Aus dem Hotel, wo wir fast zwei sehr schöne Wochen verlebt haben, wurden zwei Busladungen an Läufern ganz entspannt zum Startbereich chauffiert. Die Marathonis und 10 Km Läufer durften die erste Startwelle bilden. Nachdem die unmittelbare Umgebung erkundet worden war, nahmen die Besonderheiten ihren Lauf. Dunkle Wolken kündigten sich an und ein Platzregen überflutete die Straßen innerhalb von kurzer Zeit. Das trug zur intensiven Völkerverständigung bei, die wenigen Unterstellmöglichkeiten wurden maximal ausgenutzt. Selbst die umherstreunenden Hunde fanden keinen Platz und blieben im Regen stehen. Ich glaube der ein oder andere hielt sich auch länger in den Dixis auf. Die entstehende Seenlandschaft ließ bei einigen Läufern Sorgenfalten in den Gesichtern erkennen. Nachdem der Regen nachließ bestand die erste Herausforderung darin, trockenen Fußes seine Kleidung am jeweiligen Wagen abzugeben. Wer dies geschafft hatte, durfte dann den knöcheltief unter Wasser stehenden Startbereich bewundern. Nun fieberten bzw. bibberten die Massen dem Start entgegen. Der Sprecher teilte mit, dass der Start 15 Minuten später stattfinden würde, da die Strecke noch vom Wasser befreit werden müsse. Wir müssen ganz schön mitleidig ausgesehen haben, denn in diesem Moment öffnete der Himmel die Schleusen und wer noch nicht nass war wurde es jetzt. Nach endlos erscheinenden Minuten wurde der Start zum 6. Antalya Marathon frei gegeben. Zu Beginn musste eine leicht ansteigende Straße bewältigt werden. An den entgegenkommenden Wassermassen gewöhnt man sich ziemlich schnell, wenn man bis auf die Knochen nass ist und irgendwann hört man auf den Pfützen auszuweichen. Nach der Innenstadt ließ der Regen langsam nach. Aber an Abwechslung sollte es uns nicht fehlen. Nun kam Wind auf, teilweise sehr böige Winde aus drehenden Richtungen. Teilweise konnte man sich richtig in den Wind legen. Entlang am Meer kam der Wind natürlich von vorne und die Sonne ließ sich blicken. Ich befürchtete durch den starken Wind und dem Sand, dass meine Brillengläser gesandstrahlt werden. Meine Sorge blieb aber unbegründet, denn als wir uns vom Meer abwandten ließ der Wind nach. Ab jetzt brannte die Sonne. Alle 2,5 Km waren Verpflegungsstände aufgebaut. Stilles Wasser aus verschließbaren handlichen kleinen Plastikflaschen wurde überall gereicht. Cola und Isodrinks gab es auch an fast allen Ständen. Wer wollte konnte sich auch Bananen oder Äpfel reichen lassen. Die kleinen handlichen Plastikflaschen waren meine ständigen Begleiter. Die Sonne brannte und ich benötigte mehr Wasser um es über meinen Kopf zu schüttet als fürs trinken. Nachdem der Wendepunkte passiert wurde, hatte man genug Zeit sich an der Mischung aus Sand und Büschen auf der endlos wirkenden Passage über die Prärie zu erfreuen. Am Horizont tauchten dann auch langsam die ersten Häuser auf. Hier warteten alte Bekannte. Der Regen mit seinem Kumpel dem Wind. Die hatten sich anscheinend zu sehr verausgabt denn von den beiden waren wir heftigeres gewohnt. Zurück durch die Innenstadt ins Stadion wo sich das Ziel befand. Auf dem völlig aufgeweichtem Rasen lagen Kunstrasenmatten aus, welche vom Schlamm langsam vereinnahmt wurden. Aber von oben war es hier trocken.
Insgesamt war es ein Lauf den ich bestimmt nicht so schnell vergessen werde. Auch wenn man es nicht glauben mag, es hat auch Spaß bereitet diese für mein Empfinden nicht ganz einfache Strecke zu laufen. Alle die an diesem Tag an den Start gegangen sind hatten bestimmt kein Motivationsproblem. In den Worten von relax: Wir sind Läufer und keine Jogger.

Gruß Alex



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