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Re: Hotti

Verfasst: 11.12.2021, 20:08
von Hotti
Der Drang, an Wettkämpfen teilzunehmen

Liebe Hübianer*innen,

keine Angst, euch wird keine lange Story übergeholfen, nur ein paar Anmerkungen zu

• virtuellen, angekündigten oder abgesagten Läufen.

Dass nun, leider, leider, aber auch verständlicherweise lange geplante Laufteilnahmen den Bach runtergehen, weil es Mutanten begründete Verbotsregelungen zu beachten gilt, dürfte wohl kaum ausreichen, einen Marsch mit Protesttransparenten durch zentral gelegene Laubenkolonien anzuzetteln. Überhaupt, das stinkt einen doch, dieses ewige Nörgeln (Verletzungen der Freiheitsrechte, Einschränkungen der Versammlungsfreiheit) und schließlich von nicht unerheblicher Anzahl, Impfverweigerung bis hin zur Corona-Leugnung. Mein Gott, klage ich ihm, wo haben die Leute ihren Grips gelassen?

Kurz: Abgesagte Läufe sind nur verschoben, die kommen wieder. Virtuelle Läufe, eine listige Neuerfindung, mögen ja bezüglich des schnöden Mammons wegen für die Veranstalter, die ja eigentlich gar nichts veranstalten, sondern nur verwalten, durchaus legitim sein, aber Wettkämpfe sind das nun mal nicht. Jeder private Trainingslauf mit Blick auf die Lauf-Uhr bringt den gleichen Effekt. Ja, aber die fehlende Medaille?! Nun aber, das ist doch Pippifax. Ich habe ca. 150 dieser Staubfänger in hinterster Ecke meines Heizungskellers deponiert. In wenigen Jahren landen die in der Verschrottung, wer will diesen Krempel später? Läufe, immer wieder: Ja, aber solange die Pandemie nicht besiegt ist, keine massenhaften Wettkämpfe. Einzelläufe oder wie bei uns, Laufen um der Freude wegen in kleinen Gruppen unter Beachtung der Hygienemaßnahmen und natürlich, bitteschön, geimpft, geboostert und geläutert (so kann 3G auch lauten), allzu gerne.

Horst

Re: Hotti

Verfasst: 27.12.2021, 23:51
von Hotti
Vorbescherung

Wenn am 24. Dezember der Weihnachtsmann, das Christkind oder niemand vor der Tür stehen, ist das nicht verwunderlich, sondern normal. Anders wäre es, die genannten Herrschaften kämen zu früh, zu spät oder gar nicht, na, aber hallo! Das geht wohl nicht. Bei Niemand ist`s eh wurscht, es kümmert nicht. Nun ist das Datum passè, die Aussicht auf Neues steht unmittelbar vor der Tür. Ehe das passiert, drückt mich dann doch die (fast) vergessene läuferische Chronik Stunden vor dem Fest.

Hier ist sie:

Es begab sich aber zu der Zeit……. keine 24 Stunden vor dem noch immer bewegenden Geburtsereignis von vor 2021 Jahren, dass eingedenk dieser Tatsache, Laufen genau das Richtige wäre, dies am 23. Dezember zu tun. Diesen Einfall hatten nicht viele. Leider nur fünf. Die anderen, verhindert, versäumt, vergessen (3 x V), brauchen nichts zu fürchten, die Laufpflicht findet keine Mehrheit. Jedoch, und jetzt komme ich zu einem echten Scharfmacher, wer die ausgedachte Tour an jenem bewussten Donnerstag (also am 23.12.) nicht mitgemacht hat, muss den gespannten Kindern oder Enkeln eingestehen, Märchenstunde nach der Bescherung fällt aus. Ist wohl logisch, wer nichts erlebt, wird kaum soviel Esprit versprühen, wie wenn begeisternde, züngelnde, ja, abenteuerliche Begebenheiten zu Geschichten geformt werden können. Drum will ich einmal der Märchenonkel sein:

Weltkulturerbe kennt wohl jeder. Zu einem, wenngleich viele Objekte gleichzeitig darin enthalten sind, führte die Spur. Es fing ganz harmlos an. Treffpunkt 9.30 Uhr, 500 m vor Schloss Glienicke auf der rechten und gleichzeitig 500 m vor dem Jagdschloss Glienicke auf der linken Fahrbahnseite der Königstraße von Berlin kommend und noch zu Berlin zählend. Nun soll niemand glauben, dies wäre ein Spaziergang, obwohl es gleich von Anfang an steigend zuging. Sagen wir, 700 m waren`s, da kam das erste Aaah. Loggia Alexandra. Dieser kleine Bau im Stil der florentinischen Frührenaissance mit herrlichem Blick in der Sichtachse zum Babelsberger Schloss und entfernter, verschleiert das Zentrum Potsdams, ist ein Kleinod und wenig bekannt. Die Fresken bräuchten Zeit zum Angucken. Die Loggia bildet die Spitze Böttcherbergs und deshalb kam nach Umrundung des kleinen Klinkergebäudes, das an der vorderen Seite mit Glastüren wohlverschlossen ist, ein bergab, rodelgeeignetes, wenn denn Schnee, Geläuf in Betracht, das richtig Spaß machte. Mit leichten Windungen verläuft der Pfad nach Klein-Glienicke, ein winziger Ort, schon zu Potsdam gehörig, stets jedoch abseits gelegen, wie noch heute.

Eine Schlüsselstellung gibt es: Die Park-Brücke am Auslauf des Griebnitzsees in die Havel, der sich Glienicker Lanke nennt. Wer hier drüber geht oder wie wir, läuft, erreicht ein Paradies. Der Garten des Schlosses Babelsberg. Zu DDR-Zeiten noch im Zustand der Agonie, kurz vor dem Zusammenbruch, erstrahlt heute nach langjähriger Restauration in derartiger Weise, dass ein MUSS eingeplant sein sollte, alles kennenzulernen. Wir aber, schnur-stracks unterwegs, wählten die Außenumrundung des Parks. Die am Rande des Parks liegenden zweckmäßig-hässlichen Uni-Bauten würdigten wir keines Blickes, denn das ansteigende und abfallende, weitläufige Gelände forderte vielmehr Aufmerksamkeit. Wir orientierten uns in Richtung HBf Potsdam, genau dorthin, wo der legendäre Annalena-Marathon Anfang Juni sein Startdebüt gab.

Der Lauf dorthin ist nicht mehr Park, aber langhin wasserwärts unter der Nuthe-Schnellstraße hindurch. In Sichtweite des Bahnhofs machten wir die Kehre und nun wieder rein in den Park. Da steht er nun, der fantastische Flatowturm, zwar noch nicht uralt (1853 – 56), wohl ein Aussichtsturm mit 46 m Höhe im Neugotischen Stil und nur zu repräsentativen genutztes Objekt, in Zeiten Kaiser Wilhelms I. Wer mal oben war, wird die Schönheit des Ausblicks nicht vergessen (im Winter geschlossen). Gleich gings weiter, wir liefen vorbei am Seemannsheim, sahen die Gerichtslaube. Zu beiden ließe sich viel sagen. Dann der „echte Garten“ mit Siegessäule, Marstall und kleinem Schloss, von Rosengarten und -laube ganz zu schweigen. Und nun „Grand Plaisir“ das Schloss selbst. In Neugotik ganz im englischen Tudorstil 1833 für den Kronprinzen und späteren Kaiser Wilhelm I. als Sommerresidenz erbaut, hat seine einmalige Gestaltung und Lage am Tiefen See, genau vis-á-vis der Glienicker Brücke, bis in die heutige Zeit bewahrt. Karl Friedrich Schinkel, das Universalgenie und sein Schüler Ludwig Persius, der Architekt der Sacrower Heilandskirche, sowie Johann Strack, die Architekten, lassen grüßen. Abschließend der Ausblick auf die Agentenbrücke. Das ist einfach grandios, dieses Postkartenidyll. Glatt könnte ich schwärmen vor lauter Verzückung, schon weil die fast jahrzehntelange, behutsame Sanierung und Restaurierung, ich möchte sagen, klassisches Erleben gebracht hat.

Das alles im Lauftempo, nur mit gelegentlichen Stopps. Abwärts ging es am Maschinenhaus vorbei zurück über die Brücke, heimlich von der Seite durch einen kleinen, offiziellen „Verschlag“ rein in den Pückler-Jagd-Schlosspark Glienicke. Den zu durchqueren kostet nur Minuten, nun unter der eben genannten Zugangsbrücke nach Potsdam hindurch bis zum Hirschtor (übrigens Wendepunkt beim Havellauf) am „richtigen“ Schloss Glienicke, das wir alle kennen. Doch wer weiß um die klassizistische Gartenkunst und wer kennt dieses Juwelstück der Potsdamer (obwohlauf Berliner Seite gelegen) Kulturlandschaft richtig? Ha, da fehlt`s - auch bei mir in Stücken.

Noch ein paar Schritte durch den Park am durchaus empfehlenswerten Schloss-Restaurant und Cafè vorbei bis zum Startpunkt am Wegweiser Loggia Alexandra. 12,5 km gehen schnell vorbei. Fünf Läuferinnen und Läufer wissen das.

Noch eine Weisheit zum Jahresausklang: Je mehr man weiß, umso mehr weiß man, dass man nichts weiß. Mir geht das ständig so.

Alles Gute zum Rüberrutschen 2021/2022 und, bitteschön, gesund bleiben!

Horst

Re: Hotti

Verfasst: 29.12.2021, 13:00
von Hotti
Sünden in der Jahresendzeit

Egal wieviel Stolle, Printen, Lebkuchen, Plätzchen oder anderen Süßkram ich esse, meine Laufschuhe passen immer noch!

Geheimtipp: Das Hüftgold kann in genau 26 ½ Tagen verschwunden sein. Merke: F d H.

Wer sagt`s denn, Sünde kann auch Liebe sein, oder wie war das? Und nicht vergessen: Selbst in Zeiten der Kümmernis, die Freude und das Lachen beibehalten, denn das ist das wahre Leben, was wieder Auftrieb verschafft.

Alles Liebe und Gute im Jahr des Tigers

Horst

Re: Hotti

Verfasst: 03.01.2022, 22:43
von Hotti
Altes und doch auf ein Neues

Nun ist es da, das Neue Jahr. Noch Anfang Dezember kam es erst ganz langsam heran, jedoch wurde die Zahl 2022 immer deutlicher, je kürzer der Abstand zum Jahresende wurde. Alle Gazetten landauf, landab, brachten Rückblicke, im Fernsehen und Rundfunk waren namhafte Politiker, ja auch *innen, manchmal sogar nur, zugange, um etwas fürs Gemüt zu sagen, Hoffnungen auszusprechen und die Verbundenheit in Zeiten der Corona-Pandemie, trotz oft räumlicher Trennung, zu erklären. Wir können damit in Momenten der Not umgehen und brauchen Alle gegenseitigen Beistand, Hilfe und den Glauben an Veränderungen, insbesondere an Gutes. Insofern ist das nicht nur ein Lippenbekenntnis, vielmehr ein soziales Grundgefühl aus dem und für den Kreis in unserem gemeinsamen Schicksalsbereich.

Fast ein großes Wort: Schicksalsbereich! Ist es nicht so, dass die tägliche Meldung über den Erkrankungszustand in unseren Breitengraden zum Ersten gehört, was wir allmorgentlich noch vor dem Frühstück zwangsläufig zur Kenntnis nehmen? Ich muss mir nicht vorstellen, wie jede einzelne Betroffenheit Auswirkungen auf die persönliche Konstitution hat. Das ist schon irgendwie vorgegeben vorhanden. Man fühlt mit und wünscht sich nur - verdammt noch mal - es möge absehbar ein Ende finden. Wunschdenken muss erlaubt sein.

Der Alltag hat uns, allen Hindernissen zum Trotz, eins, zwei, drei, wieder. Und „nach Regen scheint die Sonne, nach Weinen wird gelacht,…………wer hätte das gedacht?“

Die Freude auf Kommendes ist mindestens so schön wie der selbstgebackene Lieblingskuchen. Und da morgen früh der Lieblingskuchen noch warten muss, hat Ersteres Vorrang. Wer sagt`s denn? Dienstag ist Lauftag, die Schulferien sind vorbei, das Mommsenstadion ist geöffnet und die Waldrunden können gedreht werden. Auf, auf, Ihr „faulen Geister“, das noch frische Jahr braucht keine Schonzeit. Schlagt schon mal das Lauftagebuch auf, denkt an mögliche Wettbewerbe, plant die Lieblingsstrecken und Ferien/Urlaub nicht vergessen.
Ihr wisst, wie das 2021 und davor war: Am Schönsten ist es, wenn es vorbei ist. Nun ist noch alles vor uns - und eigentlich noch viel schöner, denn Sehnsucht lässt Träume zu. Ich wünsche 2022 viele davon.

Horst

Re: Hotti

Verfasst: 11.01.2022, 00:48
von Hotti
Schwarze Hand im Kofferraum

Bin ein bisschen spät dran. Gerade noch rechtzeitig, um die Schifffahrt nach Kladow anzutreten. Das setzt voraus, Fahrrad oder Auto an geeigneter Stelle gesichert abzustellen, dann Fußmarsch zum Wannseer Pier, ein verhaltenes Guten Morgen dem Fährmann. Das ist der, der die Taue fest- und wieder losmacht und die Verantwortung für die 20minütige Überfahrt gegenüber den Passagieren (wir sind ja auf See) trägt. Um 9.00 Uhr pünklichst geht es los. Im Laufe der Pandemie hat sich unser Donnerstags-Run so eingependelt, dass wir in 14tägigem Abstand das Berliner Festland verlassen, um auf der anderen Seite der seenartig verbreiterten Havel an der Imchenallee anlegen. Das einmännliche Empfangskomitee namens Gert nimmt unsere Gegenwart freudig zur Kenntnis und zaudert nicht lange, sondern ruft gleich zum Laufzeitvertreib Richtung Gatow auf. Gehorsam folgen wir ihm.

Waren wir ohnehin schon keine große Gruppe (max.7 -8), so dezimierte sich die Teilnehmerzahl auf bescheidene 5. Dafür gab es Grüße aus Florida und aus einem Renovierungshaus. Man sieht, die guten Vorsätze an Anfang des Jahres werden tunlichst umgesetzt. Ja, wo laufen sie denn?
Wir zumindest taten es, und zwar nicht zu knapp, längs des wunderschönen westlichen Havel-Uferweges, der allerdings nach ca. 3 km urplötzlich winterzeitlich versperrt war. Ein Weg führte durch Parzellengrundstücke, die wohl nur oberhalb der 10-15°C-Grenze bewohnt werden. Demnach irrten wir leicht planlos umher, bis der rettende Ausgang gefunden war. Vom Wasser genug, ging es in Feld und Flur, was in dieser wenig besuchten Ecke von Berlin etliche Reize verspricht. Die einzelnen Wege zu beschreiben ist wohl müßig, jedenfalls gelangten wir zum weiträumig umzäunten Militärgelände der Bundeswehr (ehemals Flugplatz Gatow) und zogen eine große Runde, ehe wir wieder havelabwärts strebten.

Das alles hört sich an, als wenn der Wanderclub „Flotte Möwe“ unterwegs wäre. Naja, geringfügig schneller waren wir schon, vor allem dann, wenn Steigungen kamen. Zugegebenermaßen war uns nicht danach, die schönen Landschaftseindrücke durch unnötige „Tempoverstärkungen“ zu unterdrücken. Als wir die 10km-Grenze lt. Laufuhr passiert hatten, war uns schon wohler, weil das Limit „over ten“ schon mal stand und noch der Schlusssprint offen war. Also ehrlich, der kam gar nicht, sondern gemütliches Auslaufen bis zur wirklich sehr schön gestalteten Uferpromenade an der Kladower Anlegestelle, wo der gastgebende Kladow-Einwohner Gert uns allen Gepäckaufbewahrung im Kofferraum seines vierrädrigen Gefährts zuteilwerden ließ. Oh, das habe ich aber schön gesagt…..

Mehr noch, Kaffee, Kekse, das ist Belohnung für getane Vormittagsarbeit. Flugs ging um 11.31 Uhr (letzter Aufruf) ging die Schiffsglocke. Es gab kein Pardon, rauf auf den Kahn, Winke, Winke und danke. Kaum zuhause angekommen, kam die Eilmeldung: Eine schwarze Hand liegt in meinem Kofferraum (Gert), wer hat sie liegenlassen? Großes Rätselraten, ich doch nicht, bei mir ist alles dran. Nu, wer war der Schelm/die Schelmin? Sind schon ermittlungsrelevante Untersuchungen eingeleitet?
Ich bitte sehr um Aufklärung.

Horst
(hatte wohl genau 13 km, oder ?)

Re: Hotti

Verfasst: 11.01.2022, 19:27
von Hotti
:lacher: Des Rätsels Lösung

Es gibt sie immer wieder, die munteren Sachen, um sich vor Freude ins Hemd zu weinen oder anders, ärgerlich zu denken, verdammt, wieder etwas liegengelassen, einfach vergessen. Wobei Vergessen überhaupt nichts Katastrophales auslöst, im Gegenteil, es ist ein Grund zum Wiedererscheinen am gleichen Ort. Und wenn es ein vorausgegangenes schönes Erlebnis war, umso mehr, nochmalige Freude. Also merken wir uns: Ruhig (absichtlich) etwas von der Garderobe, aus der Tasche oder sonst irgendein Utensil, was nicht sofort vermisst wird, liegen lassen, dann ist die Rückkehr zum Ort der "Vergesslichkeit" kein Drama, sondern löst (vielleicht) Freude oder sogar die Einladung zur Geselligkeit aus. Alles schon passiert, ohne die Klatschpresse jemals gelesen zu haben.

Wir jedenfalls, die Mitfühlenden im "Falle der Schwarzen Hand im Kofferraum", hatten Grund zum Schmunzeln. Der vermeintliche Finder und Mahner der eingetretenen Vergesslichkeit hat sich selbst ertappt. Der angepriesene schwarze Handschuh gehörte niemand anderes - ja, wirklich - als ihm selbst. Schade eigentlich, jetzt muss er sich selbst einladen und den Kaffee allein trinken, statt ein nettes Tete à Tete dazu.
:kaffee:
Wie das Leben eben spielt, mal so - mal so.

Horst

Re: Hotti

Verfasst: 13.01.2022, 18:25
von niehnedliw
Das schwarze "Etwas" , von dem hier die Rede ist, war ein schwarzer Handschuh. Gewebt aus Wollfäden und gedacht als Schutz vor Kälte beim Laufen im Winter.
Dieser eine Handschuh lag, nachdem sich die Mitläufer "auf die Fähre gemacht" hatten, im Kofferraum meines fahrbaren Untersatzes. Mir kam dieses Etwas unbekannt vor. Aber, es mußte doch sicher ein Gegenstück vorhanden sein !?
Ergo : Die Mitläufer wurden informiert. Keinem fehlte aber das gute Stück ! Na, dann ist es halt so.

Zuhause angekommen, nahm ich meine durchschwitzten Laufsachen aus meiner Nike-Sporttasche.
Und siehe da : Was lag denn dort ganz unten !
Richtig: Der zweite schwarze, jetzt gefundene, Handschuh paßte - wie der andere auch - in der Größe zu meiner Hand.
So ist es, wenn man vorschnell an die anderen denkt und nicht erst selber sucht !
Ich verspreche Besserung

Re: Hotti

Verfasst: 14.01.2022, 22:19
von Hotti
Dem Wald abtrünnig

Wenn`s dem Esel zu gut geht, dann begibt er sich auf`s Eis. Ist in diesem erneut warmen Winter zumindest in unseren Breitengraden leider gar nicht möglich. Und nach Schwimmen im vor der Haustür gelegenen See auch wieder nicht. 3 ° C sind zwar für Eisbader genau die richtige Temperatur, aber für Warmduscher, wie mich, igitt.

Ganz anders beim Laufen. Da gibt es kein Zaudern vor irgendwelchen Wetter-Kapriolen: „Heute mag es regnen, stürmen oder schnei`n“, den Geburtstagssong kennen mittlerweile alle; wird ja auch oft und gern gesungen. Den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen, au, au, das ist bedenklich. Spätesten dann, wenn diese Erkenntnis eintritt, erhebt sich die Frage: Ist noch alles in Ordnung? Nun mal ehrlich, wer hat diese Zweifel in der einen oder anderen Hinsicht nicht schon einmal bei sich selbst gehegt? Das Bemühen, sich stets um alles in der Welt zu kümmern, ist allerdings nicht gemeint. Gemessen an dem Informationsinhalt, der uns tagtäglich buchstäblich überschüttet, besser verschüttet, ist die Rückbesinnung in selektives oder eben nur noch Halbwissen, so wie es früher einmal war, auch nicht der wahre Bringer. Selige Zeiten der Unbildung? Was für unverdauliche Gedanken! Äh, wo wollte ich eigentlich hin?

Beim Wald waren wir. Also, woll`n ma sagen, „eh, mal weg von die Bäume“ im Wald, wo doch anderwärts auch sehr schöne Exemplare die CO²- verunreinigte Welt verbessern. Kurzum, diese Woche donnerstags raus aus dem Wald, rein in die Parkkette Dahlems. Und, es lohnt sich. Unser Führungsgespann Marion8 und Rainer wohnen dicht bei Dahlem. Kein Wunder, als Anrainer. Sogar Parkplätze in der Heiligendammer Str. gibt es - wenn man Glück hat. Vor längerer Zeit hatte unsere kleine Gruppe diese Parkquerungen schon einmal unternommen, jedoch kamen diesmal Varianten auf, die vor allem Eines verhießen: Wie geht es nun weiter? Nun, die intim Vertrauten wussten Bescheid. Uns Mitläufer*innen schwirrte der Kopf. Die Erklärung dafür bekamen wir erst später bei der Kontrolle der Satellitenaufzeichnung per Polar-App. Die Strecke, kaum zu beschreiben, sah nämlich aus wie ein stilisierter (ich lasse mal das Gendern) Läufer*), zwar ein bisschen abstrakt, doch bei gutem Willen erkennbar. Allein daran lässt sich bemessen, dass es äußerst interessant gewesen ist.

Dahlem ist nicht allein Promi- und Haute Volèe-Wohngebiet, das viel größere Revier nehmen die Domäne Dahlem, die Freie Universität (FU), dann natürlich die schönen (Achtung: gepflegten) Parks mit diversen Teichen und nicht zuletzt die kaum hör- und sichtbare U 3 (Kr.Lanke – Warschauer Brücke) ein. Der Botanische Garten ist ein bisschen weiter weg, gehört jedoch auch noch dazu. Dass die großen Museen in die Stadt gezogen sind, ist wohl weitgehend bekannt.

Wie konnte es nur sein, dass wir auf dieser Hin- und Her-, Vor- und Zurück-, schließlich noch Quertour auf 15 echte Lauf-km gekommen sind? Ich kann es nicht sagen, weil es umfangreiche Unterhaltung untereinander gab, da merkt man kaum, wie die Zeit vergeht und die Kalorien schwinden ohne jegliche Erschöpfung.

Belohnung: Muffins, eigens von der Nachbarin unseres Führungspaares gebacken, Kaffee obendrein. Meine Güte, uns geht es gut!! Dankeschön.

Horst
Bild
Screenshot: Marion

Re: Hotti

Verfasst: 16.01.2022, 16:48
von Hotti
Die Analyse

Guckt genau hin:

Eine seltene Streckenstatur, ein lang ausschreitendes und ein kürzeres, nach hinten geworfenes Sprint-Bein, in der Mitte, der bestimmende Finger (?), da, wo es langgeht und die Dominanz der zwei Ohren oder Augen symbolisieren gewissermaßen den bedenkenden Kopf, der im Realen für alles verantwortlich ist.

So jedenfalls kann eine Laufstrecke, abweichend von Rundkursen oder Hin- und Zurückläufen, aussehen. Allerdings für Rennen weniger geeignet, was alltäglichen Trainierern ziemlich egal sein dürfte.
Wie war das mit der Fantasie? Ohne sie wird`s ärmer in der Welt? Bestimmt!

Horst

Re: Hotti

Verfasst: 19.01.2022, 18:22
von Hotti
Vorankündigung

Morgen, am 20. Jänner (ja, ja, nur noch 345 Tage bis zum Jahreswechsel) gibt es spontan wieder einmal etwas ganz etwas Anderes. Treffpunkt Ostpreußendamm Nr. 36 in 12207 Berlin. Das ist Ecke Königsberger Str. Uhrzeit 09.30 MEZ. Dagmar ("Daggi") ist unsere Guide (es gibt kein Femininum und Führerin mag sie bestimmt so wenig wie ich). 15 km, long slow distance (LSD) für Geniesser*innen entlang des Teltowkanals ostwärts Richtung Insulaner, Südkreuz und zurück. Wer kommt, der kommt. Mal schauen, vielleicht ist einiges dabei, was erzählenswert ist.

Horst