02.11.2008, 21:38
Re: Hotti
Was für ein Wonnemonat und unvergessliches Wochenende
Eigentlich ist es kaum fassbar, wenn über alle bewegenden Ereignisse der letzten Tage gesprochen wird. Allein schon der Blick in den Ablaufkalender mit der Überschrift „Sport“ sprengt jeden Raum und benötigt eine gehörige Portion Selbstbeherrschung, um alles auf die Reihe zu bekommen. Normalerweise ist der August immer ausgebucht von wegen Ferien, Urlaub und Genuss des Sommers. Anders jedoch, wenn der Terminkalender auf Höhepunkte hinweist, die Interessierten kein bisschen zur Ruhe kommen lassen, weil sich Momente, die sich in Fülle förmlich aufdrängen, nicht einfach beiseitegelegt werden können. So zumindest gilt das für einige absolut zwingende Akzente, die durch sportliche Welt- oder Europameisterschaftswettbewerbe gesetzt werden.
• Europameisterschaften der Leichtathleten in Birmingham/England
• „ „ „ der Schwimmer in Paris
• „ „ „ Turnerinnen in Zagreb/Kroatien
• Weltmeisterschaften der Sportgymnastinnen in Frankfurt am Main
• Weltmeisterschaften der Reiter in Aachen
Und das alles überschneidend in der Zeit. Deshalb nichts da, von wegen Freizeit. Zu faszinierend war jeder einzelne Wettbewerb, der gerade ablief. Natürlich ging das nur, wenn man sich gewissermaßen die Nase am TV-Bildschirm plattdrückte. Und irgendwie muss der Segen für deutsche Sportler*innen besonders innig ausgefallen sein, denn in allen Sportarten gab es (tatsächlich!) überragende Ergebnisse, durch die die zuschauende Nation von den Stühlen gerissen wurde.
Wann haben wir so etwas letztmalig erlebt? 21 Medaillen in Birmingham, 14 Medaillen in Paris. Die Krönung im wahrsten Sinne des Wortes bot beim Heimspiel in Frankfurt die mehrfache Olympiasiegerin Darja Varfolomeev in gleich drei Wettbewerben der Sportgymnastikerinnen mit derartigen Vorstellungen, dass einem fast der Atem stehenblieb. In ihrer Körperkunst und der gleichzeitigen Artistik mit Reifen, Band, Ball errang sie dreimal Gold und summierte ihr WM-Gold auf 12. Kaum zu fassen.
Nicht weniger imposant waren die Reitwettbewerbe: Springen, Dressur, Vielseitigkeit, Para-Dressur, Fahren, Voltigieren. In allen Disziplinen glänzten deutsche Teilnehmer*innen, sowohl in den Einzel- wie auch in den Mannschaftswertungen, so viel wie lange nicht. Edelmetall in fast allen Sparten.
Zum Wasser: Dass sogar ein neunzehnjähriger Modell-Athlet und Spitzenschwimmer namens Johannes Liebmann zuerst über 800 m Freistil siegreich war und auf einer 1.500 m-Distanz den bestehenden Weltrekord um 4 volle Sekunden unterbot, grenzt fast an ein Wunder, das weiter hoffen lässt. Insgesamt waren die Frauen wie auch die Männer so erfolgreich wie lange nicht mehr. Paris bleibt im Gedächtnis, umso mehr wegen der fantastischen Olympiade 2024, die allerdings für den Top-Favoriten Florian Wellbrock zum Debakel wurde. Ein „nur“ 8. Platz in der damaligen Entscheidung brachte den Olympiasieger über 10 km von Tokio 2020 zur Verzweiflung, hatte er doch mehr erwartet. Jetzt an gleicher Stelle 10 km im Freiwasser der Seine tilgte er die „Schmach“. Er gewann Gold in 1: 55:18,35, knapp in 2,14 Sekunden vor dem Ungarn David Bethlehem und 6,45 Sekunden vor Oliver Klement, der für Deutschland 2024 Silber, diesmal Bronze gewann. Begeisterung hoch drei und die eigene Erkenntnis, dass bei einem selbst die Gefährdungsstufe des Ertrinkens bereits bei 4 km einsetzt haben würde.
Noch zwei, drei Worte zur Leichtathletik. Begeisterung hoch drei. Deutschland holt so viele Medaillen wie seit 28 Jahren nicht mehr. In der Nationenwertung ist mit 6 x Gold, 10 x Silber und 5 x Bronze ein hervorragendes Ergebnis erzielt worden. Beim Zehnkampf der Männer gab es Platz 1 und 2 durch Leo Neugebauer, 4 Sek. vor Niklas Kaul. Tags zuvor 3.000 m Hindernis der Frauen. Wow, was für eine Leistung und obendrein Pech. Gesa Krause, diese kleine starke Frau ist mit ihren 31 Jahren unumstritten zu Gold gelaufen. In ihrem Gefolge befanden sich neben den ausländischen Konkurrentinnen zwei weitere Medaillenanwärterinnen. Nur eine schaffte es zu Bronze: Olivia Gürth. Die vor ihr liegende Lea Meyer stürzte am letzten Wassergraben und musste mit Platz 4 vorliebnehmen. Und die Männer? Ebenso grandios. Sieger im gleichen Wettbewerb mit übereinstimmender Platzierung. Goldplatz Frederik Ruppert, Bronze Karl Bebendorf. Bingo!
Dagegen sind die beiden Gold- (200m) und Bronze- (100m) Medaillen von Owen Ansah noch immer ein heißes Eisen, derweil Vorwürfe der Doping-Kommission bestehen. Medaillen also nur auf Bewährung? Alles könnte für den 25jährigen auf eine 4jährige Sperre hinauslaufen, wenn die Beschuldigung „Verweigerung der Abgabe einer Doping-Kontrolle“ bestehen bleibt. Ist das so, sind auch die Medaillen futsch. Der Doping-Experte Hajo Seppelt, übrigens Sportjournalistenpreis überschüttet, vertritt ganz deutlich die Meinung, Doping ist kein Kavaliersdelikt. Damit hat er Recht, aber noch gilt die Unschuldsvermutung und damit ist Medaillengewinner Owen Ansah in der Beweispflicht.
Wehe, wenn nicht, dann ist nicht alles, was glänzt, Gold bzw. auch Bronze, sondern nur noch heiße Luft.
Abschließend die große Freude, wenngleich auch den anderen nicht erwähnten Medaillengewinner*innen diese verdienterweise zusteht, nun zum Marathonerfolg bei den Männern. Sieger: Amanal Petros lief glänzende 2:09:11 auf der mit insgesamt 700 Höhenmetern und unzähligen Straßenecken äußerst schwierig zu bewältigenden Marathon-Strecke im englischen Birmingham. Gold für den 31jährigen Europameister und jetzt auch Europarekordhalter. Und obendrein gab es Mannschaftssilber für die Mit-Finisher Richard Ringer (Europameister 2022 in München), Erike Hille und Tom Thurley, die zum Team gehörten.
Laufen gucken und trotzdem mitleiden. So ist das, wenn man ehemals selbst bescheiden auf der Königsstrecke aktiv war.
Horst
P.S. Das alles ist nun nicht vollständig. Es gäbe weit mehr zu erzählen für die, die nicht miterlebt haben, welche Highlights in der letzten Woche abgelaufen sind. Tip: Googlen mit jeweiligem Stichwort der Disziplin.
Eigentlich ist es kaum fassbar, wenn über alle bewegenden Ereignisse der letzten Tage gesprochen wird. Allein schon der Blick in den Ablaufkalender mit der Überschrift „Sport“ sprengt jeden Raum und benötigt eine gehörige Portion Selbstbeherrschung, um alles auf die Reihe zu bekommen. Normalerweise ist der August immer ausgebucht von wegen Ferien, Urlaub und Genuss des Sommers. Anders jedoch, wenn der Terminkalender auf Höhepunkte hinweist, die Interessierten kein bisschen zur Ruhe kommen lassen, weil sich Momente, die sich in Fülle förmlich aufdrängen, nicht einfach beiseitegelegt werden können. So zumindest gilt das für einige absolut zwingende Akzente, die durch sportliche Welt- oder Europameisterschaftswettbewerbe gesetzt werden.
• Europameisterschaften der Leichtathleten in Birmingham/England
• „ „ „ der Schwimmer in Paris
• „ „ „ Turnerinnen in Zagreb/Kroatien
• Weltmeisterschaften der Sportgymnastinnen in Frankfurt am Main
• Weltmeisterschaften der Reiter in Aachen
Und das alles überschneidend in der Zeit. Deshalb nichts da, von wegen Freizeit. Zu faszinierend war jeder einzelne Wettbewerb, der gerade ablief. Natürlich ging das nur, wenn man sich gewissermaßen die Nase am TV-Bildschirm plattdrückte. Und irgendwie muss der Segen für deutsche Sportler*innen besonders innig ausgefallen sein, denn in allen Sportarten gab es (tatsächlich!) überragende Ergebnisse, durch die die zuschauende Nation von den Stühlen gerissen wurde.
Wann haben wir so etwas letztmalig erlebt? 21 Medaillen in Birmingham, 14 Medaillen in Paris. Die Krönung im wahrsten Sinne des Wortes bot beim Heimspiel in Frankfurt die mehrfache Olympiasiegerin Darja Varfolomeev in gleich drei Wettbewerben der Sportgymnastikerinnen mit derartigen Vorstellungen, dass einem fast der Atem stehenblieb. In ihrer Körperkunst und der gleichzeitigen Artistik mit Reifen, Band, Ball errang sie dreimal Gold und summierte ihr WM-Gold auf 12. Kaum zu fassen.
Nicht weniger imposant waren die Reitwettbewerbe: Springen, Dressur, Vielseitigkeit, Para-Dressur, Fahren, Voltigieren. In allen Disziplinen glänzten deutsche Teilnehmer*innen, sowohl in den Einzel- wie auch in den Mannschaftswertungen, so viel wie lange nicht. Edelmetall in fast allen Sparten.
Zum Wasser: Dass sogar ein neunzehnjähriger Modell-Athlet und Spitzenschwimmer namens Johannes Liebmann zuerst über 800 m Freistil siegreich war und auf einer 1.500 m-Distanz den bestehenden Weltrekord um 4 volle Sekunden unterbot, grenzt fast an ein Wunder, das weiter hoffen lässt. Insgesamt waren die Frauen wie auch die Männer so erfolgreich wie lange nicht mehr. Paris bleibt im Gedächtnis, umso mehr wegen der fantastischen Olympiade 2024, die allerdings für den Top-Favoriten Florian Wellbrock zum Debakel wurde. Ein „nur“ 8. Platz in der damaligen Entscheidung brachte den Olympiasieger über 10 km von Tokio 2020 zur Verzweiflung, hatte er doch mehr erwartet. Jetzt an gleicher Stelle 10 km im Freiwasser der Seine tilgte er die „Schmach“. Er gewann Gold in 1: 55:18,35, knapp in 2,14 Sekunden vor dem Ungarn David Bethlehem und 6,45 Sekunden vor Oliver Klement, der für Deutschland 2024 Silber, diesmal Bronze gewann. Begeisterung hoch drei und die eigene Erkenntnis, dass bei einem selbst die Gefährdungsstufe des Ertrinkens bereits bei 4 km einsetzt haben würde.
Noch zwei, drei Worte zur Leichtathletik. Begeisterung hoch drei. Deutschland holt so viele Medaillen wie seit 28 Jahren nicht mehr. In der Nationenwertung ist mit 6 x Gold, 10 x Silber und 5 x Bronze ein hervorragendes Ergebnis erzielt worden. Beim Zehnkampf der Männer gab es Platz 1 und 2 durch Leo Neugebauer, 4 Sek. vor Niklas Kaul. Tags zuvor 3.000 m Hindernis der Frauen. Wow, was für eine Leistung und obendrein Pech. Gesa Krause, diese kleine starke Frau ist mit ihren 31 Jahren unumstritten zu Gold gelaufen. In ihrem Gefolge befanden sich neben den ausländischen Konkurrentinnen zwei weitere Medaillenanwärterinnen. Nur eine schaffte es zu Bronze: Olivia Gürth. Die vor ihr liegende Lea Meyer stürzte am letzten Wassergraben und musste mit Platz 4 vorliebnehmen. Und die Männer? Ebenso grandios. Sieger im gleichen Wettbewerb mit übereinstimmender Platzierung. Goldplatz Frederik Ruppert, Bronze Karl Bebendorf. Bingo!
Dagegen sind die beiden Gold- (200m) und Bronze- (100m) Medaillen von Owen Ansah noch immer ein heißes Eisen, derweil Vorwürfe der Doping-Kommission bestehen. Medaillen also nur auf Bewährung? Alles könnte für den 25jährigen auf eine 4jährige Sperre hinauslaufen, wenn die Beschuldigung „Verweigerung der Abgabe einer Doping-Kontrolle“ bestehen bleibt. Ist das so, sind auch die Medaillen futsch. Der Doping-Experte Hajo Seppelt, übrigens Sportjournalistenpreis überschüttet, vertritt ganz deutlich die Meinung, Doping ist kein Kavaliersdelikt. Damit hat er Recht, aber noch gilt die Unschuldsvermutung und damit ist Medaillengewinner Owen Ansah in der Beweispflicht.
Wehe, wenn nicht, dann ist nicht alles, was glänzt, Gold bzw. auch Bronze, sondern nur noch heiße Luft.
Abschließend die große Freude, wenngleich auch den anderen nicht erwähnten Medaillengewinner*innen diese verdienterweise zusteht, nun zum Marathonerfolg bei den Männern. Sieger: Amanal Petros lief glänzende 2:09:11 auf der mit insgesamt 700 Höhenmetern und unzähligen Straßenecken äußerst schwierig zu bewältigenden Marathon-Strecke im englischen Birmingham. Gold für den 31jährigen Europameister und jetzt auch Europarekordhalter. Und obendrein gab es Mannschaftssilber für die Mit-Finisher Richard Ringer (Europameister 2022 in München), Erike Hille und Tom Thurley, die zum Team gehörten.
Laufen gucken und trotzdem mitleiden. So ist das, wenn man ehemals selbst bescheiden auf der Königsstrecke aktiv war.
Horst
P.S. Das alles ist nun nicht vollständig. Es gäbe weit mehr zu erzählen für die, die nicht miterlebt haben, welche Highlights in der letzten Woche abgelaufen sind. Tip: Googlen mit jeweiligem Stichwort der Disziplin.