Ich habe mir in New York das Motorola ACTV mal genauer angeschaut. Hier ein paar Anmerkungen dazu:
Im Prinzip handelt es sich um einen kleinen, wohl unter Android laufenden Computer, der mit Armband am Handgelenk oder am Oberarm getragen wird. Das Teil funktioniert als Musikplayer (Synchronisation mit iTunes), als Fitnesscomputer und als Anzeigegerät für ein ggfs. per Bluetooth verbundenes Android-Smartphone. Auch spezielle Android-Apps können installiert werden.
An das ACTV lassen sich sowohl ein kabelgebundener als auch ein Bluetooth-Kopfhörer anschließen. Der Gag bei den Original-Motorola-Kopfhörern: sie funktionieren auch als Pulssensoren. Das hört sich allerdings besser an als es wirklich ist. Es wird nämlich nicht permanent die Pulsfrequenz gemesssen, sondern nur auf Tastendruck. Wer eine permanente Überwachung (wie Garmin, Polar oder Nike+) möchte, benötigt einen ANT+-kompatiblen Gurt. Und: insbesondere das Bluetooth-Headset wirkt klobig. Fragwürdig ist aus meiner Sicht, daß zum Markstart beide Headsets garnicht lieferbar sind und nur ein Dummy gezeigt wurde.
Die Streckenmessung und -aufzeichnung erfolgt mit Hilfe eines integrierten GPS-Empfängers.
Die Auswertung der Trainingsdaten sowie die Aktualisierung der Musiktitel funktioniert per Micro-USB-Anschluß oder per WLAN. Wie bei Nike+ auch, erfolgt die Auswertung der Trainingsdaten über ein Online-Portal.
Das integrierte WLAN ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal, dürfte aber bei permanenter Aktivierung gemeinsam mit Bluetooth, GPS und dem großen Display für eine deutliche Reduzierung der Akkuleistung sorgen.
In den USA kostet das ACTV 249 USD (mit 8GB-Speicherkapazität) bzw. 299 USD (mit 16GB-Speicher). Die Kopfhörer (ca. 49 bzw. 99 USD) sowie die Armbänder (je 29 USD) müssen extra erworben werden. Oder, genau gesagt: out-of-the-box ist das ACTV fast nicht nutzbar, da keinerlei Halter, Clip o.ä. mitgeliefert wird.
Die Zielgruppe des ACTV dürfte diejenigen sein, die mit iPod nano und Nike+ Sport treiben. Wenn man jedoch von der üblichen Preisgestaltung in Europa ausgeht (Dollarpreis=Europreis; das ACTV soll im ersten Quartal 2012 auch bei uns zu erhalten sein), ist der Aufschlag für etwas mehr Konnektivität und GPS für das Motorola-Gadget schon deftig. Der Preis bewegt sich dann auf dem Niveau professioneller Trainingssysteme von Polar, Garmin und Co.
Auch wenn man mich mit einem sportlichen Presse-Einführungsrabatt "bedroht" hat: ich hab's nicht gekauft.
Wer mehr wissen möchte:
Motorola ACTV