Fernweh
Viel näher liegt der Umkehrwert Heimweh. Lange Abwesenheit von Zuhause, das Vermissen des regelmäßigen Wochenablaufs und Zusammenkommen der Familienmitglieder, das reicht schon, um sentimental daran zu denken, wieder dem gewohnt vertrauten Umfeld nahe zu sein. Dabei sind Urlaubsfreuden oder andere Abwesenheiten in der Regel vorausgegangen. Was ist nun stärker, dieses Eine oder das Andere? Kommt darauf an. Wenn sich derartiges regt und vermehrt auftritt, dann ist zweifellos eine Mangelerscheinung dafür verantwortlich und folglich setzen Bemühungen ein, diesen „regelwidrigen“ Zustand irgendwie in den Griff zu bekommen. Es ist ja immer so, alles, was man nicht hat und sich trotzdem wünscht, regt Begehrlichkeiten im Kopf. Wenn dann noch von kompetenter Seite guter Rat erfolgt, gehegte Ziele planmäßig vorzubereiten, beginnt die Spur zu wachsen.
Leute, die ständig auf Achse sind, geraten leicht in den Spottbereich Reise-Onkel/-Tante. Dabei sind das meist jene, die nicht mehr im Berufsleben stehen und ihr Schäfchen längst sicher ins Trockene gebracht haben. Gemeint sind alle, die in gesicherter Armut nicht dem Sozialstaat zur Last fallen. In meinem Umfeld gibt es einige davon. Und ich will nicht verschweigen, dass bei mir nach mehr als 50jähriger Berufszeit kein Bettelstab an meiner Haustür klebt. Trotzdem gelüstet es mich nur bedingt, sagen wir vergleichsweise wie vom berufsmäßigen Urlaubsplan abhängig, nur ein bis zweimal pro Jahr von zuhause vorübergehend wegzuziehen. Meistens weiter weg und maximal für 3- 4 Wochen. Wer mich kennt, weiß, es sind stets fremde Kulturen, nicht einfach mal schnell erreicht, sondern eher langfristig vorbereitet und dem geplant folgenden Ablauf stets zugetan.
In den letzten 20 Jahren ist das durchschnittlich alle zwei Jahre passiert und zwar nicht wie oben, dem Fernweh geschuldet, viel eher, weil mein Kenntnis-Manko des betreffenden Landstrichs unbedingt getilgt werden sollte. Da ich ebenso wie andere Altersgenossen nicht mehr das lückenlose Gedächtnis früherer Zeiten besitze, nutze ich den Hang zum Aufschreiben. Das Ergebnis waren bisher 11 Reisebücher zwischen 150 und 420 Seiten inklusive Fotobeilagen. Das waren keine Bestseller, aber beliebte Reise-Einladungen an Zuhause-Gebliebene, die beim Nachlesen die Reise gedanklich mitmachen konnten. Für einen selbst, ist der Erinnerungswert von enormer Bedeutung. Was man sonst alles vergisst im Laufe der Zeit, ist leider beträchtlich. Dem Fernweh ist damit kräftig abgeholfen.
Was aber die Ortsveränderung allgemein betrifft, die wir (jetzt im Plural) in unseren Lebenszyklus eingebaut haben, ist zum beständigen Faktor geworden. Weg von Zuhause und doch wieder nicht? Die Erklärung ist ganz einfach: Vor - inzwischen – 15 Jahren besuchten wir eine Freundin am Leipziger Stadtrand, fast wie auf dem Dorf. Zwar nicht mehr ganz in Schutt und Asche, wie in einigen umliegenden kleinen Ortschaften, aber doch gewöhnungsbedürftig. Kurzum, wir kauften ein verwahrlostes Grundstück in der Nachbarschaft aus dem einzigen Grund, weil es ein Vergleichsort mit unserer Berliner Behausung ist und Leipzig zwar anders, aber quasi ein Vorort von Berlin ist, wenn man unsere Reisezeit von Haus zu Haus mit 1:40 Std./Min. bedenkt. Heute ist Leipzig ebenso unsere Stadt wie Berlin, was wohl daran liegt, dass wir keine reinen Stadt-Indianer sind, sondern immer am Grünzipfel Wald, an Wiesen und Seen schnuppern.
Die Großstadt ist in beiden Städten bequem mit dem Fahrrad in 20-25 Minuten zu erreichen. Mit den Öffentlichen noch schneller, nur haben wir es nicht so mit dem Schwarzfahren. Und was das Wohnen anbelangt, Leipzig hat uns bewiesen, dass es kleiner mit gleichem Komfort geht. Jedes notgebrauchte Inventar haben wir uns zugelegt und wir vermissen nichts. Einzig Heimweh und genauso Fernweh haben sich relativiert. Nur was Berlin vs. Leipzig betrifft – wir haben es in dieser Beziehung, Gottlob, nicht.
Horst
Hotti
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Hotti
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Re: Hotti
Morgens um 7 ist die Welt noch in Ordnung
Diese Feststellung trifft mich des Öfteren, besonders dann, wenn es in den Muskeln zuckt und daran erinnert: hej, heute ist dein Lauftag. Naja, ich bezeichne das immer noch nach altgewohnter Manier, obwohl der laufsportliche Teil bei mir aus bekannten Gründen (hoffentlich verständlicherweise) längst abgehakt ist. Darum trotzdem Bewegung in jeder machbaren Form: Kampfwandern (Walken), Radfahren, Skifahren (winters), Reiten (sommers), einmal die Woche Herz-Sportgruppe mit Krafttraining/Gymnastik und zuhause – nicht zu verachten, Gartenarbeit auf gut 2.000 m² in drei Gärten, klappt noch immer und - jawohl - macht Spaß. Und welch Wunder, die Waage zeigt keine Veränderung zum früheren Kampfgewicht, was mich einigermaßen zufriedenstellt. Nichts wäre schlimmer, wenn man geformt als Couch-Potatoe enden würde.
Bayern jodeln, wenn`s ihnen gut geht. Mir dagegen, um im Jargon uns zu meinen, machen es etwas anderes, nämlich stiller. So ein bisschen vor sich hin murmeln (ach, ist das schön…..), wenn die Sonne noch verhalten durch die Zweige scheint und man selbst durch die geeignete Natur streift, ist schon das Minimum, was man zurückhaltend äußern muss. So ging es mir heute früh oberhalb des Schlachtensees, den ich dank der Sonnenspiegelung im Wasser schnurstracks in Verbindung mit dem Königssee in bayrischen Landen sah. „Warum also in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt?“ Ah, geh, nicht auf die Schmarrn-Tour.
Jetzt mal echt: Gehst du um sieben Uhr in der Früh Sportschuh behaust aus dem Haus, herrscht noch überall Stille und den Wald hast du für dich ganz allein – ein Königreich. Nicht einmal ein verlaufener Hund, wie öfters mal, kommt einem entgegen. Und jetzt Ende Mai gleicht das Vogelgezwitscher dem pianissimo Symphonie-Orchester und als Krönung schließlich kam der lang vermisste Kuckuck wieder zu Worte. Naja. Im Winter gibt es diesen Zugvogel natürlich weder zu sehen noch zu hören. Sind Zugvögel nun Leitbilder? Sie sind nur in unseren Breitengraden, wenn die Frostsaison beendet ist.
Wie wäre es denn, wenn wir unsere Energie- und Klimaproblematik auf Art und Weise der Zugvögel vermindern? Kein guter Vorschlag? Weil dann neue, andere Probleme auftauchen würden? Ich meine ja nur, von der Natur abgucken hat noch niemals geschadet.
Kurzum, selbst nicht so forderndes Walken bedarf einer gewissen Anstrengung und je länger die Einheit dauert, der man sich unterzieht, umso schneller purzeln die verbrauchten Kalorien. Aber allein das ist es nicht, um die normalübliche, nachtschlafende Zeit einfach kurzfristig abzubrechen, nur um das friedliche Naturleben zu genießen, oder doch? Auf jeden Fall, weil nämlich die tagsüber gewohnte Fülle oder besser die Begegnung mit Spaziergängern samt ihren treuen Begleitern, Hunde, und Radfahrer nicht vorhanden sind. Dieser nahezu Rausch genannte Zustand weckt fast euphorische Phantasien. So zum Beispiel die Lust, einfach, zack, zack, Klamotten aus und blank wie man ist, in das kühle, herrlich (noch) klare Nass zu springen, ein paar erfrischende Schwimmzüge hinzulegen und etwas später dann seinem Ziel wieder entgegen zu marschieren. Aber uiije, 17°C, vermeintliche Fingerspitzentemperatur, ließen vorweg meine ohnehin beeinträchtigte Blutzirkulation förmlich gefrieren und der ausgewiesene Warmduscher erhielt von seiner Denkzentrale den Blitzbefehl „Kaltes Wasser - abgelehnt, weiterlaufen“.
12 km. 1:49:57. Schnitt 9:10 Min. Ein Lacher für den routinierten Läufer. Ja, das war mal. Die darauf- folgende Trübnis hat sich längst gewandelt in die eben beschriebene Freude, ein anderes Erlebnis gehabt zu haben. Die von allen erwünschte, heile Welt, hier scheint sie noch in Ordnung. Wie gesagt, am Tagesbeginn. Wenig später, sagen wir mal drei Stunden später, wandelt sich das Bild, ausnahmslos bei schönem Wetter, so wie jetzt an den Pfingsttagen. Wenn ich es nicht in der ständigen Wiederholung kennen würde, hätte mein Erregungspuls darüber genügend Anlass, sich in Höhen zu schwingen, die dem Körper ungut täten. So aber, keep cool, nimm die Völkerscharen gelassen hin, die wollen schließlich auch nur den Badespaß und abends sind sie wieder weg.
Wenn nicht gerade jetzt ein Müllauto zwei Meter vom See-Rand entfernt stehen würde, um die Berge hingeworfenem oder von der dagewesenen Fun-Gesellschaft einfach ins Gebüsch geschmissenen Unrat zu entfernen. Abfall-Eimer zum Bersten voll. Auf die Idee, seinen Abfall wieder mitzunehmen und der häuslichen BSR-Tonne zu übergeben, kommt offenbar kaum jemand. Einzig die Utensilien, die mit einem „T“ gekennzeichnet sind, sind relativ rar. Entweder werden sie wieder mitgenommen oder fleißige Flaschen- und Büchsensammler klappern zu nächtlichen Zeiten die Uferzonen der Seen ab, um sich ein Almosen zu verschaffen. Was „lernt“ uns das? Alles was achtlos weggeworfen wird, sollte mit einem Pfand versehen sein, dann hielten sich die schönwetterlichen Sau(f)ereien in Grenzen.
Schlussendlich ergibt sich die Frage „Warum ist die Welt so schön?“ Damit sie von der Menschheit kaputtgemacht werden kann. – Als wenn es sonst nichts Besseres zu tun gäbe.
Horst
Diese Feststellung trifft mich des Öfteren, besonders dann, wenn es in den Muskeln zuckt und daran erinnert: hej, heute ist dein Lauftag. Naja, ich bezeichne das immer noch nach altgewohnter Manier, obwohl der laufsportliche Teil bei mir aus bekannten Gründen (hoffentlich verständlicherweise) längst abgehakt ist. Darum trotzdem Bewegung in jeder machbaren Form: Kampfwandern (Walken), Radfahren, Skifahren (winters), Reiten (sommers), einmal die Woche Herz-Sportgruppe mit Krafttraining/Gymnastik und zuhause – nicht zu verachten, Gartenarbeit auf gut 2.000 m² in drei Gärten, klappt noch immer und - jawohl - macht Spaß. Und welch Wunder, die Waage zeigt keine Veränderung zum früheren Kampfgewicht, was mich einigermaßen zufriedenstellt. Nichts wäre schlimmer, wenn man geformt als Couch-Potatoe enden würde.
Bayern jodeln, wenn`s ihnen gut geht. Mir dagegen, um im Jargon uns zu meinen, machen es etwas anderes, nämlich stiller. So ein bisschen vor sich hin murmeln (ach, ist das schön…..), wenn die Sonne noch verhalten durch die Zweige scheint und man selbst durch die geeignete Natur streift, ist schon das Minimum, was man zurückhaltend äußern muss. So ging es mir heute früh oberhalb des Schlachtensees, den ich dank der Sonnenspiegelung im Wasser schnurstracks in Verbindung mit dem Königssee in bayrischen Landen sah. „Warum also in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt?“ Ah, geh, nicht auf die Schmarrn-Tour.
Jetzt mal echt: Gehst du um sieben Uhr in der Früh Sportschuh behaust aus dem Haus, herrscht noch überall Stille und den Wald hast du für dich ganz allein – ein Königreich. Nicht einmal ein verlaufener Hund, wie öfters mal, kommt einem entgegen. Und jetzt Ende Mai gleicht das Vogelgezwitscher dem pianissimo Symphonie-Orchester und als Krönung schließlich kam der lang vermisste Kuckuck wieder zu Worte. Naja. Im Winter gibt es diesen Zugvogel natürlich weder zu sehen noch zu hören. Sind Zugvögel nun Leitbilder? Sie sind nur in unseren Breitengraden, wenn die Frostsaison beendet ist.
Wie wäre es denn, wenn wir unsere Energie- und Klimaproblematik auf Art und Weise der Zugvögel vermindern? Kein guter Vorschlag? Weil dann neue, andere Probleme auftauchen würden? Ich meine ja nur, von der Natur abgucken hat noch niemals geschadet.
Kurzum, selbst nicht so forderndes Walken bedarf einer gewissen Anstrengung und je länger die Einheit dauert, der man sich unterzieht, umso schneller purzeln die verbrauchten Kalorien. Aber allein das ist es nicht, um die normalübliche, nachtschlafende Zeit einfach kurzfristig abzubrechen, nur um das friedliche Naturleben zu genießen, oder doch? Auf jeden Fall, weil nämlich die tagsüber gewohnte Fülle oder besser die Begegnung mit Spaziergängern samt ihren treuen Begleitern, Hunde, und Radfahrer nicht vorhanden sind. Dieser nahezu Rausch genannte Zustand weckt fast euphorische Phantasien. So zum Beispiel die Lust, einfach, zack, zack, Klamotten aus und blank wie man ist, in das kühle, herrlich (noch) klare Nass zu springen, ein paar erfrischende Schwimmzüge hinzulegen und etwas später dann seinem Ziel wieder entgegen zu marschieren. Aber uiije, 17°C, vermeintliche Fingerspitzentemperatur, ließen vorweg meine ohnehin beeinträchtigte Blutzirkulation förmlich gefrieren und der ausgewiesene Warmduscher erhielt von seiner Denkzentrale den Blitzbefehl „Kaltes Wasser - abgelehnt, weiterlaufen“.
12 km. 1:49:57. Schnitt 9:10 Min. Ein Lacher für den routinierten Läufer. Ja, das war mal. Die darauf- folgende Trübnis hat sich längst gewandelt in die eben beschriebene Freude, ein anderes Erlebnis gehabt zu haben. Die von allen erwünschte, heile Welt, hier scheint sie noch in Ordnung. Wie gesagt, am Tagesbeginn. Wenig später, sagen wir mal drei Stunden später, wandelt sich das Bild, ausnahmslos bei schönem Wetter, so wie jetzt an den Pfingsttagen. Wenn ich es nicht in der ständigen Wiederholung kennen würde, hätte mein Erregungspuls darüber genügend Anlass, sich in Höhen zu schwingen, die dem Körper ungut täten. So aber, keep cool, nimm die Völkerscharen gelassen hin, die wollen schließlich auch nur den Badespaß und abends sind sie wieder weg.
Wenn nicht gerade jetzt ein Müllauto zwei Meter vom See-Rand entfernt stehen würde, um die Berge hingeworfenem oder von der dagewesenen Fun-Gesellschaft einfach ins Gebüsch geschmissenen Unrat zu entfernen. Abfall-Eimer zum Bersten voll. Auf die Idee, seinen Abfall wieder mitzunehmen und der häuslichen BSR-Tonne zu übergeben, kommt offenbar kaum jemand. Einzig die Utensilien, die mit einem „T“ gekennzeichnet sind, sind relativ rar. Entweder werden sie wieder mitgenommen oder fleißige Flaschen- und Büchsensammler klappern zu nächtlichen Zeiten die Uferzonen der Seen ab, um sich ein Almosen zu verschaffen. Was „lernt“ uns das? Alles was achtlos weggeworfen wird, sollte mit einem Pfand versehen sein, dann hielten sich die schönwetterlichen Sau(f)ereien in Grenzen.
Schlussendlich ergibt sich die Frage „Warum ist die Welt so schön?“ Damit sie von der Menschheit kaputtgemacht werden kann. – Als wenn es sonst nichts Besseres zu tun gäbe.
Horst
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Hotti
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- Registriert: 02.11.2008, 21:38
Re: Hotti
Sport und Kunst - kann das gehen?
So eine Frage. Das wäre genauso, als wenn ich fragen würde, Obst oder Banane, jedenfalls für mich. Von wegen alles Banane, um einmal von der Gleichmacherei abzulenken, Obst muss ja sein, denn Sportler*innen ohne geeignete Vitaminzufuhr und einigermaßen gesunder Ernährung, werden die Freuden der körperlichen Anstrengung niemals in der Fülle ausschöpfen können, wie trainierte Enthusiasten aller Bewegungsarten. Und andererseits ist ein Leben ohne Kreativität und Kultur in unseren Gesellschaftsumfeld kaum denkbar. Oder? Ja, ich weiß, gerne begibt sich der oder die Andere in eine Art Abwehrmechanismus, indem locker und vermeintlich witzig die Behauptung „Kulturbanause“ fällt, um auszudrücken, braucht man nicht.
Und da komme ich und sage: „Wer für Kunst sich nicht begeistert, dem sind die Augen zugekleistert.“ Das ist doch gelinde gesagt vergleichbar mit dem ABC, das wir alle einmal als unbedingt nötig kennengelernt haben, um im alltäglichen Leben überhaupt bestehen zu können. Kulturpraktiken, seit Urzeiten immer in der Entwicklung begriffen, sind unerlässlich, wie sonst wäre der stetige Fort- und Weiterentwicklungsprozess zu verstehen?
In der Rückschau gesehen, ist alles heutige Denken von der Geschichte geleitet und stets bemüht, auf neue Denkweisen, Entdeckungen, Erfindungen oder pauschaler auf umfassende wissenschaftliche Erkenntnisse hinzuweisen und möglichst auch zu verwirklichen. Als Fortschritt auf jeder Ebene. Gut so. Was aber, wenn ohne Erfahrung und nur auf die Zukunft ausgerichtet? Kann nicht gehen, ist doch einleuchtend, wird wohl jede(r) zustimmen. Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann keine Zukunft gestalten. Ein alter Spruch mit absoluter Sinnhaftigkeit. Und so komme ich mit der hier mehrstimmigen Beschreibung allgemeiner Zustände in den Trichter, den ich mir zum Thema gesetzt habe.
Vom Beginn des zweiten Lebensjahres an, von nur ganz wenigen etwas später, beginnen alle Artgenoss*innen den zweibeinigen Bewegungsapparat weidlich zu benutzen. Bewegung ist Sport, ohne Frage. Nun kommen die Grund-Kulturtechniken Schreiben, Lesen, Rechnen, ganz simpel ausgedrückt. Den Kopf dazu haben wir ja alle, um das einmal Erlernte zu speichern, zu entwickeln und anzuwenden, wird jedoch je nach Mensch unterschiedlich ausgeprägt sein. Auch das ist von der Natur gut verteilt, denn nicht alle auf Erden können von Geistesblitzlichtern oder Sternschnuppen erleuchtet worden sein. Und so unterschiedlich wir alle sind, eint uns einiges, von Ausnahmen einmal abgesehen. Das Interesse, immer wieder etwas Neues zu erfahren, aufzunehmen und ein Leben zu führen, das den Bedürfnissen gerecht wird, um sich glücklich schätzen zu können, ist unerlässlich.
Zwangläufig bin ich jetzt da angelangt, wo das zweite Subjektiv (siehe Rubrum) greifen soll, obwohl ja Kunst im engeren Sinne eine Sprache ohne Worte ist (von der Schriftstellerei, Schauspiel und dem Journalismus einmal abgesehen). Die Formensprache, die ich meine, ist eine Passion, der ich seit Lebzeiten anhänge und nicht lassen kann von ihr. Und da im Speziellen ist es die Bildendende Kunst.
Schon im Teenager-Stadium war ich fasziniert von alten Meistern dieses Metiers. Im Weiterführenden landete ich schließlich bei der zeitgenössischen Kunst, die gewissermaßen das Tor zur absoluten Offenheit, ja eine Art Türöffner war, um andere Meinungen besser akzeptieren zu können. Das Verstehen ist eine ganz andere Sache. Moderne Kunst muss nicht immer verstanden werden, aber sie muss/sollte empfunden sein. Das ist mein Credo, von dem ich überzeugt bin, denn wer Neues ablehnt ohne sich um Hintergründe zu kümmern oder von vorn herein gegen alles ist, denjenigen ist nicht zu helfen.
Hätte ich die handwerkliche Gabe oder zumindest das Talent, Künstler in irgendeiner Kunstrichtung zu sein, gehabt, säße ich heute nicht am Computer, um diese Zeilen zu schreiben. Mich trieb etwas anderes um. Wenn schon nicht das gewünschte Talent vorhanden war, so doch wenigstens der Kontakt und Umgang mit den fertig geschaffenen Werken von Künstler*innen, denn wiederum auch den vielen Kunstschaffenden bedeutete es etwas, durch eigene „Klientel“ von Galerien oder gar Museen unabhängig zu sein. Kunst kommt von Können, aber nichts kommt vom Stillsitzen im Atelier.
Nun gibt es viele Kulturinteressierte, die sich wenig aus Galerie- oder Museumstempelgeschehen kümmern, weil sich ihrer Meinung nach dort oft ein elitärer Club trifft, um sich gegenseitig von ihrer Wichtigkeit zu überzeugen - überspitzt formuliert. Dass Künstler*innen Geld verdienen wollen/müssen, steht ohne Frage. Und so kam ich vor unendlichen Jahren auf die Idee, ein völlig unentgeltliches Event zu starten, das ich „Kunsttreffen“ nannte, absolut privat und ohne kommerziellen Hintergrund war. In Haus und Garten für vier Tage Bildende Kunst von renommierten Künstlern auszustellen ist kein Pappenstiel. Ich mache das seit 44 Jahren, einmal pro Jahr. Diesmal das 45. Kunsttreffen – zum letzten Mal.
OTMAR ALT – Malerei, Grafik, Bronze- und Glas-Skulpturen. Es wird ganz toll – muss noch viel arbeiten, für 13./14. und 20. und 21. Juni jeweils von 14 – 18 Uhr.
Adresse: Wasserkäfersteig 13, 14163 Berlin-Zehlendorf, Krumme Lanke
- Badesachen mitbringen,
Radfahren hierher macht Spaß, aber Laufdress wäre nicht angemessen.
Wenn etliche Sportbegeisterte sich von meiner stetigen Kunstbegeisterung anstecken ließen und einfach vorbeikommen, würde mich das freuen.
Gerne könnt ihr euch den Flyer zur Einladung abfordern: horst.matznick@t-online.de
Horst
So eine Frage. Das wäre genauso, als wenn ich fragen würde, Obst oder Banane, jedenfalls für mich. Von wegen alles Banane, um einmal von der Gleichmacherei abzulenken, Obst muss ja sein, denn Sportler*innen ohne geeignete Vitaminzufuhr und einigermaßen gesunder Ernährung, werden die Freuden der körperlichen Anstrengung niemals in der Fülle ausschöpfen können, wie trainierte Enthusiasten aller Bewegungsarten. Und andererseits ist ein Leben ohne Kreativität und Kultur in unseren Gesellschaftsumfeld kaum denkbar. Oder? Ja, ich weiß, gerne begibt sich der oder die Andere in eine Art Abwehrmechanismus, indem locker und vermeintlich witzig die Behauptung „Kulturbanause“ fällt, um auszudrücken, braucht man nicht.
Und da komme ich und sage: „Wer für Kunst sich nicht begeistert, dem sind die Augen zugekleistert.“ Das ist doch gelinde gesagt vergleichbar mit dem ABC, das wir alle einmal als unbedingt nötig kennengelernt haben, um im alltäglichen Leben überhaupt bestehen zu können. Kulturpraktiken, seit Urzeiten immer in der Entwicklung begriffen, sind unerlässlich, wie sonst wäre der stetige Fort- und Weiterentwicklungsprozess zu verstehen?
In der Rückschau gesehen, ist alles heutige Denken von der Geschichte geleitet und stets bemüht, auf neue Denkweisen, Entdeckungen, Erfindungen oder pauschaler auf umfassende wissenschaftliche Erkenntnisse hinzuweisen und möglichst auch zu verwirklichen. Als Fortschritt auf jeder Ebene. Gut so. Was aber, wenn ohne Erfahrung und nur auf die Zukunft ausgerichtet? Kann nicht gehen, ist doch einleuchtend, wird wohl jede(r) zustimmen. Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann keine Zukunft gestalten. Ein alter Spruch mit absoluter Sinnhaftigkeit. Und so komme ich mit der hier mehrstimmigen Beschreibung allgemeiner Zustände in den Trichter, den ich mir zum Thema gesetzt habe.
Vom Beginn des zweiten Lebensjahres an, von nur ganz wenigen etwas später, beginnen alle Artgenoss*innen den zweibeinigen Bewegungsapparat weidlich zu benutzen. Bewegung ist Sport, ohne Frage. Nun kommen die Grund-Kulturtechniken Schreiben, Lesen, Rechnen, ganz simpel ausgedrückt. Den Kopf dazu haben wir ja alle, um das einmal Erlernte zu speichern, zu entwickeln und anzuwenden, wird jedoch je nach Mensch unterschiedlich ausgeprägt sein. Auch das ist von der Natur gut verteilt, denn nicht alle auf Erden können von Geistesblitzlichtern oder Sternschnuppen erleuchtet worden sein. Und so unterschiedlich wir alle sind, eint uns einiges, von Ausnahmen einmal abgesehen. Das Interesse, immer wieder etwas Neues zu erfahren, aufzunehmen und ein Leben zu führen, das den Bedürfnissen gerecht wird, um sich glücklich schätzen zu können, ist unerlässlich.
Zwangläufig bin ich jetzt da angelangt, wo das zweite Subjektiv (siehe Rubrum) greifen soll, obwohl ja Kunst im engeren Sinne eine Sprache ohne Worte ist (von der Schriftstellerei, Schauspiel und dem Journalismus einmal abgesehen). Die Formensprache, die ich meine, ist eine Passion, der ich seit Lebzeiten anhänge und nicht lassen kann von ihr. Und da im Speziellen ist es die Bildendende Kunst.
Schon im Teenager-Stadium war ich fasziniert von alten Meistern dieses Metiers. Im Weiterführenden landete ich schließlich bei der zeitgenössischen Kunst, die gewissermaßen das Tor zur absoluten Offenheit, ja eine Art Türöffner war, um andere Meinungen besser akzeptieren zu können. Das Verstehen ist eine ganz andere Sache. Moderne Kunst muss nicht immer verstanden werden, aber sie muss/sollte empfunden sein. Das ist mein Credo, von dem ich überzeugt bin, denn wer Neues ablehnt ohne sich um Hintergründe zu kümmern oder von vorn herein gegen alles ist, denjenigen ist nicht zu helfen.
Hätte ich die handwerkliche Gabe oder zumindest das Talent, Künstler in irgendeiner Kunstrichtung zu sein, gehabt, säße ich heute nicht am Computer, um diese Zeilen zu schreiben. Mich trieb etwas anderes um. Wenn schon nicht das gewünschte Talent vorhanden war, so doch wenigstens der Kontakt und Umgang mit den fertig geschaffenen Werken von Künstler*innen, denn wiederum auch den vielen Kunstschaffenden bedeutete es etwas, durch eigene „Klientel“ von Galerien oder gar Museen unabhängig zu sein. Kunst kommt von Können, aber nichts kommt vom Stillsitzen im Atelier.
Nun gibt es viele Kulturinteressierte, die sich wenig aus Galerie- oder Museumstempelgeschehen kümmern, weil sich ihrer Meinung nach dort oft ein elitärer Club trifft, um sich gegenseitig von ihrer Wichtigkeit zu überzeugen - überspitzt formuliert. Dass Künstler*innen Geld verdienen wollen/müssen, steht ohne Frage. Und so kam ich vor unendlichen Jahren auf die Idee, ein völlig unentgeltliches Event zu starten, das ich „Kunsttreffen“ nannte, absolut privat und ohne kommerziellen Hintergrund war. In Haus und Garten für vier Tage Bildende Kunst von renommierten Künstlern auszustellen ist kein Pappenstiel. Ich mache das seit 44 Jahren, einmal pro Jahr. Diesmal das 45. Kunsttreffen – zum letzten Mal.
OTMAR ALT – Malerei, Grafik, Bronze- und Glas-Skulpturen. Es wird ganz toll – muss noch viel arbeiten, für 13./14. und 20. und 21. Juni jeweils von 14 – 18 Uhr.
Adresse: Wasserkäfersteig 13, 14163 Berlin-Zehlendorf, Krumme Lanke
- Badesachen mitbringen,
Radfahren hierher macht Spaß, aber Laufdress wäre nicht angemessen.
Wenn etliche Sportbegeisterte sich von meiner stetigen Kunstbegeisterung anstecken ließen und einfach vorbeikommen, würde mich das freuen.
Gerne könnt ihr euch den Flyer zur Einladung abfordern: horst.matznick@t-online.de
Horst
Zuletzt geändert von Hotti am 03.06.2026, 12:44, insgesamt 2-mal geändert.