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Ernährung - "Obst schützt kaum vor Krebs"

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Ernährung - "Obst schützt kaum vor Krebs"

Beitragvon Hübi » 30.04.2010, 12:11

Ernährung - "Obst schützt kaum vor Krebs"

[GRR ...]
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Re: Ernährung - "Obst schützt kaum vor Krebs"

Beitragvon runningdad » 01.05.2010, 10:41

Vielen Dank für den Artikel, der letztlich doch Zweierlei zeigt: 1. wie sehr auch Wissenschaftler es lieben monocausal zu denken und 2. wie sehr man sich ein "Wundermittel" zur Krebsprophylaxe herbeisehnt.

Ich darf/muss mich schon seit Jahren mit diesem Thema auseinandersetzen und bin immer wieder erstaunt wieviele Wissenschaftler und Mediziner :icon_wink: sich doch auf wissenschaftlich sehr unsicheres Terrain begeben und dann mit Aussagen wie Obst- und Gemüseverzehr beugt der Krebsentstehung vor an die Öffentlichkeit wagten und wagen und natürlich auch Hoffnungen wecken. Die Epic Studie trägt da nun hoffentlich zur Versachlichung bei?! In vielen Bereichen wird andersherum auch viel Geld mit derartigen Versprechen verdient, ein Stichwort hierzu "functional food" oder die sogenannten "health claims", dass heißt, das Bewerben von angeblichen positiven gesundheitlichen Effekten durch den Verzehr von Lebensmitteln mit zugesetzten Stoffen, denen gewisse gesundheitsförderliche Effekte nachgesagt werden. Auch hier das Problem, selbst wenn dieser Stoff in der Zelle der Entstehung von Krebs entgegenwirken könnte, dann muss er erstmal dortin gelangen und das ist für Nahrungsmittelinhaltsstoffe nicht so einfach. Zudem gilt, dass eine zugesetzte Substanz, die nachweislich pharmakologische Wirkungen hat, der Arzneimittelzulassung unterliegt. Es gibt genug Interessen, warum krebsverhinderne Effekte auch instrumentalisiert werden.

Schön finde ich an dem Artikel, dass deutlich wird, wie sehr das Ergebnis einer Studie von deren Design abhängt. Weniger schön finde ich, dass auch Herr Joost dem monocausalen Denken noch verfangen zu sein scheint? Die Entstehung von Krebs ist m.E. aber viel zu Komplex um sie auf einfache direkte Zusammenhänge herunterbrechen zu können. Krebs entsteht durch Mutationen z.B. der DNA die im Normalfall durch körpereigene Reparaturmechanismen kompensiert werden, aber eben nicht immer... Diese können u.a. durch kanzerogene Stoffe, aber auch durch Strahlungen (UV, radioaktiv...) hervorgerufen werden. Wir sind von solchen Stoffen/Strahlungen ständig, auch und vor allem natürlich umgeben, ohne gleich Krebs zu entwickeln. Die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken steigt bei den meisten Krebsarten mit steigendem Lebensalter, das heißt bei steigender Lebenserwartung der Gesamtbevölkerung gibt es auch häufiger Krebs. Umgekehrt gedacht: Früher wurden viele Menschen gar nicht alt genug um an Krebs zu sterben. Was bleibt also als Ergebnis der Epic Studie? Enttäuschung dass Obst und Gemüse nicht der Schlüssel im Kampf gegen den Krebs sind? Und "So weist die Epic-Studie darauf hin, dass ein hoher Ballaststoffverzehr mit einem verminderten Darmkrebsrisiko verbunden ist und dass umgekehrt der Verzehr von viel rotem Fleisch das Darmkrebsrisiko zu erhöhen scheint". Wirklich? Oder ist es nicht vielleicht eher so, dass Menschen die viel Ballaststoffe essen, weniger Fleisch verzehren, dass oft zu stark mit Benzo-a-pyren und anderen krebserzeugenden polyzyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) belastet ist? Diese entstehen vermehrt (aber nicht nur) beim Grillen von fetthaltigen Lebensmitteln über offener Glut (unvollständiger Verbrennungsprozeß unter Sauerstoffdefizit). Eins ist klar, wer seinen Körper vielen krebsauslösenden, -erzeugenden oder -promovierenden Substanzen aussetzt, hat ein größeres Risiko an Krebs zu erkranken (z.B. Raucher). Umgekehrt kann für solche (krebsauslösenden) Substanzen kein Schwellenwert gesetzt werden, da ein Molekül zur Krebsentstehung ausreichen könnte. Empfehlung? Normal und gesund ernähren und nicht in Panik verfallen, wenn man ab und an etwas Gegrilltes isst und auf die körpereigenen Reparaturmechanismen vertrauen. Nicht rauchen und kein Übergewicht, da liegen wohl die Hauptgefahren?! Aber Beides ist bei Läufern ja eher die Ausnahme? :icon_wink:

Ich musste mir das mal von der Seele schreiben, behaupte aber auch nicht die Wahrheit gepachtet zu haben und warte auf neue (teure) Studien zu dieser Thematik!

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Re: Ernährung - "Obst schützt kaum vor Krebs"

Beitragvon Hübi » 01.05.2010, 13:05

runningdad hat geschrieben:[snip]
Empfehlung? Normal und gesund ernähren und nicht in Panik verfallen, wenn man ab und an etwas Gegrilltes isst und auf die körpereigenen Reparaturmechanismen vertrauen. Nicht rauchen und kein Übergewicht, da liegen wohl die Hauptgefahren?! Aber Beides ist bei Läufern ja eher die Ausnahme? :icon_wink:

Ich musste mir das mal von der Seele schreiben, behaupte aber auch nicht die Wahrheit gepachtet zu haben und warte auf neue (teure) Studien zu dieser Thematik!

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