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Hotti

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Re: Hotti

Beitragvon Lauffreak » 14.07.2022, 21:37

Hallo Horst,
Kopf hoch und weiterlaufen und zufrieden sein mit deiner Zeit!
Nur so mal zur Info:
Bei der DUV gibt es eine Faktortabelle, mit der die Laufzeiten altersgerecht bewertet werden können.
Deine 7:52 mit deinen Lebensjahren berechnet, entsprechen ca. 5:30.
Welcher Durchschnittsdeutsche kann über 12 km diesen km-Schnitt laufen?
Klaus
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Hotti

Beitragvon Asphaltcowboy » 14.07.2022, 22:00

Und was nu? Das du überhaupt Zweifel übst…
Na ganz klar, weitermachen.
Man gibt einen Brief auf,
aber doch wohl niemals einen Lauf oder gar Wettkampf.
Gute Besserung, das wird schon…
Peter


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Re: Hotti

Beitragvon Hotti » 15.07.2022, 20:37

Dank

Dank euch beiden, dass ihr mir Trost, Zuversicht und sogar noch Lob aussprecht. Ich sehe das als keine Beweihräucherung an, sondern vielmehr psychische Heftpflaster, wenn nicht sogar als Festverband. Das hilft mit Sicherheit. Von meiner Seite aus noch an Berlin denken ohne Druck, als letzten Strohhalm. Ende September, dann sehen wir weiter.

Horst
Zuletzt geändert von Hotti am 26.07.2022, 15:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hotti

Beitragvon Hotti » 26.07.2022, 15:58

Ausfälle

Es gibt zahllose Gründe etwas nicht zu tun, etwas zu unterlassen oder zu verschieben, nur nicht heute….sagen alle faulen usw. Nun sind gerade Ferien dran, der Urlaub steht vor der Tür, schlimmer, ist schon beendet. Und dann kommen noch die manchmal vermeidbaren, meist jedoch ohne jegliches Zutun empfangenen Unheilstifter, die plump mit Krankheit überschrieben werden. Alles, außer geplanter Freizeit, sind völlig unorganisierte, unbestellte, einfach nicht brauchbare Gründe, die zum Ausfall führen oder verleiten können.

Wovon rede ich? Welch eine Frage, ausgerechnet in diesem Forum. Also: Morgens aufstehen, auf den Kalender gucken, und da steht: Laufen. Manchmal mit Ausrufezeichen, als wenn man das nicht selbst wüsste, wann Dienstag, Donnerstag oder Sonntag ist (ich meine, das sind, meistmöglich, meine Lauftage, gelegentlich auch sonnabends). Nun aber gibt es zurückliegend, zwar nicht sehr oft, dennoch in letzter Zeit häufiger, bei mir und – jawohl auch – von einigen meiner liebenswerten Begleiterinnen und Begleiter an den genannten Kalendertagen echte Ausfalltage, die überhaupt nicht ins Konzept passen.

Dass Corona dazu gehört (neuerdings sogar im Urlaub oder vielleicht gerade deshalb), wissen wir schon, aus eigener (norwegischer) Erfahrung, dazu inzwischen sind sogar französische Viren bei deutschen Touristen (Lauffreundin Marita in der Bretagne und meine älteste Tochter samt Familie im Medoc/Bordeaux) eingetroffen.

Nun könnte man sagen, halb so schlimm, waren ja alle geimpft, der Verlauf ist demnach nicht allzu krass. Stimmt bedingt schon, aber mindestens 5 Tage ist es erst einmal Essig mit dem Frohsinn. Und was kommt danach? Ich sag`s euch. Die fiesen Nachwirkungen, sind bei jeder/m anders. Ich jedenfalls komme einfach nicht auf die Reihe. Ein bisschen Laufen schon, aber das ist nichts zu dem, was ich möchte und brauche.

Was mir vor allem fehlt, ist die Gemeinschaft, das Zusammenlaufen und das Reden untereinander. Zwar bin ich nicht auf Lauf-Entzug, denn es gibt eine Menge anderer Beschäftigungen, die zeitraubend und interessant sind (ihr wisst, die Kunst steht im August bei mir auf der Matte), aber im Hinterkopf habe ich natürlich (immer noch) den Berliner Lauf Ende September im Kopf. Es lässt einen nicht los. Und so es nicht Felssteine regnet, will ich am Start stehen. Ankommen ist dann eine andere Sache. Darüber reden wir noch, denn ich bin nicht Genosse Unvernunft!

Die Genesung: Momentan haben es einige damit kräftig am Hut. Das ist zumindest ein tröstliches Zeichen, dass niemand voll darniederliegt, sondern alsbaldige Besserung eintritt. Ausfälle dieser Art sind eigentlich keine auf Dauer, und das lässt hoffen. Und andere, wenn sie anstehen, unbedingt beachten und vehement ablehnen.

Den „Ausfallend*innen“ und mir wünsche ich „all the best“, wie sie Landkreis Oder-Spree sagen.

Horst

P.S. Wer Lust auf einen der vier Tage Kunst (13/14. und 20/21.08. von 14 – 18.00 Uhr) an der Krummen Lanke hat, soll mir per Mail schreiben, dann kommt eine Einladung. Horst.Matznick@t-online.de
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Re: Hotti

Beitragvon Hotti » 05.08.2022, 10:00

05. August 2022 - Vorahnungen?

Es war gestern Nacht, als wir um 4 Uhr von einem mächtigen Explosionsdonner wach wurden, der uns durch nachfolgende Detonationen nicht mehr schlafen ließ. Erinnerungen an einen längst vergangenen, bis heute nie vergessenen Tag, als ich fast 5jährig mit Familie im Luftschutzkeller des Wohnhauses saß, als eine Bombe in eine Brotfabrik gleich nebenan einschlug. Das Haus über uns stand nur noch als Gerippe da, die Hausbewohner kamen nicht nur mit dem Schrecken davon. Sie hatten alles verloren, Hab und Gut, vor allem die Bleibe. Die anwesende Hausgemeinschaft war verschüttet und nur tatkräftiger und entschlossener Einsatz anwesender Männer, kam ein Mauerdurchbruch zum Nachbarhaus zustande, der zum Überleben verhalf, wenn auch mit vielen Verletzungen.

Ängste wie diese sind zumindest in unserem Lebensbereich seit Ende des 2. Weltkrieges nicht mehr aufgekommen. Andere schon, aber nicht annähernd vergleichbar. Seit langen Wochen nun, tobt der russische Krieg in der Ukraine und das Ende und Leiden der Bevölkerung ist nicht absehbar. Die vollmundigen Erklärungen aus aller Welt gegen den Aggressor haben fast nichts gebracht. Es wird dauern. Und dann?

Die Situation in Berlin ist eine andere. Sprengstoffe in Tonnage-mäßiger Menge wurden gelagert - im Grunewald. Uns allen bekannt ist der „Sprengplatz“ im Jagen 65. Bisher ein friedlich im Wald liegendes Areal, das gelegentlich entschärfte Bombenfunde aufnahm und entsorgte. Das war der Kenntnisstand. Dass allerdings daneben große Mengen Pyrotechnik gelagert werden, erfuhr ich erst aus den Nachrichten.
Tatsache war, aus welchen Gründen auch immer, dass es eine fast 3stündige Explosionsfolge gab, deren Schallwellen bis über die Stadtgrenzen hinweg merkbar waren und die an Kriegszeiten erinnerten. Selbst heute ist die ernste Lage noch nicht im Griff, denn der Wald ringsum brennt. Das Wasser der Krummen Lanke muss durch kilometerlange Schlauchleitungen herhalten, dass der Brand nicht weiter um sich greift und Brandnester vollständig gelöscht werden.

Ist es die große Hitze, war es Unachtsamkeit, gab es einen elektrischen Kurzschluss, war es Selbstzündung? Alles Fragen, denen Ermittler nachgehen werden. Was bleibt? Ein stark verletztes Refugium, ein vorläufig gesperrter Erholungsbereich und last but not least die Frage, wie geht es in der Welt mit der Zerstrittenheit weiter? Kommt der nächste Krieg (siehe China ./. Taiwan), kommt womöglich global noch viel mehr?

Keiner will das, alle sind dagegen - und doch, es passiert - immer und immer wieder. Das ist die ernste und bittere Wahrheit.

Horst
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Re: Hotti

Beitragvon Hotti » 17.08.2022, 13:10

Alltag oder Ankündigung des Weltuntergangs?

Die letzten zwei Jahre waren und sind noch fortlaufend geprägt von nicht zu Ende gehender Corona-Pandemie. Wir, die vermeintlich mit genügend Abwehrmechanismen ausgestatteten Sportler, gleich welcher Altersklasse, dachten, das Virus kann uns mal. Nun sind wir klüger geworden oder eines Besseren belehrt worden. Selbst fleißigstes Abstrampeln in allen nur möglichen Bewegungskategorien und – jawohl – die dreimalige oder gar viermalige Verabreichung von jeweils einem der vier zugelassenen Vakzine und die im Impfpass vermerkten Aktionen verhindern keinesfalls die Ansteckungsgefahr.

War es zurückliegend noch die Ausnahme, dass ein Erkrankungsfall weitläufig bekannt wurde, so ist heute genau der Zustand eingetreten, den man spöttischer Weise „durchseucht“ nennt. 3 x geimpft, infiziert, Krankheit kurzzeitig durchlebt – negativ und Normalzustand? Jein, denn es könnte jeden Tag erneut eine andere Variante auftreten. Das zum einen. Zum anderen, Nachwirkungen, zwar nicht gravierend, aber beeinträchtigend. Das reicht.

Wer nun geglaubt hat, dass das mörderische Kriegsgeschehen im Osten unseres Erdteils alsbald vorbei sein würde, muss erkennen, wie weiterhin Menschen sterben, leiden, vertrieben werden und unsere Erde in Großteilen an Schönheit verliert. Krieg, Naturkatastrophen, Trockenheit und Brände von dimensionaler Ausweitung. Haben wir uns unbotmäßig verhalten, sind die jetzigen Weltzustände hausgemacht oder spielen in Jahrmillionen vorgekommene Naturveränderungen ausgerechnet in unserer Zeit eine markante Rolle? Jede(r) kann sich einen Reim darauf machen, weil an allem etwas dran ist, dass nichts besser wird.

7 Milliarden, das sind 7.000 Millionen. So viele Menschen leben auf der Welt, und es werden immer mehr. Die zu ernähren, ist schon jetzt ein echtes Problem. Ohne in grenzenlosen Pessimismus zu verfallen, muss die Frage erlaubt sein, wie soll es weitergehen? Je weiter man darüber nachdenkt, um so übler geht es einem selbst.

All dies auf einmal zu betrachten, überfordert uns alle. Was bleibt? Weitermachen auf jeden Fall. Andere Menschen denken, zu den gehöre ich und sicher alle Rezipienten meiner Kolumne.

Der Alltag. Warm, ja, heiß ist es. Die einstmals stets ersehnte Sommersonne brennt jetzt unerbittlich und der meist verpönte, dennoch immens wichtige Regen fällt nur noch spärlich. Nur, ohne Wasser geht überhaupt nichts, nicht einmal ein kärgliches Leben. Darum, nicht auch das noch verlieren.

Wie kriege ich jetzt die Kurve, wollte ich doch etwas übers Laufen schreiben? Wie das so ist, gleitet mir das jedes Mal aus dem Ruder. Macht nichts, einfach Abwechslung. Wir sind schließlich ganz unter uns. Da sitze ich nun und überlege, was von Interesse wäre. Die Grunewald-Story mit dem Sprengsatzdebakel, dem anschließenden Waldbrand bestimmt, und nicht zuletzt der irre Polizei- und Feuerwehreinsatz hätte eine Geschichte ergeben können. Doch etwas kam dazwischen, nämlich die LA-Europameisterschaften dieser Tage in München.

Sensationell: Marathon-Gold bei den Männern, Richard Ringe 2:10:21, Zehnkampf-Gold Niklas Kaul mit 8545 Punkten und obergeil, eine weitere Goldene im 100 m-Lauf der Frauen in 10,99 durch Gina Lückenkemper. Platz 2 für die Schweiz 10,99 und Platz 3 für GB in 11,00. Wahnsinn, nicht mal ein Wimpernschlag dazwischen. Nicht zu vergessen, der zweite Platz des Potsdamer Gehers Christopher Linke über 35 km. Silber, toll. Vielleicht kommt noch etwas von Konstanze Klosterhalfen über 5.000 m. Auch Silber und Bronze beim Frauen-Diskus sind Klasse-Ergebnisse (Kristin Pudenz/ Claudine Vita).

Und wo bleiben wir, wir die Underdogs? Undekoriert laufen wir weiter durch den immer noch weiträumig abgesperrten Grunewald, kommen mit jungen Polizisten ins Gespräch, die sich zu viert an einer Waldkreuzung „wachmäßig“ die Zeit vertreiben und uns aufklären, dass noch immer Explosionsgefahr vom Sprengplatz ausgeht. Glauben wir und traben einfach auf freigegebenen Wegen weiter bis zum unbewohnten Forsthaus, vor dem die für uns wichtige und einzige Wasserstelle sprudelt. Möge sie uns erhalten bleiben, denn dieses Wasser für Mensch (oben) und Getier (unten) kann bei Tropengraden lebensrettend sein.

Als kluge Laufgruppe wissen wir, oberhalb der 25 ½ °C-Grenze lang und schnell zu laufen ist ungesund. So sind es an diesem Dienstag nur schlaffe 11,5 km geworden. Niemand ist jetzt noch unterwegs, Dusche und Kaffee riefen. So gut geht es uns (wieder), nix da von wegen Weltuntergang.

Horst
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