Re: Wie man sich vor einem plötzlichen Herztod schützen kann
von relax » 17.04.2010, 16:33
Ich bin einigermaßen erstaunt über solche Ratschläge. Während die ersten beiden, wenn auch Allgemeinplätze für die man keine Fachärzte braucht, richtig sind, finde ich andere diskussionwürdig:
5. Trinken sie während einer Ausdauerleistung bei Streckenlängen von mindestens 10km nur spezielle Sportgetränke oder entsprechende Flüssigkeiten.
Bekanntlich dienen die langen Grundlagenausdauerläufe im Wesentlichen dem Training des Fettstoffwechsels. Diesen Effekt erzielt man zum einen nur im aeroben Bereich, da der Körper unter Sauerstoffschuld Fett schwer umwandeln kann und sich daher an die Kohlehydrate hält. Das tut er,solange er leicht an diese Energieträger herankommt. Führt man dem Körper während dieser Trainingsläufe "spezielle Sportgetränke" mit hohem Anteil an Kohlehydraten zu, gibt es keinen Grund für den aufwändigen Prozess des Fettstoffwechsels. Defizite kann es allerdings bei Mineralien und Salzen geben, vor allem bei langen Läufen bei höheren Temperaturen. Undifferenziert Sportgetränke zu empfehlen halte ich nicht für zielführend. (Besonders bereits bei Distanzen von 10 km!)
8. Nehmen sie während eines Wettkampfes bei einer Streckenlänge von mindestens 10km etwas Salz zu sich (falls keine Kontraindikation vorliegt).
Wie bereits erwähnt kann es bei längeren Läufen, vor allem bei höheren Temperaturen, durchaus zu einem Salzmangel kommen. Wadenkrämpfe sind häufig ein Zeichen dafür. Starke Zweifel hab ich allerdings, dass das bereits während eines 10km-Laufes so ist. Da würde ich doch eher empfehlen es mal mit Training zu versuchen.
Völliges Unverständnis hab ich für solche Empfehlung:
3. Nehmen sie morgens vor einem längeren Lauf bzw. Spaziergang von mindestens 10km Länge 81mg Aspirin, falls keine medizinischen Indikationen dagegen sprechen.
Mir ist durchaus bekannt, das dieser Tipp unter Läufern kursiert. Die Blut verdünnende Wirkung soll bewirken, dass mit dem Blut leichter Sauerstoff transportiert wird. Quasi EPO für Arme. Von angeblichen Fachärzten solchen Ratschlag zu erhalten empfinde ich als ziemlich verantwortungslos. Ein Arzt, der mir sowas empfehlen würde hätte mich das letzte mal gesehen.
Ich weiß wohl, dass Berichte und Untersuchungsergebnisse häufig verkürzt, aus dem Zusammenhang gerissen und dadurch in falschem Zusammenhang in den Medien veröffentlicht werden. (Ich erinnere da nur an den unsinnigen Artikel über Laufschuhe, der mit dem Untersuchungsbericht wenig zu tun hatte.) Ich vermute mal zugunsten der "Fachärzte", dass das auch in diesem Fall so ist und würde eine Klarstellung begrüßen.
Gruß
Bernd
It's now or never!