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2. lauferlebnis Fränkische Schweiz-Tour 11.-13.07.14

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2. lauferlebnis Fränkische Schweiz-Tour 11.-13.07.14

Beitragvon Kartenzwerg » 16.07.2014, 09:32

"Hallo Silke, hallo Simone! Schön, dass Ihr da seid!" So ging die 2. lauferlebnis Fränkische Schweiz-Tour 2014 los. Hä, woher wusste der nette Herr denn unsere Namen? Achso, wir hatten ja unsere Hübi-Shirts an. Und der nette Herr stellte sich umgehend als Michael, Organisator der Tour, vor. Das ist ja wie daheim, wie Havellauf: Der Organisator begrüßt alle persönlich!

Aber von vorn.

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Jeweils fünf Strecken werden zur lauferlebnis-Tour zusammengefasst und von Freitag Abend bis Sonntag Nachmittag abgelaufen.

Eher zufällig sind auf diesen Lauf aufmerksam geworden und hatten beschlossen, dass dies doch ein schöner Abschluss unseres Urlaubs wäre. An drei Tagen 57 km verteilt auf 5 Etappen durch die Fränkische Schweiz, allesamt leicht hügelig, nur 200 Teilnehmer - das hörte sich vielversprechend an. Und es wurde in der Tat nicht zu viel versprochen.

Am Freitag Abend ging es zur Startnummerabholung und 1. Etappe nach Hausen. Hausen ist der Ort, wo wir als Kinder stundenlang an der Schleuse des Main-Donau-Kanals standen und die Schiffe beobachteten. Dort angekommen, ging ein Unwetter mit allem Drum und Dran runter, so dass wir erstmal gar nicht das Auto verlassen wollten bzw. konnten.

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Nein, ich verlasse mein Auto nicht!

Aber irgendwann muss ja mal wissen, was passiert, so dass wir einen ersten Sprint vom Auto bis zur Sporthalle zurücklegten. Die Stimmung bei den Organisatoren und Läufern war trotzdem gut, alle freuten sich auf die Tour und pünktlich zum Start hörte es sogar auf zu regnen. So fiel der Startschuss zur ersten Etappe. Zwei Mal ging es eine Runde von 6,4km über Feldwege, Fahrradwege und Trampelpfade. Das Läuferfeld sortierte sich sehr schnell und wir fanden uns in der letzten Handvoll bei den Genußläufern wieder. Schon nach der ersten Runde war klar: Training schadet nicht. Zwei Monate fast ohne Laufkilometer im Urlaub machten sich bemerkbar. Aber unser Ziel war ja "nur" durchkommen mir einem Lächeln im Gesicht. Für die erste Etappe hat es jedenfalls geklappt.

Die zweite Etappe am Samstag Vormittag startete in Streitberg, dem Ort mit dem unbeheizten Naturschwimmbad, wo die Duschen noch Abseifraum heißen.

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Die Pendelstrecke ging insgesamt 17 km entlang der Wiesent mit wunderschönen Ausblicken auf Burgruinen und Mühlen. Eigentlich ein bißchen so wie Havellauf: Am Wasser entlang durch wunderschöne Landschaft. Wenn da nicht die 400 Höhenmeter gewesen wären... Klingt nicht viel, merkt man aber schon als untrainierter Flachland-Potsdamer... Und unterwegs wusste man ja genau: alles, was wir jetzt runter laufen, müssen wir später wieder hoch... Dafür war das Wetter perfekt, ein wenig sonnig, aber nicht zu heiß.

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Sieht auf dem Schild irgendwie viel flacher aus...

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Das Wiesenttal erstrahlte später im schönsten Sonnenschein

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Das kleine Läuferfeld am Start

Mittlerweile kannten wir auch schon einige Läufer und so wurde unterwegs immer mal wieder gequatscht und die Kilometer gingen flott vorüber, noch ein letzter Anstieg und dann ging es schon runter ins Ziel. Die Königsetappe war geschafft! Auf den Besuch im Schwimmbad haben wir allerdings verzichtet, dafür war es uns doch etwas zu frisch. Wir nutzten den Abseifraum meiner Eltern...

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Königsetappe geschafft!

Ab jetzt wurden die Strecken kürzer. Start- und Endpunkt der dritten Etappe war Hetzles. Mir noch in Erinnerung, weil wir zu Schulzeiten die Flächennutzung der Ortschaft und ihrer Felder kartieren sollten. Heute Abend sollten wir 12 km durch Felder und Wiesen laufen. Die Runde war wieder sehr schön gewählt und das Wetter traumhaft. Wir liefen mit der untergehenden Sommersonne. Aber die ersten gelaufenen 30 km steckten schon in den Knochen und so war Verstärkung nötig: Cris musste mitlaufen. Aber ja, man kann nach 17 km am Morgen abends nochmal 12 km nachlegen. Der Zieleinlauf am Sportplatz war fantastisch. Parallel zum Lauf fand dort Sportlerkirchweih statt, so dass für einen tollen Empfang gesorgt war. "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!" schallte es, als wir um die letzte Ecke bogen. Selbstverständlich ließen wir den Abend auf der Kirchweih ausklingen.

Der nächste Morgen war hart. Die Beine, besonders die Oberschenkel schmerzten und es war unvorstellbar, heute nochmal 15 km zu laufen. Zudem trug das Wetter nicht viel zur Aufbesserung der Stimmung bei, denn es schüttete draußen. Egal, auf nach Eggolsheim! Und kaum zu glauben: mir fällt nichts zu Eggolsheim ein! Sicher, als Kind bin ich ein paar Mal dort gewandert, aber kein herausragendes Ereignis. Die vierte Etappe war mit 8,5 km nicht besonders lang, bestand aber aus einem unendlich langen Anstieg, gefolgt von einem kurzen, knackigen Anstieg auf den ersten 4 km und einem gemächlichen Abgang auf der zweiten Hälfte.

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"... mit kleinen Anstiegen" fühlt sich nach 42 km wie Hochgebirge an

Auf den ersten Metern rebellierten die Beine und wir mussten uns erstmal wieder an den Laufschritt gewöhnen. Aber was soll ich sagen, nach zwei, drei Kilometern lief es. Fast könnte man meinen, der Anstieg tat sogar gut. Jedenfalls war ich schon oben, als ich es noch gar nicht erwartete. Beim Abstieg lief ich dann auf die vor uns liegende Gruppe auf und wir liefen gemeinsam ins Ziel. Die Stimmung war trotz einsetzendem Regen wieder hervorragend und wir hörten schon von Weitem unsere Namen. Michael nahm auch hier wieder jeden Läufer in Empfang. Kurz darauf kam auch Simone ins Ziel. Sie musste unseren wasserscheuen Hund ganz schön motivieren im Regen weiterzulaufen...

Während alle anderen sich in der Mittagspause erholten, ging es für uns beide nach einem Becher Wasser schon weiter. Wie konnte das passieren? Der Sonntag war ein Dilemma: zwei fussballbegeisterte Potsdamer mit kleinen Kindern um 15.45 Uhr beim Lauf in der Fränkischen, wovon eine am nächsten Tag pünktlich auf Arbeit sein musste. Die Idee des Veranstalters war klasse: Nach dem Lauf lässt man den Nachmittag gemütlich mit der Siegerehrung ausklingen und um 21 Uhr ist jeder geduscht vor dem Fernseher. Ja, jeder, der nicht noch abends nach Berlin muss... Wir haben die Pläne A, B und C entworfen und uns schließlich schweren Herzens dafür entschieden, die letzte Etappe ausfallen zu lassen. So schnell hätten wir gar nicht laufen können, dass das alles noch zeitlich funktioniert hätte. Also sind wir zu Michael, um uns abzumelden. -Wie, Ihr wollt nicht laufen? -Naja, wollen schon, aber wir müssen noch nach Potsdam und die DFB-Elf braucht unsere Unterstützung. -Aber Ihr liegt doch zudem noch so gut in der Altersklasse. -Sicher, aber wichtig ist ja erstmal der Spaß. Und denn haben wir auf alle Fälle. Und dann kam ein unschlagbares Angebot: Wir dürfen die Etappe vor allen anderen laufen, so dass wir rechtzeitig nach Potsdam kämen. Auch mit eigener Zeitnahme würde unsere Zeit zählen. Wie klasse war das denn? Gar keine Frage, dass wir dieses Angebot annahmen!

Also, rüber über den Frankenschnellweg nach Willersdorf. Ha, Kindheitserinnerung die Vierte: Hier waren wir oft Winterwandern. Mit Schlitten und heißen Getränken ging es über die Felder. Aber heute sollte Sommer sein, auf den ersten 500 Metern jedenfalls. Dann fing ein Regenguß an, so dass wir selbst im Wald nach wenigen Metern klatschnass waren. Zudem merkten wir die gelaufenen Kilometer und die kurze Pause in Beinen. Aber selbstverständlich gab es keinen Rückzieher! Ehrensache! Gemeinsam motivierten wir uns für die letzten 6,7 km und kamen total zerschossen aber auch ein wenig stolz am Auto an.

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Die letzten Kilometer

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Etappenbesprechung

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Das halbe Starterfeld

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Starkregen kann man einfach nicht fotografieren

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Die letzten Meter

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So sehn Sieger aus I

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So sehn Sieger aus II

Die Mittagspause holten wir dann im Hotel Mama nach, bevor es dann mit den Kindern gen Heimat ging. Aber halt, erst noch ein Stopp in Willersdorf, um unsere Zeit durchzugeben! Michael hatte schon auf uns gewartet und gratulierte uns herzlich. Mit einem Blick in die Wertungsliste entschied er, dass wir einen AK Platz sicher hätten (am Ende war es sogar der 2. Platz) und überreichte uns vor dem Start feierlich das AK-Geschenk: Einige Flaschen mit einem leckeren Tropfen aus der Region gefüllt! Hervorragend, kann ich nur sagen! Zudem gab es sogar noch unser Finisherpräsent - einen Apfelsekt aus der Region. Bei Gelegenheit werden wir damit auf unsere tolle Reise und den fantastischen Abschluss anstoßen - versprochen!

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Drei Tage nach dem Lauf können wir feststellen: Hier waren wir nicht zum letzten Mal! Die Idee des Streckennetzes für Läufer in der Fränkischen Schweiz ist klasse! Daraus eine Laufveranstaltung zu machen liegt nahe. Diese dann aber so toll zu organisieren, ist nicht selbstverständlich. Wer gerne kleine, familiäre Landschaftsläufe mag, kommt hier voll auf seine Kosten. Die Strecken waren sehr schön und abwechslungsreich gewählt. Dadurch, dass sie dauerhaft markiert sind, konnte man sich kaum verlaufen. Zudem gab es vor jeder Etappe noch ein paar Hinweise. Die Stimmung unter den Läufern - zumindest unter den Genussläufern im hinteren Feld - war super, es wurde gequatscht und sich gegenseitig motiviert und im Ziel gratuliert. Aber den Abwerbungsversuch ("Ihr solltet öfter mit uns laufen, Ihr würdet wunderbar in unsere Gruppe passen!") mussten wir dann doch ablehnen. Nee, nee, ein Mal rot, immer rot! Das Wetter kann leider keiner beeinflussen, etwas mehr Sonne hätte aber hier und da noch zum längeren Verweilen eingeladen. Aber irgendwie wurde auch das Unwetter mit Humor genommen. Allein ein wenig mehr Training hätte nicht geschadet. Das hätte uns nicht sonderlich schneller gemacht, aber zu weniger Schmerzen in den Beinen geführt. Egal, der Urlaub davor war es Wert!

Vielen Dank den unermüdlichen Helfern und ganz besonders Michael! Kaum hatten sie die Startnummern ausgegeben, waren sie schon an der Strecke und haben Getränke verteilt, um dann die Läufer im Ziel zu empfangen. Und dies das komplette Wochenende mit einem Lächeln im Gesicht.

Wir sind uns einig: Wir kommen wieder! Und dann mit kompletter Abschlussfeier!
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Re: 2. lauferlebnis Fränkische Schweiz-Tour 11.-13.07.14

Beitragvon Hübi » 16.07.2014, 10:12

@Silke & Simone: Klasse Leistungen - trotz der widrigen Umstände!!!! :klasse: :win: :win: :huldigen: :huldigen: :banane: :dance: :sport1: :gratulation: :gratulation: :respekt: :respekt: :blumen: :blumen:

Klasse Bericht und tolle Fotos! :danke:
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Re: 2. lauferlebnis Fränkische Schweiz-Tour 11.-13.07.14

Beitragvon harriersand » 16.07.2014, 11:29

Das scheint ja ein sehr persönlich organisiertes Event zu sein (wenn die Bezeichnung dazu überhaupt passt, wo dort doch noch Abseifräume existieren...), hört sich ganz toll an, danke für euren Bericht und die Fotos! Ist ja unglaublich, dass euch eigene Startzeiten ermöglicht wurden. :klasse:
LT Bernd Hübner: friends, a good run and great food! :jubilee:
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Re: 2. lauferlebnis Fränkische Schweiz-Tour 11.-13.07.14

Beitragvon Schleicher » 16.07.2014, 18:07

Klasse :klasse:

Toller und interessanter Bericht :zustimm:

P.S. Abseifraum ist großartig :dusche:
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Re: 2. lauferlebnis Fränkische Schweiz-Tour 11.-13.07.14

Beitragvon MOSES » 17.07.2014, 07:44

Klasse Simone+Silke :clap: :clap: :clap:
Euer Bericht hat richtig "Appetit" gemacht !
Ist ja auch nicht weit weg von meinem Heimatort Kallmünz, besser bekannt unter dem Namen
"die Perle des Naabtals"... :icon_wink:
Liebe Grüße
Moses
Rekordaufsteiger 2015
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Jeder sieht nur, was du scheinst. Nur wenige fühlen, wie Du bist.
Jubilee # 2474
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