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Sport und Freizeit

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Re: Sport und Freizeit

Beitragvon Hotti » 16.04.2021, 21:07

Dienstags war`s, die Sonn` schien helle…

Nun war ich eine Woche weg vom Berliner Pflaster - und Laufgeschehen: Erstaunlich, vermisst habe ich in der Tat rein gar nichts. Wie kann das einem Laufverpflichteten passieren? Ganz einfach, er durfte seine Angetraute in ihrem einwöchigen Urlaub zu Zielen rund 200 – 300 km von Berlin entfernt begleiten. Zuerst einmal 3 Tage Leipzig. Für uns als Halbsachsen und Halbgeimpfte überhaupt kein Problem. Was kümmert uns Mallorca? Wäre sowieso nicht unser Ding.

Vom Leipziger Domizil aus gibt es viele Möglichkeiten die Laufschuhsohlen zu glätten. Unweit des Hauses sind sogar Marathonspuren Richtung Halle sichtbar (Mitteldeutscher Marathon, eine kleine, aber durchaus empfehlenswerte Angelegenheit, so wir wieder zu „normalen Zeiten“ zurückfinden). Deich-, Park-, Wald- und Landschaftsläufe, allesamt ohne nennenswerte Steigungen, sind jederzeit möglich. Wer Lust hat, einfach einmal mitkommen (nach Verabredung).

Mitte der Woche zog es uns ins Zittauer Gebirge. Eine Urlaubsgegend der Extraklasse. Die Oberlausitz ist ja leider noch immer nicht so gänzlich in das Bewusstsein der Berliner und anderer Großstädter gedrungen. Ja gut, wir haben Freunde „oben auf`m Berg“ und überblicken die Mittelgebirgs-landschaft in der ganzen Weite. Wer hier laufen will, kann es bis zur Unendlichkeit mit jeder Menge Höhenmetern. Uns war eher nach Wandern mit unseren Gastgebern. Je Tag 15 km samt Heimatkunde, Kuchenrast im Walde inklusive. Eine Woche ist schnell rum, aber wir waren mal „draußen.“

Nu, wie die Sachsen sagen, sin mer widder in Bärlin. Und da geht es gleich wieder zur Sache. 15,5 km, eine nicht jeden Tag gelaufene Strecke, die jedoch längst zum „Repertoire“ der Hübi-Laufgruppe gehört. Vom Mommsen über die Waldschulallee an Schülerpulks der ansässigen Schule vorbei Richtung Teufelsberg über den „Hornissenweg“ mit Schlenker rechtsseitig über die Bienenwiese (die Körbe stehen noch nicht da), dann am ehemaligen Erdgas-Speicher Am Postfenn vorbei über Rupenhorn und dann gleich links herum über die Heerstraßenbrücke, um sogleich wegabschüssig abzutauchen, um dem rauschenden Verkehr zu entgehen. An der Ampel Siemenswerderweg tauchen wir wieder auf, warten auf GRÜN und wenden uns der Waldseite nach Tiefwerder zu. Das ist ein Stückchen, um mit der Zunge zu schnalzen. Wer in dieser Ecke die Augen aufmacht, hat oft genug sein Juhu-Erlebnis des Tages. Wir sahen 5, 6 verschiedenartige Reiher, einen Kranich. Die noch vermissten Wasserbüffel warten noch auf ein bisschen mehr Grün und der Biber hielt gerade Mittagsschlaf. Aber Enten und anderes schwimmunfähiges Gefieder waren mobil. Der alte marode Steg, jahrelang gesperrt, ist als Neubau nur noch gekürzt vorhanden, der Rest ist wegmäßig aufgeschüttet, so dass die Passage des Sumpfgebietes in voller Schrittlänge stattfinden kann. Wer dann die kleine Dorfstraße* in der Wilhelmstadt entlang trabt, kann noch vereinzelt Alt-Spandauer Fischerhäuschen sehen (*siehe Nr. 5) - und es gibt sogar noch das seit 1920 bestehende Ballhaus Spandau.

Wir biegen rechts ab zu einem kleinen Seitenarm der verzweigten Wasserläufe (Kleiner Jürgengraben) vorbei an einer Gärtnerei und an einigen Schrebergärten, um zur Havelchaussee in Richtung Murellenberg/ und –schlucht zu kommen. Alsdann streiften wir den Olympia-Park, liefen am Le Corbusier-Haus vorbei, durch die Sensburger Allee bis zum Georg-Kolbe-Hain, der jetzt nach Instandsetzung als Skulpturenpark wieder zur Kleinod-Tauglichkeit gelangt ist (man nehme sich Zeit für einen kleinen Spaziergang!, allerdings das Kolbehaus gleich um die Ecke in der Sensburger Allee ist noch nicht geöffnet). Flugs noch über die leidige Heerstr. an der Rumänischen Kirche vorbei, schon ist der Start- und Zielpunkt nach 15,5 km km erreicht.

Was sagte mein digitaler Armbegleiter: „Sehr fordernd“, alle Anderen: War doch schön!!

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Re: Sport und Freizeit

Beitragvon Hotti » 16.04.2021, 22:39

……. und der Donnerstag - ist auch noch da

Unter der Woche vormittags zu laufen, ist nicht allen vergönnt. Die Alten (das sind wir ja und - dazu stehen wir auch, nix davon wie „Senior*in“, dieses Attribut steht erst den 85jährigen zu; hat noch etwas Zeit) genießen ihr Privileg. Aber es bröckelt. Hatten wir bis zur Evidenzgrenze unter 50 noch mehrere Laufgruppen am Treffpunkt versammelt, so reichen die Finger von zwei Händen, um festzustellen: Früher, ja, früher……“war“ mehr und besser sowieso. Diejenigen, die jetzt kommen, sind nicht etwa die „Harten“, viel eher gehören sie zu denen, die beweglich, kontaktfreudig (natürlich unter Einhaltung AHA) und vergnüglich fit sind (übrigens meist geimpft) und sich zu einer Lebensphilosophie bekennen, die alles andere als abgehoben zu bezeichnen ist. Der Lauftag ist beschwingt und ein gewisses Gefühl, etwas geleistet zu haben, lässt die Gedanken kreisen. Meinetwegen: Selbstbestätigung. Miesmacher können uns mal – gern haben.

Treffpunkt: Zehlendorf, ein Steinwurf von der Krummen Lanke entfernt, in einem Nebental (sprich Sackgasse), immerhin sieben Leute. Ich durfte zum wiederholten Male die Pfadfinder-Rolle übernehmen. Mache ich doch gern, gemault hat noch keine(r). Tausendmal gelaufen und stets die eine oder andere Variante, das macht wirklich Spaß und bietet manch unverhoffte Überraschung. Wir zogen in Richtung Rodelbahn los, wo früher die LG Süd ihren jährlichen Cross und 10 x 10km-Serie durchführte. Das ist jetzt passé, die LG Süd gibt es nicht mehr.

Über den Hüttenweg steuerten wir das Brücke-Museum an, dem jetzt im ehemaligen Bildhauer-Atelier eine Kunstgalerie angegliedert, aber eigenständig ist. Das nur nebenbei. Gleich hinter dem Gelände des Museums liegt ein kleiner Tümpel, der ursprünglich völlig verlandet war und seit letztem Jahr wieder naturgemäß angepasst wurde. Weiter zum Hundebad-/ Grunewaldsee, den wir zu ¾ über den „Bullenwinkel“ mit Blick auf das wunderbare Jagdschlösschen umliefen. Die Königstraße und wiederum der Hüttenweg sind nicht mehr weit, jedoch zum Start-/Ziel brauchen wir noch gut 3 km, die etwas hügelig und gut für die Adduktoren sind. Alles ohne Aufgeld oder Kurtaxe. 12 km konnten sich alle anschreiben, obwohl es eigentlich noch 2,5 km drauf gepackt geben sollte. Terminzwänge einer Teilnehmerin hatten Vorrang. Pünktlich waren wir zur Stelle. Zur Strafe gab es Kaffee und Muffins, ohne schlechtes Gewissen, denn ein bisschen sündigen muss erlaubt sein.

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Re: Sport und Freizeit

Beitragvon Hübi » 17.04.2021, 18:20

Sehr schöne Berichte, Horst! :ja: :klasse:

Wenn wir die "Herdenimmunität" - also zwei Drittel der Bevölkerung geimpft sind - erreicht haben, sollte die Pandemie gestoppt sein. Laut Experten, müsste das im Herbst der Fall sein und dann wird sich hoffentlich die Situation bei unseren Lauftreffs wieder bessern. :daumen:
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Re: Sport und Freizeit

Beitragvon Hotti » 22.04.2021, 21:39

Wenn der Spargel wachsen tut……

…..dann erwacht die Liebesglut. Das war ein alter Gassenhauer. Die Älteren unter uns erinnern sich, oder? Heute würden bei derartiger Textgestaltung natürlich sofort, und zwar heftig, sexistische Klanghölzer in Bohlenstärke geschlagen werden, die für die Ahndung dieser Unflätigkeit stehen. Strafmaß : Öffentlicher Pranger. Das ist doch heutzutage meist schon Standard.

Um es hierbei nicht so weit kommen zu lassen, ändere ich unbefugterweise auf „Wenn der Bärlauch wachsen tut“ ohne Folgewörter. Da gibt es wenigstens keine urheberrechtlichen Bedenken. Es ist ja alles so kompliziert geworden, dass sich der Normalbürger in ständigem Zweifel befindet, sich stets korrekt im Staatsgefüge zu verhalten. Darf ich, darf ich nicht? Bleiben wir beim Bärlauch, der ja tatsächlich jetzt zeitbegrenzt sprießt. Den darf jede(r) ungefährdet (selbstverständlich gewaschen) verwenden, um eine leckere Mahlzeit zu ergänzen. Empfehlung: Salat, Bärlauchbutter (gemixt), Gemüsezutat und schließlich unvergleichlich als Pesto. Ich sag`euch, alles schon probiert und vor allem, aus eigener Ernte importiert! In Leipzig sind wir derzeit umringt von unüberschaubarem Grün mit dem spinatähnlichen Blattwerk. Noch 14 Tage, dann gibt es weiße Blüten und der unverkennbare Knoblauchgeruch verstärkt sich dermaßen, dass bei gleichzeitigem Vertrocknen der Blätter davon abzuraten ist, auf dieses Gemüse weiter zuzugreifen. Frisch ist einfach besser.

Diese Vorgeschichte zur Einstimmung auf den Dienstag- und Donnerstag-Bericht ist wohl ziemlich ungeeignet für unsere gemeinsamen Sportsmomente, doch gleich ist der Übergang da. Zwei Eimer mit geschnittenem Bärlauch brachte ich mit zum Lauftreff nach vorheriger Ansage. Ratz, fatz, waren die Bunde aufgeteilt und nun bin ich gespannt, was daraus entstanden sein wird. Laufen hatte jedenfalls Vorrang. Dienstags war`s, die Sonn` schien helle und die Grüppchen gingen auf die Schnelle, mal wieder gewohntes Laufgelände an. Ab nach Schildhorn. Bei jedem Wetter eigentlich immer lohnenswert. Der Weg ist das Ziel und sei es auf noch so verschiedene Art und Weise, denn das ist oft genug meine Prämisse. Ich meine damit nicht, dass jede(r) machen kann nach eigenem Gusto. Denkste. Laufen in der Gruppe heißt stets Rücksicht nehmen, keine(r) läuft alleine. Und wer will das auch? Jedenfalls ist bei unserem Tempo fast immer ein Gebüsch- (Boxen-) Stopp möglich, oder die eine oder andere kurze Verschnaufpause, wir haben ja Zeit und am Ende kommen neben den Naturerlebnissen schließlich immer noch zweistellige km-Zahlen unterhalb 20 zustande. Nicht die Strecke tötet, aber das überehrgeizige Tempo, das sich übrigens bereits im Zustand von Übervorgestern befindet. Und wer sagt es denn? Rennsteig und Marathon sind bei wenigen noch immer im Kopf, wenn wir ganz weit voraussehen. Jedenfalls gibt es für meinen im Vorjahr gecancelten Midnight-Sun-Marathon in Tromsö erneut keine Möglichkeit des Starts am 19. Juni, trotz Impfpass-Eintrag. Die Hinderung: Das Hinkommen. Das Taschengeld reicht für einen Privatflieger nicht aus. Trost: Weiter trainieren und sich des Lebens freuen. Diesmal über 13,5 km, Dehn- und Streckübungen im Ziel. Mittägliches Frühstück zu Hause.

Horst

20minütiges Wellenschaukeln über den Wannsee (jeweils hin und rück)

Den immer wieder gleichen Einstieg in einen Läufer*innentag zu beschreiben, liegt nicht in meiner Absicht. Auf keinen Fall donnerstags. Gleich loslaufen geht aber nicht. Zuerst müssen wir übers Wasser - nach Kladow. Schon mehrmals beschrieben, aber heute zum „Vor-Freude-ins-Hemd-Weinen“. Ach, war das schön. Der Zubringer ist die wieder in dienstgestellte große F 10-Fähre „Lichterfelde“, die 300 Fahrgäste und ca. 60 Fahrräder aufnehmen kann. Für 4,4 km benötigt das Motorschiff 20 Minuten, vorbei am Strandbad Wannsee, mit Sicht auf das Max-Liebermann-Grundstück, den Flensburger Löwen, das geschichtsträchtige Haus am Wannsee und schließlich auf die Inseln Schwanwerder und zuletzt Imchen. Schon sind wir im dörflichen Kladow, wo uns Gert erwartet. Da wird nicht lange gefackelt, auf, auf… Richtung Sacrow, eine unserer Lieblingsstrecken entlang des Ufers. Und wer meint, das wäre nur flach, irrt. 110 Höhenmeter müssen auch gelaufen sein, auf wie ab. Wochentags ist hier keine Menschenseele unterwegs, kein Ausweichen, keine Maskenpflicht und überhaupt: die Luft, die Luft ist so wunderbar. Da gibt es kein Stöhnen und Ächzen, weil ja freiwilliges „Leid“, das uns punktgenau bei 13 km verließ und uns die Belohnung in der Kofferraumhaube von Gerts Automobil erblicken ließ: Kaffee, Früchtebrot und Pāo de Quejio (Käsebällchen mit Bärlauchstreifen).
Nun müssen wir auf Gert 3 Wochen verzichten. Wir, die Übriggebliebenen, kriegen das sogar außerhalb Kladows ohne Weiteres hin.

Horst
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Re: Sport und Freizeit

Beitragvon Hotti » 30.04.2021, 11:18

Home Officer Hotti berichtet:

Wäre ich derzeit doch kein Hofberichterstatter diens- und donnerstäglicher Laufeskapaden. Stattdessen viel besser Enthüllungs- oder gar Investigativ-Berichterstatter (das Wort Journalist ist bei mir wohl eher unpassend), dann könnte ich heute mit einer Sensation aufwarten, die für Berlin gänzlich ungewöhnlich, ja, bestimmt völlig unbekannt sein dürfte, wenn überhaupt schon jemals vorgekommen. Gemach, gemach, Laufen zuerst - damit es spannend bleibt:

Wir Donnerstagsvormittagsläufer*innen werden beneidet. Damit können wir gut leben und gleichzeitig antworten: Rückt doch einfach auf in unsere Alterskategorie, schwupps, schon sind wir mehr. Eigentlich sind wir bisher nur sechs, heute entschuldigt 2, darum nur vier. Und wo laufen wir (sie) denn? Ganz woanders, nämlich grenzwärtig Berlin :/: Brandenburg am Teltowkanal. Treffpunkt noch in Berlin: Alt-Schönow. Parkplatzmangel. Rüber die Brück`, Teltow bietet mehr. Und da geht es wasserwärts schon los, erst nach Westen, bis wir merken, falsch gelaufen, also zurück. Macht ja nix, sind schließlich auch gelaufene Meter, die am Ende zählen.





Der Dreh nach Osten bringt es. Der alte Mauerweg, jetzt sogar teilweise asphaltiert, namentlich später Seepromenade, menschenleer. Nun Schwenk nach Süden entlang einer 1,5 km-Kirschbaumallee (leider noch nicht in Blüte) lässt uns haarscharf an der Lichterfelder Stadtgrenze schnuppern, die wir jedoch meiden. Entlang der S-Bahn-Strecke Richtung Stahnsdorf auf ziemlich verwegenen, astverwinkelten Pfaden kehren wir Neubausiedlungen streifend zum Startort Ruhlsdorfer Platz zurück, um im Sinne einer gelaufenen Acht dem Teltowkanal rechtsseitig nach Westen (Kleinmachnow) zu folgen. Ein sehr schöner Weg, der in umgekehrter Richtung unendlich bis zum Britzer Kanal gelaufen werden kann, hier, aus Erinnerung, allerdings nicht sonderlich schön, aber für Stadtentdecker interessant.

Als wir Kleinmachnow erreichen, mussten wir uns ausbremsen, um nicht bis zur Machnower (See)-Schleuse unser Ziel überspannt zu haben. So kehrten wir bereits am Thomas-Münzer-Damm, Warthestraße auf gegenüberliegender Seite des Kanals zum Ausgangspunkt zurück. 14,43 km, trotz anfangs leichtem Regen. Nicht besonders aufregend, aber wieder einmal Altes, Verändertes gesehen zu haben, ist bestimmt nicht verkehrt. Vormittags“arbeit“ erledigt. Dusche, Frühstück separat zuhause. Doch für mich allein gab es etwas, was jetzt folgt:

Haus-, Gartenarbeit -IGITT- wer hält sich damit auf? Ich - ich mache das alles, und zwar sehr gerne, weil, wenn erledigt, all die Dinge gemacht werden könn(t)en, die wirklich interessieren. In sich gekehrt gucke ich in den Garten, als urplötzlich ein sehr lautes Grummeln einsetzte. Dachte zunächst, da lässt jemand seine Hütte abreißen oder Ähnliches. „Gehe raus und kieke, wer steht draußen? Icke“. Streichen wir. Besser: Eine rabenschwarze Wolkenwand schob sich von Nordwesten heran, aus der nicht nachlassende Geräusche entsprangen, die als böllernd, knallend, ja, explosiv zu bezeichnen waren. Merkwürdig, kaum Blitze, nur das langanhaltende Grollen und dröhnende Rumpeln bis - pääääng – ein ohrenbetäubender Knall (und das bei meiner Schwerhörigkeit!) Angst einflößte. Der Berliner Vesuv oder gar Ätna muss ausgebrochen sein, so meine Folgerung. Statt Feuer und Lava, kam es anders herum und nicht zu knapp. Tonnenweise Hagel, besser Eisklumpen. Im Nu lag ein 5 bis teilweise 10 cm hoher Eisteppich auf der Erde, teilweise mit geknackten Baum-Ästen und allerhand noch ganz jungem Blattgrün. Wehe den Frühgärtnern: Die Eisheiligen sind noch nicht dran gewesen. Vielleicht war das nur ein Vorgeschmack. Mir langte es allemal. Brauche kein Dakapo, denn abends war ich ziemlich kaputt. Nicht vom Laufen, sondern durch die unverhoffte Nötigung der Natur und dadurch Arbeit bis zum Abend.

Horst (am Tag des Donners)

P.S. Ein Foto gibt es auch. Wird nachgereicht.
Zuletzt geändert von Hotti am 02.05.2021, 17:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Sport und Freizeit

Beitragvon Hotti » 02.05.2021, 17:10

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Re: Sport und Freizeit

Beitragvon Hotti » 02.05.2021, 17:23

Eispickel und der Schneeschieber standen nicht bereit. Zu sehr war ich vom April-Winter-Frühling überrascht. Außer kräftigem Jungblattverlust beim gerade ausgetriebenem Grün ist weiter nichts passiert, nur die Dachrinne musste freigeschaufelt werden, weil alles körnervoll verstopft war. Es ist überstanden, nun aber los, die Krumme Lanke-Badezeit bricht an (z. Z. noch 8 - 10°C Wassertemperatur und deshalb nur für Schwimmer mit Eisschwimm-Erlaubnisberechtigung - kann bestimmt gebührenpflichtig beim Ordnungsamt beantragt werden).

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Re: Sport und Freizeit

Beitragvon MOSES » 03.05.2021, 13:03

Hotti hat geschrieben:Eispickel und der Schneeschieber standen nicht bereit. Zu sehr war ich vom April-Winter-Frühling überrascht. Außer kräftigem Jungblattverlust beim gerade ausgetriebenem Grün ist weiter nichts passiert, nur die Dachrinne musste freigeschaufelt werden, weil alles körnervoll verstopft war. Es ist überstanden, nun aber los, die Krumme Lanke-Badezeit bricht an (z. Z. noch 8 - 10°C Wassertemperatur und deshalb nur für Schwimmer mit Eisschwimm-Erlaubnisberechtigung - kann bestimmt gebührenpflichtig beim Ordnungsamt beantragt werden).

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Re: Sport und Freizeit

Beitragvon Hotti » 03.05.2021, 15:27

Was soll ich auf eine Frage antworten, die keine ist, sondern nur :lacher: ?
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Re: Sport und Freizeit

Beitragvon Hotti » 06.05.2021, 20:52

Mann o Meter - Zwanzig Kilometer

Es gibt so nette Sprüche von wegen „Wenn‘s dem Esel zu gut geht, dann begibt er sich aufs Eis“ oder „Übermut tut selten gut“ und schließlich „Wenn die Maus sterben will, dann beißt sie der Katze in den Schwanz.“ Bestimmt gibt es eine stattlich erweiterte Anzahl dieser Art von Lebensweisheiten, die sich in Sprüchen wiederfinden. Wir wollen das hier an dieser Stelle nicht ausweiten, aber Sinn macht es allemal darüber nachzudenken, wenn etwas passiert, das nicht unbedingt hätte sein müssen.

Reden wir besser über das Wetter. Ein Thema unendlicher Erschöpfung seit Jahrtausenden. Dabei haben wir schon seit Sonnabend, dem 20. März, Frühling. Und wo war er bisher? Vor Schreck der kalten Winde und dem gelegentlichen Eisregen wagt sich erst jetzt die Blütenpracht ins Sonnenlicht. Grund genug, die Gelegenheit zu nutzen, um zumindest den ersten Hauch von wirklicher Wärme zu spüren und vor allem dieses prickelnde „Es-geschafft- haben“ der Eiszeitüberwindung zu genießen. Dabei verkommt „Eiszeit“ schon bald zum Fremdwort angesichts der Klimaveränderung in Richtung Erwärmung. Ein Widerspruch? Tatsache ist es und keine Diskussion darüber führt weiter, als die Tatsachen, die bereits heute spürbar sind: Es wird wärmer. Zwei dicke Brummer Problembewältigung: Klimaveränderung :/: Abbau der schädlichen Emissionswerte und Thema Nr. 1 Corona, mit dem Lichtblick Jahresende 2021. Oder glaubt schon jemand, dass wir eher von dieser Geißel befreit werden?

Das alles sind meine Gedankenspiele, wenn ich das Tastenspiel am (übrigens neuen!) Computer aufnehme. Dabei habe ich doch nur die Donnerstag-Kolumne im Auge. Ja, ja, schon gut, bin bereits dabei:
Treffpunkt Zehlendorf, Albertinenstraße, ein ruhiges Villenviertel im südlichen Teil des Bezirkes Zdf-Steglitz. Wohnsitz Klaus. Und wer genau hinschaut auf den Bericht von voriger Woche, wird bemerken, dass unsere heutige Tour nur an das anknüpfte, was ich als mögliche Absichtserklärung oder gar Empfehlung aussprach: Lauf entlang des Teltowkanals in Ostrichtung. Das also war unser Vorhaben, unterstützt vom tollen Wetter und dem absolut flachen Geläuf. Bis wir allerdings an den Kanal kamen, waren bereits 4 km auf der Laufuhr vermerkt. Der dorthin führende Buschgraben zur Grenze nach Kleinmachnow sorgte für Kurzweil, denn der erst kurz vergangene Sturm hatte so manches Baumdasein brutal durch Entwurzelung beendet. Für uns bedeutete das, durch` s Gestrüpp krauchen oder Äste übersteigen. Immerhin, Laufen war nicht sinnlos, sondern möglich. Das wollten wir und es wurde noch besser. Als die 8 km-Marke an der Lichterfelder Königsberger Str. erreicht war, schien es Zeit, die Uferseite zu wechseln und die Rückkehr in Angriff zu nehmen.

Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Das Heizkraftwerk für 100.000 Haushalte (!) versperrte uns den Weg. Die 158 m hohen Schornsteine und die wuchtigen Unterbaue flößten trotz Einzäunung Respekt ein. Kein Durchkommen, also außen herum ein kurzes Stück auf dem Ostpreußendamm ehe wir gleich in eine (wirklich) wundervolle Kleingartenanlage einbogen, in der Hoffnung, bald wieder Ufer nah laufen zu können. Pustekuchen. Ein ansässiger, sehr freundlicher Parzellier (nicht schnoddrig berlinisch Laubenpieper) wies uns darauf hin, dass wir uns in einer Sackgasse befinden und uns am Ende keine Schlupfgasse zur Verfügung steht. Kehrt, Marsch, besser: Lauf. Das war u.a. das Mehr an Metern.

An der Wismarer Str. hatten wir dann endlich den Kanalweg im Original, bis wir kurz vor Teltow der Eingebung von Marion 8*) und Rainer folgten, uns doch bitteschön der von uns letzte Woche schon durcheilten Kirschbaumallee zu widmen, die jetzt in voller Blüte stehen würde. Kluger Weise hatten die Beiden das bereits am vergangenen Sonntag eruiert. Und richtig, die rosaroten Blüten wurden nicht nur von uns allein, sondern selbst heute an diesem gewöhnlichen Wochentag, von einer Fußgängeranzahl in nicht geahnter Menge besucht. Die ein km lange Allee konnte ohne Ausweichattacken oder etwa Zusammenstöße passiert werden. Den folgenden Teil der Strecke entlang der Bahntrasse Richtung Rangsdorf hatten wir bereits in der vorigen Woche. Also zweiter Durchgang, doch zählte diesmal der Schlenker weg vom Kanal weiter zur Erhöhung der Laufdistanz. Das letzte Stück, immerhin noch 4 km, bereits wieder auf heimischem Boden, entsprach einem gutem Auslauftempo.

20,34 km - eigentlich nicht beabsichtigt und doch ohne jegliches Meckern und Stöhnen überstanden. Hätte es sein müssen? So eine Frage, es ergab sich einfach.

Zu guter Letzt erfolgte im „Hause Klaus“ die Einladung zu Kaffee und Keksen. Und das in diesen Zeiten. Bitte keinen Neid, wir sind geimpft.

Horst

P. S. Route kann auf Nachfrage nachgeliefert werden.
*) Bei Gelegenheit komme ich auf die 8 (Acht) als Beifügung zur Namensnennung Marion zurück.
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