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Hotti

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Re: Hotti

Beitragvon Hotti » 21.10.2022, 18:28

Im Westen nichts Neues - oder doch?

Wären wir Sangesfreudige, dann hätten wir intonieren müssen, „Jetzt fahr`n wir übern See, übern See, jetzt fahr`wir übern See“, hin nach Kladow geht die Fähre „Wannsee“ stündlich zur vollen Stunde und zurück jeweils 31 Minuten später. Gerne hätte ich an dieser Stelle den Noten- oder Violinschlüssel eingefügt, aber Sakra noch mal, finde den aber nicht unter der Rubrik „Einfügen“. Nun, es geht auch ohne, zumal ja nicht gesungen wurde. Die Freude jedoch, am gestrigen Tag, endlich wieder einmal im westlichsten Berliner Stadtteil Spandau/Kladow/Gatow zu laufen, war sichtlich vorhanden. Zwanzig Minuten braucht das Schiff von A nach B. 4 km sollen es sein, das ergibt einen Schnitt von 12 km/h, früher einmal ein lockeres Trainingstempo auf festem Boden. Da uns die göttliche Gabe „Übers Wasser laufen“ nicht gegeben wurde, sitzen wir, brav mit Maske versehen, in der Sitzbankreihe und nehmen vorüberfahrend die Ufergefilde des Wannsees wahr, schauen wasserseits auf das Strandbad Wannsee (die Strandkörbe sind bereits eingesammelt und deponiert) und zur linken Seite winken wir dem Flensburger Löwen zu. Wenig später und kurz vor der Anlandung kommt das Eiland Imchen heran, das sich zur kotbekleckerten und unter Naturschutz stehenden Kormoran - Kolonie entwickelt hat.

Sekunden danach macht das Schiff am Steg in Kladow fest, wir steigen aus, andere steigen ein. Da steht Gert und nimmt Rainer, Marion8, Kristina, Marita, Iki und Horst in Empfang. Kein Regen, leichter Wind, gutes Laufwetter. Rainer muss passen, hat ein Fußwehweh und die Träne im Knopfloch, langwierig, schade. Demnach 2-Männer-Randgruppe geführt von 4 Damen nach Weisung von Gert. Wir sind eine echte Lauf-Demokratie ohne jegliche Vorbehalte. Das sollte die Regel sein, selbstverständlich.

Nun, die Beschreibung, fällt mir schwer. Erst einmal Imchenallee nach Norden Richtung Gatow, einmal quer links über den Kladower Damm, rechte Hand das Krhs. Havelhöhe, links an der Steinhoff- Kaserne vorbei, ab in den Wald mit der Bezeichnung Gatower Heide und den Hellebergen. Ja, ja, Heide, von wegen flach, genau das Gegenteil, krauchende Anstiege und das Schöne, es geht auch wieder abwärts. Nichts anderes als wir es vom Grunewald her kennen. Der Unterschied jedoch ist merklich. Auf der gesamten Tour, die allerdings, ich sag`s jetzt schon, ziemlich kurz geschnitten war, kam uns nicht ein einziges Mal eine wandernde, pilzsammelnde oder sogar radfahrende Person entgegen. Nichts, rein gar nichts, nicht mal ein Fuchs. Einsam und still war es, wenn, ja wenn unsere Plappermäulchen nicht ständig in Bewegung gewesen wären. Das ist kein kritischer Negativ, sondern mehr zur Tatsache gelenkt, dass wir mehr und mehr in den Blumenpflückerbereich aufrücken, wo es gilt, die eine oder andere und manchmal auch noch die dritte oder vierte kleine Pause einzulegen. Ich finde das durchaus in Ordnung, nur nicht ganz so oft.

Ganz sicher war es ein wunderbarer Spaß, schon aus dem Gefühl heraus, dass niemand einem Zwang, einer Leistung oder dem Zeitdruck verpflichtet war. Als wir dem Wald den Rücken kehrten, stand das letzte Stück unseres Laufweges längs der Havel heran. Vom ehemaligen Gutshof, jetzt Gutspark Neukladow, in dem etliche kulturelle Veranstaltungen (Konzerte unterm Sternenhimmel, Lesungen, Vernissagen und Seminare) stattfinden, wieder zurück zur Imchenallee, wo wir in Gerts Auto unsere Wechselsachen untergebracht hatten.

Damit nun wenigstens 10 km aufgeschrieben werden konnten, war ein kleiner Schwenk an der Hafenmole notwendig. Dann erst zeigte mein Chronometer 10,3 km an. Dass dann der mitgebrachte Kuchen plus Kaffee verdient war, kann ich nicht unbedingt bestätigen. Ich lasse das als milde Nachsicht einfach mal so stehen.
Ob es nun wirklich Neues gab, blieb an diesem Tage offen. Dass Kladow im Südwesten von Berlin liegt, ist doch eine alte Kamelle. Aber schee war`s allemal.

Horst
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Re: Hotti

Beitragvon Hotti » 04.11.2022, 17:02

Wenn die bunten Blätter rascheln

Die Jahreszeiten, sie kommen und gehen, wie schon immer in der sich drehenden Welt. Nichts ist von ewiger Dauer und die stetige Wiederkehr mancher Ereignisse, die wir gewohnt sind, ändern daran nichts. Was wäre, wenn sich der Jahreszeitenwechsel plötzlich nicht mehr im regelmäßigen Vierteljahresrhythmus bewegen würde? Beispielsweise zwei Monate Winter, drei Monate Frühling, fünf Monate Sommer und zwei Monate Herbst. Ein Vorschlag. Ha, ich höre sie schon, die übereifrigen Befürworter aus dem Bereich der Sonnenanbeter*innen mit „Gut so“. Klimaveränderung, ja, gerne, nur nicht ins Kalte. Doch halt! Auf keinen Fall nur Wärme, wie am Äquator.

Man muss nicht Klimatologe sein oder Greta Thunberg heißen, die fortschreitende Welterwärmung birgt, wie wir inzwischen wohl alle wissen, für unseren Erdball und damit für alle Bewohner eine so große Gefahr, dass wir gar nicht anders können, als alles zu tun, um den sich abzeichnenden Klimawandel noch aufzuhalten. Die letzten 14 Tage im Oktober ergaben ein ungutes Omen: 20, 22, ja, 28 ° C. Das ist kein Herbst, wie wir ihn kennen.

Von klein auf - bis heute: Winter - Schnee, Frühling - Blüten, Sommer - Freibad, Herbst - buntes Laub, so sollte es sein. Und nun, kommt die Welt durcheinander. Nicht minder, unsere ganz kleine Welt des Sports mit der speziellen Ausrichtung des Laufens, die ich hier anspreche. Was tun wir? Wir hören oder lesen den Wetterbericht und nehmen ihn so hin, wie er uns zu Gehör oder vor die Augen kommt. Gelaufen wird ohnehin bei jedem Wetter. Da helfen auch keine Bitten um „einwandfreie, unbeschwerte Naturereignisse“, insbesondere angepasste Temperaturen. Es ist so wie es ist. Daniel Düsentrieb mit seinem Beregnungsflugzeug oder dem Wolkenabschneider ist überflüssig. Was wir wollen ist: Natur, wie sie ist und nicht von uns geschändet.

Und so war es, als wäre unsere Bitte wenigstens gestern an unserem Traum-Herbsttag in Erfüllung gegangen. Ich mag es nicht zum zigsten Mal zu beschreiben, aber zur Einstimmung: Schifffahrt, 4 km, 20 Minuten, Anlandung in Kladow. Nicht sieben, nein, acht waren wir, seit wir Iki als sympathischen Zugang mit offenen Armen empfangen haben.

Leichter Wind, Sonnenschein, später ein paar Tröpfchen, ein sehr angenehmes Laufgefühl. Obwohl wir Kladow inzwischen bereits ein bisschen besser kennen, vertrauen wir besser auf Gert, der hier Dauerwohnrecht genießt. Zuerst – brutal – vom Wasser 200 m hoch (Zugspitzniveau), links ab in Gassen, weiter rechts und so weiter. Namen sollen hier keine Rolle spielen, denn der Genuss, entlang dieser kaum frequentierten Sträßchen zu laufen, an soliden Einfamilienhäusern vorbei, ist vortrefflich. Die einzelnen Abzweige ergeben Feld- und Durchgangswege, manchmal kaum wahrnehmbar. Man ist hier quasi unbeobachtet. Und mir nichts, dir nichts sind wir am See. Am Groß- Glienicker See. Dass Wasser ist noch warm, grundwassergespeist. Die Lust, noch rein zu hopsen, ist nicht allgegenwärtig, schließlich schreiben wir November, den 3. Und wie gesagt, den Sommer will niemand tatsächlich verlängern.

Dann gibt es den Grenz-(ehemaligen Mauer-) Weg, heute, ein Schritt voran, ist der Wechsel ins nächste Bundesland getan. Dabei ist für Potsdam/Brandenburg keine Umgewöhnung nötig. Es ist wie zuhause. Wald. Ja, aber was für einer! Unser Grunewald ist trotz fleißiger Mischwald-Erneuerung noch immer Jahrzehnte von der Vollendung entfernt. In den Sacrower Gefilden längs des gleichnamigen Sees (1,07 km²) ist endlich das Gefühl unserer herbstlichen Sehnsucht so gestillt, dass eine ursprünglich geplante Petition an die Wettergötter unterbleiben konnte. Wir hatten es, das Blätterrascheln, zentimeterhoch. Ich sehe sie vor mir, Marita, sie pflügte sich mit den Laufschuhen förmlich durch die luftig angehäuften Blätterschichten, es stob links und rechts im bunten Gemisch der Ahorn, Buchen, Eichen und Birken. Nun soll nur noch jemand sagen: Kindisch. Meinetwegen oder besser, gerade drum.

Es macht einfach Spaß, die simple Losgelöstheit vom normalen Alltagskram, kein bisschen Haushalt, Garten, Schreibtisch, nix gar nichts, nur laufen durch die Stille am See bis zum Örtchen Sacrow.
Am liebsten hätte es weiter gehen müssen, bis wir Potsdam erreichen. Kommt vielleicht irgendwann. Unser Rückweg ließ jedoch nichts vermissen, was die Abgeschiedenheit und die Naturverbundenheit noch stärker unterstrichen hätte. Uns hatte nämlich das Westufer der Havel bereits gefangen. Mit dem bereits bekannten, schmalen Uferweg, der am Anfang mit dem schmunzelnden Unterlassungs- schild warb „Hier können Sie dazu beitragen, ihre Haushaltskasse nicht zu schädigen, denn mit unberechtigtem Abladen von Abraum, Müll oder sonstigen Hinterlassenschaften erwartet Sie ein hoher gebührenpflichtiger Bescheid des Naturflächenamtes.“
Also ehrlich, selbst dem verlorengegangenen Papiertaschentuch hätte unsere Sorge gegolten. Nur auf die zahlreichen Wurzeln = Stolperstellen war zu achten. Kurzum: Uferzone, Schlängelweg, vielleicht 2 km, dann erreichen wir wieder den Ortsteil Kladow. Noch einen km weiter laufen wir an einem der schönsten Gärten Berlins vorbei. Landhausgarten Dr. Max Fraenkel; Lüdickeweg 1, 14089 Berlin. Wer noch nicht dort war, unbedingt vormerken. Im Winter allerdings geschlossen. Wird es wärmer, draußen Kaffee KAFFEE trinken. Ist noch schärfer als bei Liebermann am Wannsee und kostet keinen Eintritt.

Noch einmal knapp 1,7 km, schon hat uns die Promenade Imchenallee wieder. Der Dampfer nach Wannsee wartet noch 10 Minuten auf uns. Den Stehkaffee und das vorgezogene Stollenkonfekt von Gert quetschen wir uns noch rein, dann sagen wir Tschüss und strahlen mit kauendem, aber vermaskiertem Gesicht (Pflicht auf der Fähre).

War einfach toll. Immer wieder anders. Ehe ich`s vergesse: 12, 8 km, ein Spaziergang, nicht ganz.

Horst
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Re: Hotti

Beitragvon Hotti » 09.11.2022, 11:18

Ich bin Rentner von Beruf

Reinhard Mey sang vor geschätzt 50 Jahren einen Song, der noch heute, käme er erneut auf den Markt, das Jodeldiplom mit Eichenlaub erhalten würde. Obwohl es das noch gar nicht gibt, entspräche es allerdings durchaus dem amerikanischen Oscar. „Ich bin Klempner von Beruf.“ Herrlich.

Nichtsdestotrotz verballhorne ich hier meine eigene Profession, denn nach mehr als 50 Jahren Berufstätigkeit bin ich Mitte der Nullerjahre (2005/2007, so in etwa) in den Sumpf des „Nichtstuns“ abgerutscht – dachte ich, ohne meine Frau zu befragen. Sie hatte nämlich einen genialen Einfall, von dem ich auch heute noch (vertraglich) zehre.

Es war so: Arbeit gibt es genug, und zwar zu Hause. Stimmt, wird jeder bestätigen. Nur, die Arbeiten sind äußerst lästig und so richtig möchte die keiner aus Lust, Liebe und Überzeugung tun. Dass sie gemacht werden müssen, ist selbst oberfaulen Abhänger* innen bekannt. Zu dieser Kategorie zählen - auslaufend – unsere Kids. Spätestens bei eigener Bude werden Sinne wach, dass es Sinn macht, Regelungen zu treffen, das eigene Leben sicherzustellen. Wer diese Erkenntnis nicht macht, gar ablehnt, begehrt das Chaos geradezu oder will der Zivilisation bewusst den Rücken kehren. Bitteschön, nicht in meinem Umfeld.

Derartige Gedankengänge muss es wohl beiderseitig im ehelichen Verständnis miteinander gegeben haben. Lange, lange her. Jedenfalls kamen wir überein, einen "Vertrag" zu schließen, der im Überschwang und in launig wirtschaftlicher Gesellschaft (Kneipe) auf Serviettenpapier festgeschrieben wurde und bis heute Bestand hat.

Zu den Einzelheiten: Uta ist noch in Lohn und Brot. Ich hingegen bekomme nur Brot, denn was hat der ehemalige Beamte auf „sein“ Brot? Na? Jawohl, Anspruch! Dass dies selbst in höherer Charge nicht nur Glückseligkeit auslöst, ist wohl nachzuvollziehen?! Was ist also besser, als nach einer Lösung zu suchen? Hier ist sie: Ich bin seit fast 17 Jahren bei Uta fest (!) angestellt. Deshalb darf ich von 0 – 24 Uhr an jedem Tag, selbst an Feiertagen, unentgeltlich versteht sich, im gemeinsamen Haushalt und auf dem Grundstück arbeiten. Das sind keine Spielereien, nein, ernsthafte, lebenserhaltende Maßnahmen, genannt Daseinsfürsorge. Demnach Einkauf, Hausarbeit (auch Pflege) mit allem Drum und Dran, main things, Kochen, Waschen, Bügeln, Gartenarbeit, Reparaturen, Korrespondenzen, kulturelle Angelegenheiten, Wettervorhersagen.

Sklavenarbeit? Nicht die Spur, um gleich allen möglichen Einwänden die Spitze zu nehmen. Ich habe freien Ausgang, kann dem Sport frönen und - die Krönung - darf Uta in ihrem Urlaub stets begleiten, den (meist) ich geplant habe.

Nun mal ehrlich, ist das ein Deal? Versicherungsfrei, keine Steuern oder sonstige Abgaben, da kann mir jeglicher Job in der Karibik, auf den Kanaren oder in der Antarktis gestohlen bleiben. Und dieser Vertrag ist unkündbar! Das Einzige, was mir Sorge macht, ist die ewige Umorganisation in der Welt. Stellt euch vor, sie drängt in meinen Mini-Bereich, was dann?

Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn`s dem lieben Nachbarn nicht gefällt.

Was das alles mit unserem Laufsport zu tun hat? Ich habe keine Ahnung. Fragt Nachbarn oder betreibt Google-Sporting. Das eigene Köpfchen anstrengen macht jedoch vielmehr Spaß.

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Re: Hotti

Beitragvon Hotti » 14.11.2022, 17:12

Ausfallschritte

Krank werden geht ja noch, Krank sein dagegen ist ein regelwidriger Zustand von Körper und Geist im eigenen Körper, der nur äußerst ungern herbeigewünscht werden sollte. Im Gegenteil, steht eine namenlose Krankheit heran, die allerorten als Zipperlein betitelt wird, so wird das in der Regel mit Achselzucken bedacht. Nicht einmal die drögen Alltagserkrankungen Husten, Schnupfen, Heiserkeit schaffen es in bemitleidenswertesten Kategorien geführt zu werden. Demnach sind Krankheiten immer etwas Schlimmes. Und wer will schon so etwas? Was dann zu der Lösung führt, dass Stadien des Vorgrippalen als belanglos und „nun hab` dich mal nicht so“ abgetan werden. Protest zu Allem!

Was das anbetrifft, gebe ich zu, bin ich leider kein Held. Mir ist manches schon passiert: Unfälle, Rippenbrüche, Schnittwunden, Schädelbruch, Meniskus und, ach ja, der Achill mit der Sehne. So in etwa. Alles nichts lebensbedrohliches. Glück gehabt, dafür bin ich dankbar. Und nun lese ich bei den vermehrt eingebrachten Beiträgen im Forum, dass Informationen vielfach gar nicht mehr aus eigener Hand, sondern - in guter Absicht, natürlich - einfach mal aus großen Gazetten abgekupfert und ins Volk gebracht werden. Nur Vorsicht: Die Gänsefüßchen in der hiesigen Forums-Wiederholung sollten nicht vergessen werden. Ein zarter kleiner Schriftzug mit von Karl Müller dürfte nicht ausreichen. Es könnte sonst Ungemach dräuen. Bitte, unbedingt dran denken.

Gleichwohl bin ich über zwei der letzten Einfügungen sehr erfreut gewesen. Einmal „Alters“, ein Artikel aus dem Zeit-Magazin und der zweite „Was man übers Laufen wissen sollte“ aus Zeit-Online. Es sind gewiss Meinungen, die besonders der Generation Nutzen bringen werden, die noch einmal einen kleinen Piker benötigen, sich leistungsmäßig und zum anderen altersgerecht zu verhalten. Wo die persönliche Grenze für jede Einzelperson liegt, entscheidet diese selbst, aber deutliche, aufklärende Hinweise wird wohl niemand ablehnen.

Wenn nun gar nichts über die Laufgeschehnisse an den „Hübi-Tagen“ geschrieben wird, muss irgendetwas faul sein. Wieder Glück, ich habe es selbst bemerkt. Nicht, dass ich etwa faul bin, das ist undenkbar. Vielmehr bin ich einfach schlapp. Kein Lauf, stattdessen Auszeit; kurieren der „nun-hab-`dich-mal-nicht-so-Leiden“. Eine Woche muss reichen, sonst werde ich unleidlich – nur zu mir. Das mir ehemals Passierte hat alles wesentlich länger gedauert.

Schritte, die mir fehlen, die zu viel gelaufen sind, bringen vielleicht den Ausgleich. Ich weiß es nicht. Jedenfalls bin ich für langfristige und weit vorausschauende Laufpläne nicht unbedingt mehr zu begeistern. Aber über das eine oder andere Schmankerl mit HM -ist*innen im Rentner-Tempo mache ich mir ein paar Gedanken, denn ohne Laufen oder selbst nicht einmal ans Laufen zu denken, ist völlig abwegig. Merken: Januar 2023*) M und HM in Leipzig: Team-Lauf zu dritt. Bin ich nicht Zipperleinist, will ich den Halben laufen, wer macht mit? Auskünfte und Fragen? Die gibt bzw. beantwortet der Unterzeichnete als Adventsgeschenk.

Hotti

*) Achtung: Möglicherweise haben wir dann Winter
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Re: Hotti

Beitragvon Hotti » 21.11.2022, 23:43

Was machen wir, wenn der Winter, ganz gegen den Trend, nun doch noch kommt?

Ist es nicht so, dass entgegen der Erwartung, Wetterkapriolen uns zum ständigen Umdenken, Planen und zur Vorsorge treiben? Schauen wir nur den abgelaufenen End-Oktober und den jetzigen November an. Beide Monate stehen doch voll im Herbst – und was ist passiert? Der eine Monat triebs mit dem Sommer und hatte Erfolg (bis zu Ziffern im oberen 20° C-Bereich), dem jetzigen reichten wenigstens ein paar Sonnenstrahlen, um gerade Sportler:innen zu suggerieren, hey, ihr könnt es in kurz machen.

Und nun, seit ein paar Tagen, ich traute meinen Augen kaum, hörte ich frühmorgens um sechs Uhr die Schneefegemaschine durch unsere Gasse sausen. Richtig gelesen: Augen hörten. Seit ich schwerhörig bin, kann ich mich auf mein Gehör einfach nicht mehr verlassen, das gibt mir immer wieder falsche Signale. Gewiss, ich habe zwar solch kleine Geräte, die mich zumindest zu üblichen Tageszeiten in die Lage versetzen, die allgemein stattfindenden Informationsversendungen sinnhaftig aufzunehmen (ich bin dann online), aber zu später Stunde oder gar in tiefer Nacht, da liegen die Dinger (wie vulgär, ich nenne sie lieber meine Ohr-Vitamine), ordentlich geputzt und griffbereit für den Morgen, gleich neben der unverzichtbaren, noch warmen, Abend-/Nachtlektüre. Halt, halt, nicht, dass mir da falsche Interpretationen untergejubelt werden. Ich meine wirklich Bücher, Berichte, Kritiken oder Ähnliches. Denn nur so könnt ihr verstehen, wieso ich mit den Augen höre, wenn die Ohrvitamine beiseite gelegt sind.

Genauso könnte ich mir vorstellen, dass Sinnbildung, sich noch anderweitig verkoppelt, meinetwegen „ich rieche etwas schmecken“ oder wie wär`s mit „Tasten und Sehen“, das am leichtesten vorstellbar ist? Soweit im Bereich der uns eigenen fünf Sinne. Der sogenannte 6. oder gar der 7. Sinn sind Streichergebnisse (7 = stand für eine TV-Sendung Verkehrserziehung), den sechsten hingegen möchten manche Wissenschaftler gerne auch definiert wissen. Ich sag`s mal plump, es ist nur das Bauchgefühl, so eine Art Ahnung, Omen, Warnung, Vorsicht.

Merkt ihr etwas? Wir sind bei der Fettzeilenfrage angelangt: Was machen wir….. ? Eigentlich spreche ich in der Regel mit meist erfahrenen Mitmenschen, die meine naiv gestellte Frage naturgemäß beantworten würden: Warm anziehen, du Depp. Recht hat der/die Mensch:in (einfach toll dieses Gendern! Das hat etwas). Ist damit nun alles gesagt oder sollte nicht doch lieber eine Volksbefragung darüber entscheiden? Ich meine, in einer Demokratie…..

Heizung um 2, 3 Grad senken, zwei Pullover anziehen, Wollsocken können auch nicht schaden. Nur Handschuhe, vor allem Fäustlinge sind beim Computergeklimper wenig brauchbar. Im Prinzip gibt es immer Lösungen, die machbar sind. Irgendwie müssen wir da durch, auch wenn die Sinne etwas anderes signalisieren.
Und nicht vergessen: Gelaufen wird immer: heiß, warm, nass, kalt, bei Schnee, Sturm, Gewitter und - ja, natürlich – Sonnenschein.

War es zu kryptisch? Mir hat es Spaß gemacht – jetzt, wo ich nicht laufen darf.

Horst
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Re: Hotti

Beitragvon Hotti » 24.11.2022, 18:04

Trüb, Trüber, am Allertrübsten

Heute war ein Tag, der am besten nicht gewesen wäre oder von vorn herein hätte ausfallen müssen. Der Blick aus dem Fenster verhieß ebenso wie die Vorhersage des Wetterberichts nicht allzu Gutes. November-Wetter. Kennen wir doch alle, insofern keine Überraschung oder Problemstellung, mit der wir allerdings umgehen können.

Ganz anders stellt sich ein Tagesverlauf dar, wenn ein Trauerfall eingetreten ist, der zu Herze geht und Abschied von einem Verstorbenen genommen werden muss. In unserem Publikumsorgan „Forum“ ist zumindest informationsmäßig erwähnt worden, dass Ralf Milke, der ehemals sehr gute Läufer und Trainer des PSB 24 (früher Post SV) am 07. 10.2022 gestorben ist. Heute erfolgte seine Beisetzung auf dem Waldfriedhof Zehlendorf. Zahlreiche Trauergäste erwiesen ihm die letzte Ehre. Er wurde nur 57 Jahre alt. Seine Frau Gabriele Bergner widmete ihm eine Abschiedsrede, die sicherlich allen Trauergästen nahe ging. Ein Lebenslauf ging zu Ende, der übereinstimmend viel zu kurz gewesen ist, ja, er hätte noch länger andauern müssen.

Dr. Ralf Milke war nicht nur Geo-Wissenschaftler und Lehrender an der Freien Universität Berlin, sondern insbesondere ein sportlich interessierter Mensch, dem unsere aller liebgewordene Passion des Laufens deutlich zusagte. Mit seinen eigenen Leistungen, Erfahrungen und als Pädagoge motivierte er unzählige Leute, sich einzubringen, in ein Gefüge des Miteinander und gleichzeitig zur Zielsetzung des persönlichen Maßstabes. Der Langstreckenlauf war stets und immer sein Anliegen, sowohl zur eigenen aktiven Zeit wie anschließend als Trainer, Ratgeber in der Leichtathletik-Sparte des Vereins und schließlich auch als weiterführender Organisator des Havellaufes am Wannsee. Den Lauftreff-Freund:innen dürfte er mit seiner Sonntagslauf-Teilnahme bekannt sein.

Einer von uns ist gegangen, wir trauern, haben Mitgefühl und wissen, das Leben ist endlich, aber – es geht immer weiter. Wenn nun alles erfüllt wird von Zeit und Raum, sollten wir eines nicht vergessen, das, was einmal war, was uns erinnert, gelehrt, erfreut, betrübt und lebenszugewandt mit Ralf Milke verbunden hat, wenn mir der freundliche Hinweis als selbsternannter Fürsprecher aller Laufenthusiast:innen gestattet sei. Er wird immer das bleiben, was er war: ein beliebter und geachteter Mensch. DANKE!

Horst

P.S.
Nachtrag: Ralf war ein vorzüglicher Marathonläufer (2 Std.: 38 Min., soweit ich informiert bin). Er führte Regina Vollbrecht, die von Geburt an blind ist, zur Weltrekordleistung von 3 Std.: 15 Min. und selbst auf der 100 km-Distanz brachten beide das Kunststück fertig, gegen die sehende „Konkurrenz“ in 9 Std.: 47 Min. die Deutsche Meisterschaft (2013) zu gewinnen. Regina war heute beim Abschied zugegen.

Und wenn die allertrübste Zeit vorüber ist, dann wird es auch wieder Sonnenschein und Zuversicht geben. Ralf, denke daran! Wie sagtest du immer? „Wird schon wieder werden…“
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