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Nemea-Olympia 28./29.5.2010

Nemea-Olympia 28./29.5.2010

Beitragvon Lauffreundin » 20.05.2010, 09:58

Irgendwie hat mein Laufhighlight für 2010 hier vielleicht doch einen eigenen Thread verdient auch wenn von den "Roten" sonst keiner dabei ist. Aber ich hoffe, der eine oder andere mag dennoch davon erfahren. Ich bin schon mächtig aufgeregt, 180 km am Stück bin ich noch nie gelaufen und vor der Hitze hab ich die meiste Angst. Oder vor den Bergen in der Nacht? Gibt es eigentlich Wölfe, Antilopen, Bären in Griechenland? Damit habe ich mich noch gar nicht beschäftigt. :gruebel:
Ich weiss, dass es Schildkröten gibt. :icon_redface: Und hoffe, diese überholen mich nicht zu oft. :run: :rot:

Wer noch mehr vom Lauf lesen will - hier:
http://www.aethlios.gr/portal/en/

In Deutsch gibt es das bislang nicht.

Ich reise am Mittwoch kommender Woche hin und komme am 31. zurück.
Ich hoffe, gut vorbereitet zu sein mit 2x 160er in diesem Jahr und einem ruhigen Rennsteiglauf als wenigstens Alibibergtraining.
Ich gehe die Berge sowieso hoch, an Laufen ist bei mir da nicht zu denken. Mein Ziel ist: Ankommen im Limit. Wird schwer genug.
Herzliche Grüße
Silke
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Re: Nemea-Olympia 28./29.5.2010

Beitragvon Hübi » 20.05.2010, 10:06

Viel Glück, Silke :zustimm: :zustimm: :ja:
Liebe Grüße, Hübi :lach062: Mobil: 0176 - 56 56 76 56 | Mobil beim Laufen: 0171 - 275 95 05
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Re: Nemea-Olympia 28./29.5.2010

Beitragvon relax » 20.05.2010, 13:29

Lauffreundin hat geschrieben: Gibt es eigentlich Wölfe, Antilopen, Bären in Griechenland? Damit habe ich mich noch gar nicht beschäftigt. :gruebel:


Gelegentlich, aber keine Krokodile. :biggrin:

Ich wünsche dir Viel Spaß und Erfolg. Gut vorbereitet bist du ganz offensichtlich.
Und komm gesund zurück. :winkie:
Gruß
Bernd :dance:
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Re: Nemea-Olympia 28./29.5.2010

Beitragvon Schleicher » 20.05.2010, 19:07

relax hat geschrieben:
Lauffreundin hat geschrieben: Gibt es eigentlich Wölfe, Antilopen, Bären in Griechenland? Damit habe ich mich noch gar nicht beschäftigt. :gruebel:


Gelegentlich, aber keine Krokodile. :biggrin:


Und auf jeden Fall Pleitegeier :icon_wink:

Viel Glück, Du packst das schon :zustimm:

Gruß Micha
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Re: Nemea-Olympia 28./29.5.2010

Beitragvon Greenhorn » 20.05.2010, 22:45

Hallo Silke,

Was für eine Herausforderung! Herrliches Abenteuer und grausame Tortur zugleich. Für mich. Für Dich wird es wahrscheinlich einfach nur schön, so gut, wie Du vorbereit bist.

Viel Glück, ganz viel Glück!

Beste Grüße
Jochen
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Re: Nemea-Olympia 28./29.5.2010

Beitragvon Barbara » 20.05.2010, 23:56

Alles Gute wünsche ich Dir, komme gut durch, ich werde dann an Dich denken und Dir die Daumen drücken! :zustimm:
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Re: Nemea-Olympia 28./29.5.2010

Beitragvon Biba » 21.05.2010, 23:58

180 Km, durch die Nacht in einem fremden Land, das ist bestimmt ein tolles Erlebnis. Ich wünsche Dir viel Spass und einen guten Lauf. :zustimm:

Gruß Biba
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Re: Nemea-Olympia 28./29.5.2010

Beitragvon Julia » 22.05.2010, 16:11

Lauffreundin hat geschrieben: Gibt es eigentlich Wölfe, Antilopen, Bären in Griechenland? Damit habe ich mich noch gar nicht beschäftigt. :gruebel:


Gelegentlich, nur keine Bange !

Ich wünsche dir gutes Durchkommen, ein tolles Erlebnis und ganz viel Erfolg.
Gut vorbereitet bist du offensichtlich.
Komm gesund zurück. :winkie:

Gruß

Julia
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Re: Nemea-Olympia 28./29.5.2010

Beitragvon Lauffreundin » 01.06.2010, 15:45

http://picasaweb.google.de/Hoppelchen1/Griechenland#
Mein Griechenlandtagebuch

Für alle, die nicht viel Zeit haben: ich habe wirklich nur einen verschwindend geringen Teil dieses Laufes geschafft und hatte dennoch eine prägende schöne Zeit. Es geht mir gut, ich hadere nicht mit mir und bin voller Tatendrang für die nächsten Vorhaben.
Hier meine Erlebnisse der letzten Tage, die ich handschriftlich in Tagebuchform unterwegs festgehalten habe und jetzt genauso wiedergebe:

Abflug in Berlin-Schönefeld. Immerhin bei Sonnenschein. Aber es ist kühl. Etwa 14 Grad. Nach 2 ½ h schlägt mir bei der Landung in Athen gleich die Hitze entgegen. Aber in dem Moment empfinde ich sie noch als schön. An der Kofferschlange treffe ich Heike, im Flugzeug haben wir uns nicht gesehen. Sie bleibt aber bis morgen noch in Athen. Schade.
Relativ gut und schnell finde ich den Bahnsteig, das Ticket nach Korinth ist mit 8 Euro erschwinglich und es kommt auch bald eine Bahn. Leider nicht durchgehend und so muss ich beim Umsteigen noch mal beinahe eine Stunde auf einem hässlichen windigen Bahnsteig warten. Umgeben von einer Schnellstraße ist mein erster griechischer Eindruck eher bescheiden. Endlich kommt der Zug und als das Meer zu sehen ist, gefällt mir die Landschaft in Teilen auch. Dennoch finde ich, dass diese Kargheit nicht mein Fall ist. Wir überqueren den Kanal in Korinth und bald sind wir da. Dann kommt der nächste Eindruck, der mir die Liebe zu diesem Land verschliesst. Der Taxifahrer schaut mich so überheblich an, ich glaube er fand, ich könnte meinen Koffer auch selbst in seinen Kofferraum hieven. Schweigend bringt er mich zum Hotel, bekommt dafür 13 Euro. Aber dann das Hotel – wunderschön. Am Meer mit einem schönen Garten und einem schönen Zimmer. Kalamaki Beach – wer mal hinwill, sehr zu empfehlen. Und einer auf Anhieb angenehmen Zimmergenossin. Sue aus England – in Laussane lebend. Das Englischsprechen ist gut für mich, sollte ich viel öfter tun.
Vor dem Dunkelwerden will ich aber noch meine kleine Laufrunde absolvieren und dann auch noch Abendessen. Da ich mich nicht auskenne geht nur die Straße hoch und da nach 1 1/2 km ein Hund den Weg versperrt und ich nicht genau weiß, ob er mich mögen wird – drehe ich lieber um. Idyllisch war das nicht. Drecke und Straße. Naja. 3 km in 17:25 gelaufen und Abendessen ist lecker. Ich fühle mich aber ein wenig einsam, das ändert sich aber als gegen 21:30 Jan und Antje ankommen. Schön. Jetzt genießen wir gemeinsam noch eine Flasche Rotwein in der einzigen Taverne nebenan und dann geht es ins Bett.

Tag 2 – Donnerstag
Sue hat sich aus irgendeinem Grund einen Wecker gestellt und der klingelt kurz nach 7. So ganz sicher ist sie sich nicht, warum sie das tat aber sie steht doch auf. Ich dreh mich noch dreimal um, ich hab Urlaub. Das Frühstück ist reichlich und lecker. Ich genieße es draußen auf der Sonnenterrasse. Die Spatzen ringsum sind sehr frech und klauen alle Reste vom Teller bis hin zum Speckrand. Nach dem Frühstück folgt eine kurze Besprechung mit Jan, der mir noch viele Hinweise gibt, dann genieße ich den Rest des Tages einfach die schöne Umgebung. Die Füße ins Meer, den Blick auf die Berge. Gegen 13 haben Jan und ich uns zum kurzen Lauf verabredet, der Gewöhnung an die Hitze wegen. Ich leide schon auf den paar Kilometern, knapp unter 5:30er Schnitt ist es mir natürlich auch zu schnell. Ich bin nach 33 Minuten am Hotel zurück und fühle mich wie nach 30 km. Roter Kopf, rasender Puls. Japsend. Mir kommen schon böse Ahnungen obwohl ich natürlich weiß, dass ich morgen langsamer – viel langsamer laufe. Am Nachmittag bin ich wiederum froh über die Entscheidung, diesen Tag schon hier und nicht in Athen zu verbringen, es ist wirklich schön. Urlaub eben. Ich liege faul mit Sue am Pool, wir lesen und es geht uns gut. Gegen 18 Uhr wird es etwas hektischer, die anderen Teilnehmer kommen und somit auch Heike und Marianne. Ich freue mich darüber und lasse mich von dem Gewusel anstecken und werde auch aufgeregt. Wir bekommen unsere Starterbeutel, das Shirt ist nett und es ist auch kein Finisher – sonder ein Startershirt. Athlios steht nur drauf. (Also kann ich es auch als Nichtfinisher später tragen ;-))
Das Briefing folgt. Stickiger Tagungsraum, warten bis endlich alle da sind. Wie immer in Griechenland dauert das lange. Ein furchtbarer Vortrag in sehr schlechtem Englisch eine Professors für Medizin. Hoffentlich ist er als Arzt besser. Jetzt wissen wir endlich Bescheid über den Zusammenhang zwischen Energieverlust, Stress und Leistungsabfall beim Ausdauersport.
Also begeben wir uns schnellstens zum Abendessen danach, um für die Energie einen Vorrat anzulegen. Danach bevorraten wir uns noch mit einem Glas Wein und blicken auf ein glitzerndes Meer dabei. Wunderschön. Wir sitzen alle zusammen. Die Bayern, Jan, Sue, Antje und ich. Achso, einen Österreicher haben wir auch in unsere Runde aufgenommen. Sehr internationale Runde also. ;-) und ich muss genau hinhören, um alles zu verstehen. Außerdem zwischendurch für Sue übersetzen. Bayerisch-Englisch. Dabei kann ich kein Bayrisch.

Tag 3 – Race Day

Ich sitze um 10 fertig angezogen auf meinem Bett. Drop-Bags sind abgeben, Wasserflaschen bereit. Der Rucksack steht da – ich finde ihn schwer. Susan ist noch nervöser als ich. Liest immer wieder Berichte des Laufes. Wir warten auf das kleine Mittagessen bevor es los geht. Ein Bus wird uns nach Nemea bringen. Heute haben wir ein paar Wölkchen am Himmel, alle hoffen dass es so bleiben wird. Dennoch ist es sehr warm. Ein letzter Blick aufs Meer und es geht los.
Ja – und schon nach 25 km war ja für mich alles vorbei. Aber der Reihe nach. Wir kommen in Nemea an, der Bus spuckt uns in die glühende Hitze aus. Wie immer warten wir. Dann werden wir ins Stadion geführt und bekommen eine geschlagene Stunde lang von einem ja wirklich liebenswerten Professor Ausführungen zur Geschichte. Und danach auch eine wirklich bewegende Eröffnungszeremonie mit Feuerschale und allem drum und dran. Aber ich bin eigentlich schon jetzt völlig erschöpft. Ich trinke und trinke und habe immer weiter Durst. Es sind etwa 38 Grad im Schatten, nur leider gibt es keinen. Später höre ich, dass es seit Temperaturaufzeichnung die heißesten Maitage sind. Schon am Kilometer 20 sinke ich erschöpft auf einen Stuhl und denke, ich kann mich nicht mehr rühren. Trinke zur Abwechslung mal etwas Kaltes, denn das Wasser wird in Minutenschnelle warm. Ich habe mir auch schon soviel Wasser über den Kopf getan, ich bin klatschnass. Antje, die hier gewartet hat, motiviert mich dennoch mich wieder zu erheben obwohl ich schon hier über der Zeit bin. Das scheint aber hier noch nicht so schlimm zu sein. Vom Berg kommt uns ein Teilnehmer entgegen. Er geht zurück und steigt in den Bus. Ich schaue ihm sehnsüchtig hinterher und gehe doch weiter. Schleiche den Berg mühsam nach oben, schleppe mich wirklich regelrecht vorwärts und trinke immer wieder einen Schluck von der Plörre in meiner Flasche. Ich bin relativ weit oben und fange plötzlich an zu schwanken. Ich gieße mir ein wenig Wasser über den Kopf, setze mich an die Seite und habe Angst. Wenn ich jetzt zusammenklappe, wann wird man mich finden? Ich habe auch Angst vor irgendwelchem Getier hier oben. Die Landschaft die ich seh, der kann ich gar nichts abgewinnen. Geröll, karge Berge. Und Hitze, Hitze, Hitze. Wenigstens funktioniert mein Kopf noch so weit, dass ich ganz sicher bin, das kann ich nicht mehr ertragen. Mein Puls rast bei der kleinsten Bewegung. Es geht jetzt ein Stück geradeaus aber an einen Laufschritt ist nicht zu denken. Endlich kommt ein Jeep der Organisation. Ich weiß sofort, dass ich einsteigen werde. Mir kommen zwar ein paar Tränen aber ich bin selbst nicht sicher ob vor Erleichterung oder aus Traurigkeit. Nie war ich so um meine Gesundheit besorgt. Und ich weiß, dass die Entscheidung die einzig mögliche war für mich. Mein Körper hat schlichtweg den Dienst verweigert und mir damit gezeigt, wo die Grenze ist. Diese Hitze, die ich überhaupt nicht gewöhnt war, die war er nicht bereit zu ertragen. Der Bus ist später nicht gerade eine Erholung. Viele Stunden muss ich darin verbringen. Erst am kommenden Tag gegen 9 Uhr sind wir in Olympia. Wir haben natürlich noch einige aufsammeln müssen. Ich habe aber den Bus nur selten verlassen. Nur am Abend am Checkpoint meine warmen Sachen eingesammelt. Ab und zu habe ich auch geschlafen. So gut es eben ging. Im Bus wurden wir aber gut umsorgt und auch ein Arzt wurde ständig angeboten. Aber den brauchte ich nicht, ich wusste, dass ich mich auch so wieder erholen würde außerhalb der Hitze. Ich beneidete niemanden von den Läufern, die ich unterwegs sah und bereute auch jetzt meine Entscheidung zu keiner Minute. Als dann am Morgen die große Hitze erneut zuschlug noch mehr. Am letzten Checkpoint kam Jan als feststehender Sieger. Sagenhaft. Er hatte noch 8 km vor sich. Er ist ein so begnadeter Läufer, dass ihm die Hitze des zweiten Tages erspart blieb. Aber dafür hat er natürlich hart gearbeitet. Beinahe alle andere mussten diese Tortur erneut auf sich nehmen. Heike dabei beinahe 28 Stunden lang. Und als Heike dann ins Ziel kam sagte sogar sie – das war das härteste was sie je erlebt hat. Auweia. Ich hatte nach einer langen Dusche beinahe den ganzen Tag vorn in der Lobby gesessen und die Helden ankommen sehen. Ich freute mich für jeden und war immer noch nicht traurig. Aber auch die anderen Aussteiger kamen irgendwann. Sue war unter ihnen, Marianne auch. Sie hatte sich zu allem Unglück auch noch verlaufen.
Aber es gab auch viel zu bewundern. Ralf Simons Leistung gehörte dazu. Er wurde 4. Und wirkte irgendwie als einer der wenigen kaum erschöpft. Meine Güte, kaum zu fassen.
Achso, kurz laufen war ich auch noch. 3 km trabte ich an der Straße lang.
Nun folgte aber der merkwürdige Abend, der an der Organisation des Rennens zweifeln liess. Bei allem Verständnis für die Mentalität der Gelassenheit der Griechen, das ging zu weit. Wir saßen ab 20 Uhr bereit und warteten auf die Siegerehrung für die im Garten auch alles aufgebaut war. Nach einer Stunde Warten baute man ohne ein Wort aber wieder ab und schickte uns zum Abendessen. Kein Wort warum, auch zu Jan nicht. Der saß da und wusste kaum was er sagen sollte. Nach dem Essen kam kurz jemand an alle Tische und teilte lapidar mit, Siegerehrung morgen nach dem Frühstück. Das wars. Ich glaube, es fiel Jan recht schwer, seine Tränen der Enttäuschung zu unterdrücken. Das muss man sich mal vorstellen. Da rennt der Junge so ein Rennen und dann das. Er hat mit mehr als 3 Stunden Vorsprung gewonnen.
Wir haben bis zum Schluss nicht rausbekommen, was los war. Merkwürdigerweise haben wir auch nicht mitbekommen, dass es am Abend ein Erdbeben gab. Die Jungs aus Bayern haben erzählt dass die Scheiben geklirrt hätten, wir waren wohl zu sehr mit uns beschäftigt am Tisch.
Sonntag

Ich habe so tief und fest geschlafen, dass ich sehr erholt aufwachte. Und schlüpfte in meine Laufsachen. Lief ins nächste Dorf und zurück. Auch wenn die Sonne noch nicht ganz so brannte, war ich doch wieder nass geschwitzt. 5 km genügten. Wenn man bei uns die Morgenstunden im Sommer zum Laufen nutzt hat man ja dennoch etwas Kühle dabei. Hier nicht.
Das Frühstück war gut und reichlich und im Anschluss sollte ja endlich die Siegerehrung sein. Ich fand sie ehrlichgesagt sehr unwürdig. Kurze Rede und nicht mal ein Podest. Es wurde zwar jeder nach vorn gerufen aber eine feierliche Stimmung wie es alle verdient hätten, die kam zu keinem Zeitpunkt auf.

40 Teilnehmer hatten es ins Ziel geschafft, viele in der letzten Stunde. Sie müssen alle sehr gelitten haben. Der Rennarzt hatte wohl auch gut zu tun.
Der Vormittag des Sonntag war der Kultur gewidmet und obwohl wir auch hier erstmal wieder eine dreiviertel Stunde warten mussten hat mir der kurze Exkurs in die Geschichte gut gefallen. Die Bilder aus Olympia sprechen hier für sich.
Es folgt ein wunderbares Mittagessen und eine lange Fahrt zurück nach Nemea. Auch dort gibt es wieder die üblich Warterei aber diesmal werden wir dann in der Tat sehr entschädigt dafür. Es folgt nämlich ein sehr stimmungsvoller griechischer Abend mit wunderbarem Essen, Folkloretanz, der beinahe jeden mitreißt und viel Lachen. Das hat mir sehr gefallen. Wir bekommen noch jeder zum Abschied einen Beutel mit Wein und Olivenöl geschenkt. Die schöne und ausgehaltene Stimmung hält auch im Bus noch an. Einige steigen in Korinth aus und bleiben noch eine Nacht dort, wir anderen fahren bis Athen. Der Wein reicht bis dahin. ;-) Thomas hat ein Hotel organisiert und weit nach Mitternacht treffen wir dort ein. Der Portier ist gut gelaunt, nur der Hund den Heike eigentlich mit rein nehmen wollte, der muss dann doch draussen bleiben. Aber er (der Portier, der Hund durfte ja nicht ;-)) trinkt noch ein Glas Wein mit uns und irgendwann fallen wir doch alle ins Bett. Ich wache dann zeitig auf, weil die Stadt Athen eine lärmende Stadt ist. Und das hört man bis in den 5. Stock. Und sobald man die klimatisierten Räume verlässt ist man wieder von der Hitze umgeben. Ich wusste sofort, dass ich hier nicht laufen gehen kann. Wo auch. Es gibt nur Verkehr und viele Menschen. Gegen 14 Uhr komme ich dann am Flughafen an und lese nur „Late“ beim Flug nach Berlin. Beim Einchecken erfahre ich etwas von etwa 1:30h. Das hieße, gegen 18:30 Uhr. Nicht schön aber da könnte ich mein Läufchen zu Haus noch schaffen. Dann wird es aber geändert und ich lese plötzlich 20:30 Uhr. Inzwischen war auch Heike da. Wir waren schon durch die Sicherheitskontrolle und nun beide sehr erschrocken. Das wären noch einige Stunden. Und ich wusste – Laufen geht dann nicht mehr. Und nun kommt: ich habe auch das erste Mal einen Streaklauf gemacht, der doch als ungewöhnlich zu bezeichnen wäre. ;-) Wir durften aus dem Sicherheitsbereich doch wieder heraus – welch ein Glück. Wir bekamen auch Verzehrgutscheine in Höhe von 4,50 Euro. Pro Stunde einen Euro. Dann kaufte ich mir ein frisches T-Shirt, gab Heike meinen Rucksack und ging laufen. In Sandalen und Hose. Das Terminalgebäude des Athener Flughafens hat eine Länge von etwa 800m. Und ich wäre in der Tat gern drinnen mit der Klimaanlage gelaufen aber das hab ich mich nicht getraut. Also raus. Und immer 800m in eine Richtung, wenden, 800m zurück. So lief ich etwa 3 km in 20 Minuten und die Menschen die hier draußen standen haben mich zwar registriert aber offenbar sind Flughäfen voller merkwürdiger Menschen und so kam ich mich ehrlichgesagt nach dem dritten Wenden gar nicht so ganz blöd vor. ;-). Danach erfrischen und waschen im WC-Waschraum und ab jetzt war mir die Verspätung beinah egal. ;-) Ein Schock war dann in Berlin noch die Temperatur beim Aussteigen. War ja bald ein Unterschied von 30 Grad. Aber obwohl mir etwas kalt war , kam ich damit besser zurecht als andersrum. Und freu mich schon auf mein Läufchen im Wald nachher.

Meine schönste Erkenntnis, die ich so weit in der Ferne gewonnen habe: ich liebe meinen Wald hier zu Hause. Ich liebe die Gegend wo ich zu Haus bin. Dazu liebe ich die Ostsee und die mecklenburgische Gegend. Darum lauf ich ja auch an die Ostsee in ein paar Wochen. Das ist meins. Griechische Hitze und griechische Mentalität nicht. Es war trotzdem eine tolle Reise und eine tolle Zeit. Mit tollen Menschen, neuen Freunden. Thomas aus Bayern will es in zwei Jahren unbedingt wieder versuchen. Er wollte mich überreden, es auch zu tun. Ich bin eigentlich immer noch beim Nein. Aber 2 Jahre sind ja zum Glück so lange hin, dass ich das noch viele Male durch Kopf wälzen kann. Der heißeste Maitag war ja nun. Vielleicht ist es ja in 2 Jahren wirklich weniger heiß aber bis dahin muss ich darüber nicht nachdenken sondern freue ich mich auf Potsdam, 24 Stunden-Rockenhausen und den Baltic-Run!! Und auf alle damit verbundenen Begegnungen. Diese machen es aus. Egal ob und wie man einen Lauf beendet.
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Re: Nemea-Olympia 28./29.5.2010

Beitragvon Hübi » 01.06.2010, 16:24

:respekt: für deine Entscheidung, Silke :zustimm: :ja: In dieser Hitze zu laufen ist sicher eine Qual. Erstaunlich wie einige dies verkraften :icon_exclaim: :ja:

:danke: für deinen eindrucksvollen Bericht. :zustimm:
Liebe Grüße, Hübi :lach062: Mobil: 0176 - 56 56 76 56 | Mobil beim Laufen: 0171 - 275 95 05
Wer gutes tun will, muss es verschwenderisch tun.
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