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Re: Hotti
Verfasst: 19.07.2025, 14:06
von Hotti
Re: Hotti
Verfasst: 19.07.2025, 14:13
von Hotti
Arbeit macht das Leben süß, Faulheit stärkt mit Sicherheit nicht die Glieder. Oder wie ging der Spruch?
Re: Hotti
Verfasst: 24.07.2025, 23:03
von Hotti
Angst und Bange
Lesen ist etwas, das als Kulturtechnik wahrscheinlich gleich nach dem Sprachgebrauch von uns, die wir lesen und schreiben können, am häufigsten verwendet wird. Demnach gibt es in der Jetztzeit so gut wie niemand mehr, an denen weder die Einen noch die Anderen spurlos an dieser wichtigsten Lernphase vorbei gegangen sind. Deshalb bietet bzw. bot die Schulzeit dankenswerterweise tatsächlich die gemeinhin unbedingt notwendige Grundlage für eine geeignete Kommunikation, die uns allen (nicht immer) zugutekommt oder auch, an der wir uns alle beteiligen können.
Um es auf den kleinsten Nenner zu bringen, mache ich das an einem Beispiel fest: Jahrzehntelang war ich es seit Mutters Rockzipfel und später selbst nach erfolgter Eigenständigkeit gewohnt, bekocht zu werden, als nach reiflicher, folgender Zeit ein keinesfalls erwünschter Zustand des plötzlichen Alleinseins eintrat, zwar lange her, aber maßgeblich. Von nun an war ich Selbstversorger, obwohl längst nicht des Kochens kundig. Und was half mir? Genau, ich konnte lesen, welch Glück. Erst waren es Schnipsel-Ratschläge aus Zeitungen und Zeitschriften, dann gezielt Kochbücher. Und siehe da, es funktionierte. Dem vermeintlichen Hungertod locker entronnen und nun sogar einer möglicherweise gesünderen Ernährungsweise stärker zugewandt. Zugegeben, eine Presswurst war und bin ich nicht, eher leichtes Mittelgewicht. Aus Sicht dieses Zustandes kann ich nur empfehlen, sich nicht durch Unkenntnis in die Irre leiten zu lassen, sondern sehr gezielt Dinge anzugehen, die im Bereich der eigenen Möglichkeiten stehen, wobei gewisse Notwendigkeiten förmlich zur Einsicht drängen. Demnach dranbleiben bei den zuhauf anstehenden Neuerungen, dreist wenn es schwerfällt.
Ein kleiner Abspann in Sachen Lebenshilfe.
Was nun aber folgt ist keine Vorschau auf zu Erwartendes, sondern (neudeutsch) Reality, die absolute Wirklichkeit. Hat allerdings bereits eine ziemliche Streubreite, nämlich die Künstliche Intelligenz, kurz KI. Für Mathematiker und Informatiker nicht unbedingt ein Problem, aber für Klein Fritzchen, wie unsereins, wächst die Skepsis, weil mit der KI eine zukünftige Welt betreten wird, die wie jede Neuerung zunächst verheißungsvoll angenommen wird, jedoch zwangsläufig heißt, nun lerne mal schnell, sonst wirst du abgehängt. Mit der Informatik reinster Güte kann Fritzchen, weiß Gott, wenig anfangen. So verlässt er sich auf Arbeitshilfen und Arbeitsanweisungen und fühlt sich bestätigt, wenn er wenigstens vom System soweit akzeptiert wird, dass der Weitergang ohne Sperrung möglich ist. Nun gilt es nur noch das Kundenkonto mit PIN zu eröffnen, nicht vergessen, Passwort und weiteren Zugangs-Code eingeben, die spätestens nach einer Woche zu ändern sind. Von wegen papierloses Büro. Dafür 150 neue Dateien, die, weiß der Uhu, irgendwo (weil vergessen) abgespeichert sind. Grauen erfasst mich.
Mich „rettet“ der Griff zum Buch. Kazuo Ishiguro, unschwer kein deutscher, sondern ein japanischer Autor von dem 2021 erschienenen Roman „Klara und die Sonne“. Da wird einem erst einmal gewahr, was noch alles auf uns zukommen könnte, womöglich bald vor der Tür steht. Das Zusammenleben mit Robotern, Maschinen“menschen“ als künstliche Freunde. Klara ist eine solche Freundin, die das Leben der Menschen beobachtet, alles speichert und zur besten Lösung führen möchte – auftragsgemäß. In eine solche Zukunft geführt zu werden scheint zunächst unwahrscheinlich, und doch ist die Industrie bereits soweit fortgeschritten, dass ganze Fertigungsstraßen (siehe Autobau) nur noch durch Roboter verrichtet werden, die dementsprechend programmiert wurden. Fehler? Aber nicht doch beim Roboter – beim Programmierer. Also, Programmierer ersetzen durch KI. Na, klickt es jetzt?
Das Sterben einer Kultur hat begonnen und da sage mir eine(r), Angst und Bange machen gilt nicht.
Horst
Re: Hotti
Verfasst: 31.07.2025, 21:42
von Hotti
Fremder in der Stadt
Vor einiger Zeit schrieb ich als geborener und ausgebildeter Berliner wie ich mich fühlte, in der Stadt als Tourist unterwegs zu sein. Es war eine ungleich noch nie gemachte Erfahrung von der geübten Ortsansässigkeit abzugehen und sich schnurstracks auf Wege zu begeben, die gemeinhin als Touristentrampelpfade bezeichnet werden. So ganz war es dann doch nicht, weil die Spontanität der Ereignisse immer wieder dazwischenfunkte und so ein völlig eigenes, ja, eigenheimisches Gefühl vermittelte. Und es war ein Genuss, wie lange nicht.
Dass sich das daraus ergebene Wohlbefinden so konserviert hatte, dass es erneut aufgegriffen und geeignet erschien, der besuchsmäßig zu Gast weilenden, jetzt in Oslo lebenden und von dort angereisten Tochter ihre Versäumnisse im Berliner Stadtleben aufzubessern. Berliner*innen kennen ihre Stadt, meint man, selbst ich, doch bei näherem Hingucken wird einem gewahr, wie schnell sich die Stadt verändert hat und gewissermaßen gänzlich nicht mehr die eigentliche Identität früherer Jahre besitzt. Abgeschwächt: zumindest in etlichen Teilbereichen.
Wer nicht in der City wohnt, sondern eher von „außerhalb“ einreist, sagen wir beispielsweise von Müggelheim, Frohnau oder von kurz vor Potsdam, dem ist sicher bewusst, dass das Stadtleben schon ein anderes sein muss, als das von Grün und Wasser durchdrungene gewohnte Kiezleben hergibt. Nichts gegen das Bergmannstraßenviertel/Chamissoplatz oder gesamt Prenzlberg, aber rund um den MOTZ-Koplex (Monbijou-/ Oranienburger-/Tucholski-/Zieglerstr., dazu noch Torstr./Rosenthaler Str. und Platz sowie August- und Sophienstr – genug jetzt, ein paar mehr Straßen kämen noch dazu), also Mitte, da steppt der Touristen-Bär. Eigentlich auch in Ordnung.
Diese Ordnung nimmt allerdings eine sehr schnelle Wende aus folgendem Grund: Der Bummel durch die durchaus sehens-, erlebensreichen und verschiedener Lokationen (z.B. Hackesche Höfe samt Markt davor) gefällt nicht nur den Zugereisten, denn auch uns Berlinern kommt spontan der Sinnspruch über die Lippen:“ Mensch (gemeint ist Berlin) wie haste dir verändert“. Das ist die angenehme Seite. Die Kehrseite erwies sich bei Einkehr in ein nach außen deklariertes Kaffee-Haus, weil es gerade die Zeit war, Kaffee- und vielleicht Kuchenzeit zu halten. Also, nichts wie rein. Nett, adrett, alles erschien im Ambiente der aktuellen innenarchitektonischen Einfälle genau passend.
Die Bestellung. "Bitte einen großen Kaffee mit Milch und ein Stück von dem…ääh, Dingsda", so mein Wunsch. Mich traf von der jungen Tresen-Dame ein verständnisloser Blick. „Please, say it in english“. Staunen - wäre ja ohne Weiteres möglich gewesen, aber hier gab mir mein schullehrerhafter Impuls den Ruck, der jungen Dame zu sagen, dass ich gerne landesüblich bestellen möchte, vielleicht mit dem abrupten und wahrscheinlich überflüssigen Zusatz „wir sind hier nicht im Ausland“. Ach, so die Reaktion darauf: „Sind Sie gegen Ausländer?“ Antwort: “Nein, überhaupt nicht, ganz im Gegenteil, denn hier scheine wohl ich Ausländer zu sein. Und warum sollte ich ausgerechnet gegen mich eingestellt sein?“ Da kam gar nichts mehr, nur der verständnislose Blick blieb. Überdies vorweg order to cash. Na, ok, kriegen wir hin, zücke den 50ziger für insgesamt 28,45 €, und wieder traf mich der beschriebene Blick. „Pay only by Credit-Card“. Jetzt traf mich fast der Schlag. Nur noch Karte, kein Bargeldverkehr mehr? War aber so!
Bin ich nun von gestern und erkenne die Zeichen der Zeit nicht mehr? Beim Bäcker für zwei Brötchen für 88 cts mit Karte zahlen und später irgendwann für jede Konto-Abbuchung ein Salär löhnen? Das ist mir einfach zuwider. Nicht nur das, viele geraten ob des locker hingereichten Plastik-Kärtchens aus dem Kreditrahmen und haben schnell einen Sack Schulden am Hals. Aber ich doch nicht, und ratz, fatz, sind die Minuszeichen auf dem Kontoauszug nicht mehr in der Minderheit. Bisher half immer das stets eingehaltene Budget des „Taschengeldes“, soll auch so bleiben.
Eines stet fest, Kaffee trinken per Credit-Card, schon gar nicht in dieser penetranten Art des Kassierens, wird künftig ausbleiben, auch wenn ich zu den letzten Bargeldzahlern gehören werde. Und fremd in der Stadt werde ich wohl ebenfalls bleiben, denn unser hauseigener Bäcker ist sowieso zehnmal besser als Automatik-Kassen-umkleidete-Kaffeetassen samt dazu gehörigen maschinellen Pappbrötchen.
Horst
Re: Hotti
Verfasst: 07.08.2025, 21:05
von Hotti
Einen Garten müsste man haben
Als Städter in einem beliebten Kiez zu wohnen, mit allen möglichen Verkehrsverbindungen versehen, Einkaufsmöglichkeiten zuhauf, dazu alle nutzbaren sozialen Einrichtungen, ist Urbanität im besten Sinne. Eng beieinander wohnen bietet Kontakte und kulturelle Anlässe sind oft greifbar nahe. Es ist eben das Städtische, was gegenüber dem weiter Entfernten oder Ländlichen etliche Vorteile aufzuweisen hat. Doch wie so oft bei Vergleichen gilt es bei Bedarf darüber nachzudenken, welche Entscheidung für das Wohnen ggf. für das Arbeiten, möglicherweise für beides zusammen, getroffen werden kann. Gehen wir nicht weiter weg und schauen auch nicht über den Zaun, sondern betrachten wir Berlin aus der Sicht von Neu-Ankömmlingen, Umzüglern, insbesondere Zuwanderern. Die „Multi-Kulti-Gesellschaft“ ist ja keine Berliner Erfindung. Seit der inzwischen weltweit anhaltend instabilen politischen Verhältnisse gibt es kaum noch einen Staat auf unserem Globus, wo das einstige Paradies noch zu finden ist. Genauer gesagt, ist das schlimme Gegenteil so weit gestreut, dass Völkerwanderungen zu unliebsamen Veränderungen geführt haben.
Vorbei sind die Zeiten, als jede Nation jeweils im eigenen Saft schmoren konnte, ohne die Belange anderer Staaten zu den eigenen machen zu müssen. Das politische Klima hat sich im Zusammenspiel mit dem Weltwirtschaftsgefüge in den letzten 50 Jahren so radikal gewandelt, dass wir, Stand heute, Ängste haben müssen, dass die eingetretene Schieflage nicht mehr ins Gleichgewicht zurückfindet. Wenn wir zurückschauen, wissen zumindest alle, denen die Worte Biologische Vielfalt nicht fremd sind, dass sich die gigantische wirtschaftliche Entwicklung genau dahin bewegt, wo darauf keinerlei Rücksicht genommen wird. In unseren Breitengraden achten wir bei jedem Abfall-Fitzelchen, dass es in die richtige Tonne kommt. Und was machen die Kriegstreiber? Die ballern ohne Ende was das Zeug hält auf Land und Leute, egal was dabei kaputt geht und hinterlassen eine Welt, die kaum noch reparabel erscheint. Umweltschutz, blaaa, blaaa… und da sind wir, gelinde gesagt, „besorgt“, weil es ansonsten mit dem Umweltverhalten auch nicht so recht in die Bahnen kommt wie es eigentlich sein müsste.
Wir, die Einzelnen, was können wir tun? Ich meine, ganz klammheimlich für einen selbst, ungeachtet all der großen politischen und kriegerischen Auseinandersetzungen! Flüchten, Sack über den Kopf, Ohrstöpsel nicht vergessen, Butterbrot bei Bedarf, das Gärtnerbuch „Nun hilf dir selbst“ ins Gepäck und los. Wohin?
Es gibt nur einen echten Wohlfühlplatz, wo wenigstens eine klitzekleine Welt noch in Ordnung erscheint und bei richtiger Pflege die Umweltschädigung einigermaßen aufgehalten werden kann, vor allem ein Wohlgefühl als Beispiel für die große Welt herhalten kann: ein Garten. Ob groß oder klein, spielt keine Rolle, Hauptsache dort wächst es grün, vielleicht auch blumig, fruchtig und ganz Eifrige haben nicht nur einen Wasserhahn zur Stelle, sondern verfügen sogar über einen kleinen Biotop, genannt Teich. Auch Bäume und Sträucher wären sinnvoll.
Hier spricht nicht der kluge Ratgeber oder etwa Fachmann, sondern der jahrzehntelange Praktiker von (oha!) gleich zwei Gärten, die natürlich immens Arbeit verursachen, jedoch unablässig das Gefühl der absoluten Naturnähe vermitteln, so man Gartenerde an den Händen verspürt. So ein Stück Natur hält einen in Bewegung, ob man will oder nicht. Allein der jährlich zweimalige Heckenschnitt samt Entsorgung ist mit etlichen schweißtreibenden Stunden besetzt. Rasen stutzen, statt mähen, weil mehr Fremdwuchs als Gras vorhanden ist, besser als Wiese*) bezeichnet, ist erforderlich schon wegen der Trittsicherheit. Und dann verlangt so ein Teil bei Trockenheit stets die erforderliche Zuwendung mittels Feuchtigkeit. Nichts wie ran, Schlauchrolle aufstellen, den Sprenger in Aktion setzen, und siehe da, nach zwei Stunden Bewässerung der Gesamtfläche sendet das Eiland einen Duft aus, den selbst hauptberufliche Parfümeur*innen nicht bieten können.
So, um jetzt noch einen oben draufzusetzen: Die Kaffeetasse im Grünen war schon immer etwas Besonderes – im Gartenlokal. Im eigenen Grün dagegen ist das von den Kosten her unschlagbar und nicht minder genussvoll, zudem bequem vor der Haustür (wenn keine Extra-Anreise). Die Varianten der Gartengestaltung füllen Bände und wer ständig mit den Gerätschaften umgehen muss, weiß, was Arbeit bedeutet. Für eine Erleichterung der Gartenarbeiten könnte möglicherweise der einmal aufgefangene Spruch sorgen: *) Kostenlos Unkräuter abzugeben für Selbstpflücker. Sehr weise und hilft gelegentlich weiter.
Berlin und Leipzig, zwei Großstädte. In Berlin Wald und Seen, in Leipzig Dorf, Felder, Auen, Wald, Seen und Flussläufe, in beiden Städten mit jeweils einem Garten bin ich zuhause, weil alles selbst gestaltet, und dies, obwohl ich ohne grünen Daumen geboren wurde.
Horst
P.S. Eine der aufwendigsten Frühjahrsarbeiten könnt ihr anhand der beiden Fotos auf dem Beitrag vom 19.07. (Berichtsseite 36) nachvollziehen: Hotti, der Laubenpieper, in ¾- Kondom bei der Seerosenpflege. Über das kleine Teichwunder berichte ich ein andermal.
Re: Hotti
Verfasst: 14.08.2025, 22:00
von Hotti
Wasser
Wage einmal den Einstieg mit dem abgedroschenen Song „Wasser ist zum Waschen da“, dachte ich. Bei genauem Nach-Googeln wurde ich allerdings zum Trotz meiner Unwissenheit eines Besseren belehrt. Der Text stammt von einer Gruppe, die sich „Die Peheiros“ nennt und mir völlig unbekannt war und ist. Im Verheißungsjahrtausendjahr 2000 startete diese Gruppe einen textumfangreichen Titel eben mit dieser Überschrift und erst in Strophe zwei entwickelt sich ein Volksmusik-Pop-Song mit karnevalsschunkelnder Melodie
„Wasser ist zum Waschen da,
Falleri und fallera,
auch zum Zähneputzen kann man es benutzen,
Wasser braucht das liebe Vieh,
Fallerie und fallera,
selbst die Feuerwehr, benötigt Wasser sehr.“
Insofern ist dieser Auszug gewissermaßen ein Ohrwurm geworden, dem ohne Zweifel eine gehörige Sinnhaftigkeit anhaftet. Wer allerdings mehr erfahren möchte, bitteschön, frei Haus kommt das übers Taschenlexikon, über das gängiger Weise heutzutage jedermann verfügt: H a n d y.
So gut, so schön. Eigentlich wollte ich in diese Richtung gar nicht hin, aber wenn man den Finger auf etwas drauflegt, das einem im Kopf schwebt, dann passiert halt so etwas. Wobei ich doch letztens gerade in einem P.S-Abspann etwas über Wasser, womöglich Teich, angedeutet hatte, dass ich darüber mehr berichte. Nun geht es dabei nicht um den mir bösartig angedichteten und zugeschriebenen Hydrocephalus, sprich Wasserkopf („was der da immer redet“), was ja nun wirklich nicht stimmt, sondern schlicht und ergreifend um Wasser als Lebensbereich in einem kleinen Biotop, für den ich mich verantwortlich fühle und der mich vielfach beschäftigt, obwohl ich mich alles andere als ein geschulter Biologe, eher als echter Laie bezeichnen darf.
So komme ich geradewegs just von diesem nur etwa 20 m² großen, vor langer Zeit angelegten und von mir 2012 übernommenen Teich nach getaner Arbeit. Wirklich Arbeit, zwei Stunden lang, wenn möglich, an jedem hier ansässigen Tag. Es begann damit, dass sich besagter Teich in einem jämmerlichen Zustand befand: Kein Durchgangswasser, deshalb nur vom Regen oder eigener Zuleitung abhängig, verschlammt, keine Sauerstoffanreicherung und fast völlig zugewachsen. Aber, es tummelte sich an etlichen Stellen. Sommer war‘ s, Libellen flogen hin und her, Frösche saßen auf Seerosenblättern und – meine Entdeckung – Molche. Diese kleinen, den Salamandern ähnlichen Teich-Amphibien mit bräunlicher Oberfläche. Die hiesigen Männchen, im Paarungsverhalten als kleine Drachen beschrieben, zwar auch klein, jedoch unverkennbar mit Zackenkamm und einer Bauchfärbung, die einem Dalmatiner entspricht (sammelt Punkte), Weibchen hingegen etwas unscheinbarer. Die Amphibie des Jahres 2010, die auch als Schwanzlurch bezeichnet wird.
Und nun mein Erlebnis von vor zwei Jahren, als ich völlig unvorbereitet und durch reinen Zufall oder besser Glück ein Schauspiel erlebte, wie sie nur die Natur selbst bieten kann. Still saß ich auf dem selbst angelegten Steg am Teich und genoss die Ruhe. Wie aus dem nichts schlängelte sich eine vielleicht etwa 60/70 cm lange Ringelnatter aus dem Schilfbewuchs auf den Wasserspiegel und im Nu schoss die kleine Schlange auf ein Seerosenblatt, auf dem ein kleiner Frosch saß. Es ging so schnell, dass das Fröschlein keine Chance mehr hatte, dem Opfertod zu entgehen. Hinterher las ich zur Geschichte dieser unter Naturschutz stehenden Natternart, auf Amphibien spezialisiert zu sein, auch weil sie gute Schwimmer sind.
Im kleinen Teich sind Fische und Schildkröten fehl am Platz, weil sie den Laich der Amphibien fressen. Als die Ringelnatter ihr Gastspiel gab, reduzierte sich die Frosch-, Kröten- und Molchpopulation merklich. In diesem Jahr scheinen sich Molch, Kröte und Frosch davon erholt, kein Wunder, Ringelnatters Anwesenheit fiel bisher aus. Fressen und gefressen werden? Womöglich ein ungeschriebenes Naturgesetz.
Dem Erlebnis stets auf der Spur – nicht der Sensation wegen, vielmehr dem Kreislauf des Lebens folgend, von dem wir nur ein winziger, aber wichtiger Teilbereich sind. Zum Thema Wasser war das nur ein klitzekleiner Anriss, dem viel mehr zugrunde liegt, denn Wasser ist die Grundlage allen Lebens und - soweit ich weiß - ist unsere Erde der einzige Planet in unserem Sonnensystem, das über Wasser verfügt. Und nun frage ich, warum so viele Leute unbedingt in den Weltraum düsen wollen? Wo es sogar andere gibt, die nicht einmal nach Hawaii fliegen wollen, wo es einem Song nach kein Bier gibt (siehe Paul Kuhn).
Horst
P.S. Foto kommt noch
Re: Hotti
Verfasst: 15.08.2025, 17:44
von Hotti
Wie versprochen: Verflixt, wie kommen jetzt die drei Fotos rein?
Re: Hotti
Verfasst: 18.08.2025, 13:13
von Hotti
Re: Hotti
Verfasst: 18.08.2025, 13:25
von Hotti
Igitt, das Einfügen von Fotos ist ja echt kompliziert, wenn das nicht täglich dreimal geübt wird. Der nunmehrige Spickzettel wird mir künftig weiterhelfen - wenn ich ihn nicht verlege. Und dann: Wenn ich nicht mehr weiter weiß, dann bild` ich einen Arbeitskreis. So wie eben mit Hübi, das hilft immer. Danke-
Hotti
Re: Hotti
Verfasst: 18.08.2025, 13:35
von Hotti