Seite 15 von 37
Re: Hotti
Verfasst: 31.01.2023, 22:54
von Hotti
Wetteraussichten?
Mit Aussichten ist das so eine Sache. Wer kann schon mit absoluter Gewissheit sagen, dass alle Voraussagen, Ratschläge, bezogen auf die Wetterentwicklung, tatsächlich stimmen? Metereolog:innen sind von der Sache her eigentlich sehr sympathische Menschen, sind sie doch täglich auf dem Schirm oder unsichtbar in den Radio-Nachrichten und in der gedruckten Presse mit eigener Rubrik präsent. Ich gehe sogar soweit, zu sagen, dass ich die Wetter-App auf meinem Handy genauso oft bemühe wie ich meinen täglichen Zahnputz brauche, nämlich oft.
Heute früh (nach der Zahnputzrotor-Benutzung, also so ein Elektro-/Akku-Kreiselgerät – einfach unverzichtbar), der Blick auf die vom Deutschen Wetterdienst herausgegebenen Nachrichten, die Folgendes sagten: Mittlere Windwarnung, Wolken und Regen, heute, morgen, übermorgen, dafür keine Minusgrade. Merkt Ihr etwas? Die lassen den Winter einfach links liegen. Könnte es nicht einmal so sein, dass wir den Hinweis erhalten „Achtung, mit Schneewehen ist zu rechnen, Autofahrer bitte Schneeketten parat halten“? Naja, nicht, dass wir in Berlin das tatsächlich brauchen, aber wenigstens könnte uns der fiktive Winter suggeriert werden. Eislaufen, Schlittenfahren natura, nicht Hallen-Retorte; ich erzähle das gelegentlich meinen Enkeln. Die gucken immer mit großen Augen und sagen mir fast tröstend: „Opa, wir sind doch eine Woche in den Winterferien und fahren Ski.“ Ah, ja, hatte ich fast vergessen. Die haben`s gut, ich muss damit warten bis Anfang März. Dann aber.
Vorerst habe ich mit dem ganzen Kram der Computer-Arbeiten zu tun, die täglich auf meinem Schreibtisch liegen. Es gibt kaum noch etwas, was persönlich, brieflich oder telefonisch erledigt werden kann. „Sie rufen außerhalb unser Erreichbarkeitszeiten an. Bitte kontaktieren Sie unsere E-Mail-Adresse….bla, bla, bla. Bitte Benutzernamen, Passwort und Kundennummer mitteilen. Wenn ich das lese, ballt sich meine Faust in der Hosentasche und ich knirsche mit den Zähnen, zwischen denen ein Wutlaut entweicht. Kundendienst? Ach, was? „Nennen Sie uns nur Ihre KtoNr., verstehen Sie, wir arbeiten nur noch gegen Vorkasse.“ Ja, denkste, nicht von mir.
Ihr seht, auf nichts mehr ist Verlass, weder auf den Winter, noch auf schnelle Hilfe im Eventualfall. Und das Wetter, reine Glückssache? Warum nicht. Wir hatten es heute. Schneefrei war es, nass schon, aber nicht glitschig und Schneeglöckchen-/ Winterling-Blümchen melden sich bereits. Es sind die ersten Anzeichen von Frühling, nur aufpassen, es sind Hahnenfußgewächse, demnach giftig und nicht Tee geeignet. Wir Ihr merkt, bin ich schon beim Laufen. Wie immer beim Start am Mommsen gibt es eigentlich nur fünf Wege, die auf unterschiedliche Richtungen verweisen. Nur, man kann sie variieren. Und das taten wir heute zum wiederholten Male, nein, besser, wie jedes Mal, demnach immer mit Abwechslung.
Es gibt immer Möglichkeiten, die eine oder andere Schneise, einen Weg oder Pfad zu nehmen, um meist einen anderen Eindruck zu erhalten. Heute allerdings musste der geplante Weg an einigen Stellen geändert werden, denn im Grunewald ist seit geraumer Zeit erneut Holzauktion. Da wird ordentlich rangeklotzt. Auf die Kiefern hat man es abgesehen. Damit aus dem Nadel- ein Mischwald wird. Gut und schön, unser Wald wird durchsichtiger. Wir liefen Richtung Teufelssee, längs am Wasser und hoch zur Havelchaussee, dann darüber hinweg und einen Pfad nach rechts zur Peninsula Schildhorn, die wir allerdings nicht nahmen, sondern uns bei der British Secondar-School in die Büsche schlugen. Ein kleiner, feiner Weg in Cross-Geländeform führte uns zur Alten Poststr., die nur ein kurzes Stück in unserem Repertoire darstellte. Über die sogenannte Bienenwiese ging es hoch in die Hügel kurz vor dem Rupenhorn-Waldweg und von dort im Zickzack nach Hause.
Und nun soll noch jemand etwas sagen zum Laufwetter, hä? Da kam nix, denn es blieb trocken, also brauchten wir auf keinerlei W-Aussichten Rücksichten nehmen. Uns reichten die 13 km und waren bei 140 Höhenmetern gut bedient, einschließlich der immer wieder genialen Duschmöglichkeit vor Ort.
Donnerstag geht es nach längerer Zeit wieder einmal nach Kladow. Ab 9:00 Uhr pünktlich Pier Wannsee. Bitte merken, der Dampfer legt auf die Sekunde genau ab.
Horst
Re: Hotti
Verfasst: 03.02.2023, 21:48
von Hotti
Zweifel oder viele Möglichkeiten zur Erkenntnis zu gelangen
Ich weiß nicht wie es kommt, gestern war noch Sonntag und heute haben wir bereits Freitag. Deshalb raffte ich mich endlich dazu auf, meinen voll belegten Schreibtisch wenigstens im Ansatz etwas überschaubarer zu machen. Dass es dazu einer vorher festgelegten Strategie bedarf, war mir nicht unbedingt klar, schließlich bin ich fernab jeglichen Geschäftsbetriebes, und ein Militarist bin ich auf keinen Fall. Zusätzlich kommt, dass mir ein zielgerichtetes Handeln, mit Ausnahmen, über die Jahre inzwischen abhandengekommen ist. Und genau da hat es mich heute Morgen erwischt. Dieses verdammte Springen und Rasen des Kalenders muss ein Ende haben, sagte ich mir.
Wo fangen wir an? Der Einstieg war schon richtig: Schreibtisch. Sortieren, Stapel bilden, ordnen, Kalender studieren, halt, da haben wir es. Der Kalender ist es, er ist schuld, nämlich übervoll. Ich gucke rauf, runter, quer und schräg. Es ändert sich nichts, es bleibt voll. An jedem Tag gibt es einen, manchmal zwei Einträge. Termine, klar, die müssen sein und eingehalten werden. Einkäufe, lebens-notwendig, Haushalt – lästig, aber nötig, Informationen (Bildung) unbedingt, Besuche, immer gerne, Kultur….einfach alles! Und jetzt kommt der eigentliche Zeitklau – das ist der wahre Grund des schnellen Zeitverfalls: Sport – Laufen - Di, Do, So, dreimal in der Woche, schon ist sie wieder rum. Endlich bin ich auf den gesuchten Trichter gekommen. Ganz auf die synonyme Art. Bin ich froh, nicht mehr im Ungewissen zu sein.
So habe ich, Gott sei Dank, den weiteren Antrieb, in dieser Gazette weiterzuschreiben, ohne dass ich mir weiter die quälende Frage des schnellen Zeitablaufs vor Augen halte, um damit vielleicht zu liebäugeln, es sein zu lassen. Die Erkenntnis daraus ist nun wieder vielschichtig: Ohne Laufen auskommen, könnte gehen, mal vorsichtig im Konjunktiv vermerkt. Darüber zu schreiben hieße für mich, Lücken in Kauf nehmen, doch wo bliebe die Chronologie? Wird sie nicht eingehalten oder gibt es nichts mehr zu sagen, ist alles für die Katz. In der Konsequenz folgt jetzt daraus, einiges im Kalender zu streichen. Dem Schreibtisch ist es wurscht, ob er voll oder unordentlich ist, bis zur nächsten oder übernächsten Woche hält er seiner Mehrbelastung stand. Gehöre ich nun zu den Verkommenen, Verlotterten? Denkt dran, ich bin und bleibe Läufer und muss damit zurechtkommen.
Und meistens weiß ich, wo`s lang geht. Gestern, am Do-tag stand nach langer Zeit Kladow auf dem Programm, wo das nicht der Fall war. GG, unser Guter Gert, hatte einen einfallsreichen Kurs gewählt, den wir alle bei den vielen Biegungen im Nachhinein nicht hätten nachzeichnen können, aber die Polaruhr mit dem entsprechenden Aufzeichnungsmodus macht das schon. Da wir immer wieder zum Ausgangspunkt zurückmüssen, blieb nur eine Runde übrig, die auch noch als Rechteck verlief. Wäre der Glienicker See nicht mit einer Hälfte Berlin und einer Hälfte Brandenburg gewesen, wer weiß, wo wir gelandet wären?
Es war ein sehr geruhsamer Lauf mit vielen Pausen, und das war gut so. Fast bin ich geneigt, Genusslauf zu sagen. Nehmen wir die trotzdem gelaufenen 12 km, so ist das durchaus respektabel, weil ja vorausschauend nichts auf dem Spiel steht. Die beglückende Tatsache kommt noch dazu: Ohne Wettkampf geht es immer. Selbst Kekse oder andere Schmankerln nebst Kaffee hinterher gehen unbeanstandet durch. Dass die fällige Boots-Rückfahrt nach Wannsee wie die Belohnung einer Leistung aussieht, ist verdientermaßen nur als gerecht anzusehen.
Wer nun meint, ich könnte wochenendlich mit meinem Latein in um und mit Leipzig *) fortfahren, ist auf dem Irrweg. Ausnahmsweise besuchen wir Schloss Derneburg, nur um eine Anselm Kiefer-Ausstellung zu besuchen. Nun könnt Ihr Nach-googeln.
Horst
*) Nur für diejenigen, die ein paar Internas kennen.
Re: Hotti
Verfasst: 03.02.2023, 21:51
von Hotti
Re: Hotti
Verfasst: 07.02.2023, 19:36
von Hotti
Die Suche nach dem verschwundenen (schwarzen) Handschuhpaar
Tage wie diesen, gereichen zum Nachdenken, zur Freude, zur Besorgnis und wieder zur freundlichen Aufmunterung. Der Reihe nach. Fangen wir einmal am frühen Morgen an, der, kaum hatte man den Kopf aus dem Fenster gesteckt (Lüften muss sein!), sich mit kräftigen Minusgraden bemerkbar gemacht. Huch, dachte ich, warm anziehen heute, nun hast du den von dir so gewünschten Winter. Ein Blick auf die Wetter-App bestätigte, kalt, aber sonnig. Ein Hauch von Schnee dazu, boah, es konnte nicht schöner sein: Kalt, trocken, sonnig mit leicht ansteigenden Temperaturen um die null Grad, fester, von oben weiß bestreuter Untergrund und mit uns, die Lust zum Laufen, juhu.
Bei diesen nahezu glänzenden Voraussetzungen alleine zu laufen, kommt niemand in den Sinn, zumal dienstags Gruppenpflicht besteht. Die Mini-Gruppe begab sich aufgrund meiner Empfehlung in die Richtung des Teufelsberges, den wir leicht von der Nordost-Flanke angingen. Um nicht die Steigeisen zu bemühen, bogen wir weit vor der Gipfelhöhe nach Westen ab und nahmen den Rodelauslauf ins Visier. Schneebedeckt sieht das alles zauberhaft aus. Und siehe da, ein Vater plus Kind und Schlitten gaben sich dem Vergnügen hin, den Hügel unter die Schlittenkufen zu nehmen. Wir dagegen mussten aufpassen, nicht auf allen Vieren zu landen, denn die Trittfestigkeit war ziemlich vage.
Die bekannten Wege im winterlichen Kleid zu erleben, löst eine gänzlich andere Stimmung aus. Jedenfalls merkten wir gar nicht, dass wir -vorbei am Teufelssee – kräftige Anstiege parallel zum „Schweinepfad“ bewältigten. Das war ein forderndes Auf und Ab. Nach dem dritten Hügel wurde die Puste soweit bemüht, dass wir oben angekommen erst mal einen Stopp einlegten. Sollte eigentlich nicht sein, aber wat mutt, dat mutt. Dabei gab Gert die bemerkenswerteste Nachricht des Tages von sich: „Ich habe meine Handschuhe verloren.“ „Wo denn?“, kam von uns gleich die Rückfrage. „Na, auf dem bisherigen Weg.“ Ohne langes Zögern kam die Entscheidung, die bisher gelaufene Strecke zurückzulaufen, denn schwarze Handschuhe auf weißem Grund gehen nicht verloren, sie werden wiedergefunden. Basta.
Und just in dem Moment hörten wir Rufe von Cornelia, die uns beim Start zeitlich verfehlt hatte (um nicht zu sagen, zu spät gekommen). Wie sie die Situation erlebt hat, hörte sich im Originaltext so an:
„Zwischen km 3 und 4 habe ich, auf dem Schildhornweg laufend, in weiter Ferne Rotkäppchen Gert und Blaujacke Marita erspäht und einzuholen versucht. Meine Rufe verhallten ungehört und die zielstrebige flotte Truppe hat natürlich nie nach hinten, sondern nur nach vorn (löbliche Einstellung positiv denkender Best-Ager) geguckt, bis Gert schlussendlich auf mich aufmerksam wurde, in der Hoffnung, ich verfolge Euch mit seinen (!) Handschuhen. Den Zahn musste ihm leider ziehen.“
Zehn Augen sehen mehr als acht, die wir jetzt waren. Wir liefen soweit, wo sich die vermeintliche Stelle des Handschuhverlustes befunden haben könnte. Nichts tat sich, unsere Spähaugen sahen und fanden nichts. Insofern ergab sich für uns statt des eindimensionalen Eindrucks der Strecke nunmehr ein zweidimensionaler, deshalb war das fast egal wo und wie wir laufen, es kamen km zustande. Zudem kam die schwankende Erkenntnis, dass der sichere Eindruck des Verlustes in Wirklichkeit gar nicht eingetreten ist. Gert beteuerte indes das tatsächliche Verlieren der Handwärmer. Er verabschiedete sich von uns, lief zurück, während wir noch eine Runde um die Kiesgrube, Forsthaus dranhängten. Ein paar km bei diesem Traumwetter mussten sein, ehe wir unter die wohlverdiente Dusche springen konnten. 12,4 km.
Und jetzt kommt der Brüller: Gert frisch geduscht und frisiert, warf mal schmissig ein, die Handschuhe hätten sich in einer Jackentasche seiner Kutte angefunden, wohlbewahrt im Kofferraum seines Autos.
Die Quintessenz dieser Geschichte ist auch noch schön: Hätten wir die Handschuhsuche nicht aufgenommen, wäre uns Cornelia auf der Suche nach uns durch die Lappen gegangen. Ihren Lauf bis zum Nirwana hätten wir allerdings ebensowenig hingenommen, wie wir jetzt den vermeintlichen Verlust der schwarzen Handschuhe nicht hinnehmen mussten. Übrigens: Die Handschuhe müssen jetzt vergoldet werden.
Nun soll noch jemand sagen, Laufen ist langweilig.
Horst
P.S. Es folgen im Nachgang noch zwei Streckendiagramme. Einmal die von uns mit Hin und Rück des Suchens. Das ist der spitze Schniepel, ansonsten die Runde. Das so schön colorierte Diagramm stammt von Cornelia auf der Suche nach uns.
Haha, suchet und ihr werdet finden. Klappte irgendwie.
Re: Hotti
Verfasst: 07.02.2023, 19:45
von Hotti
Re: Hotti
Verfasst: 09.02.2023, 18:15
von Hotti
Mal raus aus Berlin
Wer jetzt denkt, da kommt eine schmissige Geschichte, ha, Irrtum. Geschichten beginnen mit dem Anfang. Bei mir geht es heute eher ans Ende und dann, schaun mer mal. Also, erst einmal muss ich mir jetzt einen Kaffee machen. So einen aus der Tüte, nicht instant, köstlich frisch gemahlen und, Ihr glaubt es kaum, von Starbuck, Marke House Blend, jetzt die Steigerung: von Marita. Sie ist die Kaffeekönigin des Tages. Dank ihr, kann ich jetzt hier an der Tippse sitzen, denn die von Marita mitgegebene Kaffeepulverspende, nunmehr trinkbar veredelt, ist - locker gesagt - die Krönung des auslaufenden Vormittags.
Welcher Tag heute ist, wissen alle, selbst die, die nicht auf das Kalenderblatt schauen. Astrein ein Do-Tag mit Glanz und Gloria, obwohl ……später.
Unser Date um 9:30 Uhr am noch stillgelegten S-Bhf. Gartenfeld (steht vor der Reaktivierung – nur wann?). Es ist der Endbahnhof der ehemaligen Siemensbahn – noch träumt er vor sich hin. Seitlich von ihm verlaufen der Saatwinkler Damm und der Alte-Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal. Gleich nebendran kann geparkt werden. Taten wir. Jungfernheide war verabredet, jedoch nicht der Volkspark, sondern der eher nicht bekannte Teil an der Havel-/Spree-Spitze Haselhorst. Unser Lauf folgte dem Kanal, der einen schönen Bogen durch das zu Siemensstadt gehörige Gartenfeld schlägt und kurz vor dem Zusammenfluss von Spree und Havel auf den Hohenzollernkanal stößt. Wir aber liefen beim sonnigen Schein weiter zum „Delta“ der beiden Berliner Flüsse. Das war bei klarer Sicht ein Panorama „wie verreist“ und nicht von hier. Ganz umsonst (ugs.), demnach ohne Bezahlung, hatten wir den Blick auf Maien- und Valentinswerder. Geheimtipp für Rollator-Wanderer.
Da es an der Uferspitze keine Möglichkeiten zum Übersetzen gab, machten wir eine Kehrtwende und liefen durch das Gartenviertel Kol. Haveleck, um über den Saatwinkler Steg das Spandauer Terrain zu verlassen. Diese Fußgängerbrücke öffnete nachfolgend völlig neue Aspekte, die wir als Trabergruppe bisher noch nicht kennengelernt hatten. Wunderbar verlief der Uferweg mit Blick auf die Eilande BAUMWERDER und REISWERDER, und allein die sichtbare Insel Scharfenberg (sie umfasst bei 1 km Länge immerhin 20,2 Hektar) ist bekannt durch die Schulfarm und durch das nahegelegene Freibad Tegelsee. Und weil es – wirklich!! – so schön war, durften wir diesen sich eigentlich bis zur Tegeler See-Promenade hinziehenden Weg (mit Ausnahme des dazwischenliegenden Wasserwerks) leider nicht bis zum Ende laufen, weil sonst fast ein Halbmarathon herausgekommen wäre.
Wir wechselten ein kurzes Stück auf die Bernauer Str., um dann gleich in den mit „Jungfernheide“ bezeichneten Wald einzutreten. Irgendwie war der mir noch aus der Kinder- und Jugendzeit vertraut, denn als geborener und ausgebildeter Reinickendorfer führten mich frühere Fahrradjahre im Sommer oft an den vorhin durcheilten Strandabschnitt Saatwinkel. Nun aber Wald. Der war recht urwüchsig, weil wenig begangen. Nur ein Hundeausführer und seine ihm anvertraute Schar wenig freundlich gesonnener Exemplare vermiesten uns das muntere Vorbeikommen. Vorsichtig schlichen wir aufs Geradewohl vorbei, einfach in die Himmelsrichtung, die dem Zielort „südwärts“ entsprach.
Als wir der noch immer bestehenden Umzäunung des Ex-Flughafens Tegel näherkamen, war klar, wo wir uns befanden. Nur noch drumherum, an einem vermeintlichen Schießplatz (jetzt Bundeswehr) vorbei und die zwei Brücken über die Kanäle überquert, bogen wir in den Saatwinkler Damm ein. Geschafft. 12,5 km, na, bitte, wer hätte das gedacht?
Der Parkplatz, gut fürs Auto, nicht für einen Kaffee hinterher. Der Verkehr bestätigte schon hier, es ist kein Feiertag. Endlose Schlangen. Darum war trotz Freude des Tages, diese aufgehoben für zuhause. Wie gesagt, mit dem Kaffee verstärkt. Soeben beendet. Danke nochmals der edlen Spenderin. Es wäre alles in allem eine runde Sache gewesen, wenn die Rückfahrt mit dem Auto nicht zu einer Odyssee für uns Zugereiste geworden wäre. Baustellen, Absperrungen, Umleitungen, Staus, Verstopfungen, alles, was der Mobilität in Berlin den „besonderen Reiz“ verschafft (auch ohne angeklebte Personen auf dem Asphalt). Kotz, brech….
Das hat man nun davon: Raus und doch nicht raus aus Berlin. Das für uns läuferisch so gut wie fremde Gebiet, bot Eindrücke der neuen Art, das Wiedereintauchen in die Drangsale des Berliner Straßenverkehrs hingegen bewies, wie unsinnig es ist, den Stadtverkehr vierrädrig bezwingen zu wollen. Nun ja, S-Bhf. Gartenfeld wartet auf seine Betriebsfähigkeit.
Horst
Re: Hotti
Verfasst: 09.02.2023, 18:24
von Hotti
Re: Hotti
Verfasst: 14.02.2023, 21:53
von Hotti
Naht der Frühling?
Unzählige Menschen in unseren Breitengraden sehnen ihn herbei oder haben sich zeitweise örtlich bereits verändert in südlichere Gefilde, die eine Mindest-Temperatur (20 ° +) in der nach oben offenen Grillgrenze von 20° C vorweisen können. Dafür ist nichts zu teuer. Bei den Fliegerpreisen wurde ebenso prozentual nachgelegt wie bei den Brotpreisen (> 50%, oft darüber). Macht ja nichts, weniger Brot essen, dafür mit dem Flieger in Zonen abdriften, die schon im März Ganzkörperbräune garantieren. Igitt, ich gehöre nicht dazu. Noch erfreue ich mich an den bewegten Bildern aus Oberhof, wo zumindest eine solide Schneedecke zur rechten Zeit vom Himmel fiel, um die Biathlon-WM ohne Kunstschnee durchzuführen. Bis zum Ende der Veranstaltung am kommenden Wochenende wird das ausreichen, obwohl heute in Anbetracht der wieder angestiegenen Grade die Ski-Schützen:innen im Matsch-Schnee Schwerstarbeit leisten mussten.
Ich bleibe weiterhin ein Vierjahreszeiten-Mensch. Der Wechsel Winter/Frühling steht bekanntlich am 20. März heran. Bis dahin möchte ich -unbedingt – Winter haben. Das steht mir zu! Weil - ich kann nicht anders - demnach muss ich zwangsläufig Skifahren ab 03. März. Und nun soll niemand kommen und mir sagen, hej, denke mal an die Umwelt. Antwort: Tue ich sekündlich, selbst im Schlaf. Genügt das? Nee, aber im Ernst, wir nehmen den Bus von Haus zu Haus mit 28 anderen Leuten. Das geht doch wohl in Ordnung oder hätten wir besser doch das Fahrrad bis in die Westalpen (Frankreich) nehmen sollen? Ihr seht, der Text-Schlenker soll nur darauf aufmerksam machen, dass noch immer Winter ist und das vorzeitige Sehnen nach dem Frühling etwas beiseitegeschoben werden sollte.
Was machen wir also in dieser Zwitterzeit Winter/Frühling? Diese Frage in unserem Läufer:innenkreis zu stellen ist wahrlich überflüssig. Wir nehmen die jeweiligen Tage so, wie sie kommen und - jawohl – gehen auf unsere Pisten, selbst wenn kein Schnee liegt. Wobei festgelegte Strecken bei oder mit mir nicht die Regel sind. Ich liebe es stets, jeden Lauf-Tag immer wieder mit abweichenden Routen zu „beglücken“, ja, es ist manchmal dem völligen Zufall zu überlassen, wohin wir laufen. Fest steht jedoch immer, dass natürlich auf die unbeschadete Rückkehr zum Ausgangsort unter Berücksichtigung eines jeweiligen Zeitlimits und auch auf die Länge des Kurses Rücksicht genommen wird. Bisher hat das immer sehr gut geklappt, denn der läuferische Seelenfrieden hat noch niemals gelitten. Dankeschön an alle Begleiter:innen.
Die spannende Frage nun, was stand denn heute auf dem Programm. Ha, es gab keins. Ich stellte nur die Überlegung an, mich und Begleiter:innen einmal zur „Ruh“ zu begeben. Ruhleben kennen alle, aber die Kolonien um den Ruhwaldpark und ihn selbst samt einem „Schlösschen“ kennen nur eingeborene Charlottenburger. Einen hatten wir unter uns. Gert kannte in Kindertagen alles – das war ja? – genau, früher im vorigen JAHRHUNDERT. Nun, wie ich, im Greisenalter angekommen, sieht alles anders aus. Also war die Laufroute nur von der Himmelsrichtung vorgegeben, in der Hoffnung, jeweils irgendwo einen Schlupf zu finden, der uns in die beabsichtigte Richtung bringt. Das funktionierte einigermaßen, dennoch, Grenzen wurden uns gesetzt. Da war ein Zaun, den es einstmals nicht gab. Die ursprüngliche Schranke ist wohl schon vor 30 Jahren in der Versenkung verschwunden. Kein Durchkommen, weil sogar der ICE vorbeirauscht. Somit war auch die sichtbare Spree, die wir allesamt kennen und lieben, nicht mit unserer Anwesenheit beehrt.
Vor unserem Start wurde gebeten, von einer ausschweifenden Runde abzusehen („um 11.30 Uhr lädt Wolfgang P. , allseits bekannt als „der Gänsebratenverdau-betraute Weihnachtsmann“ , zu seinem persönlichen Jahreszahlwechsel (von 82 nach 83) ein). Claro, das lässt sich niemand entgehen. Also war der Lauf heute auf bescheidene 10,3 km begrenzt. Und wie das nun in der Praxis abgelaufen ist, könnte ich nur kryptisch beschreiben, insofern ist die später folgende Aufzeichnung bestimmt der bessere Hinweis für Anregungen, die jederzeit ergänzt, erweitert oder verändert werden können, denn unser Berlin hat unzählige Liegenschaften, die in Erinnerung gerufen oder erneut besucht werden sollten.
Horst
P.S. Und zu Wolfgangs Fete, wo sogar im Chor gesungen wurde, fand sich eine suppengeneigte, Schmalzstullen-affine und Mandelsplitterkuchen-selige Gratulanten-Schar ein, die im Mommsen am liebsten übernachtet hätte. So schön war`s dank dem Spender, der noch zwei Jahre warten muss, ehe er sich Profi-Senior (85) nennen darf.
Re: Hotti
Verfasst: 14.02.2023, 22:34
von Hotti
Re: Hotti
Verfasst: 16.02.2023, 19:11
von Hotti
Das besondere Emoji:
Bin gespannt, wer dazu etwas schreibt. Ich muss frohen Herzens bis Sonntagabend anderswo
richtig arbeiten.
Horst