Da stimme ich dir voll und ganz zu Mario!!! Ich fand es auch toll heute.
Es war mein erstes Rennrad-Rennen und das in unserer schönen Stadt und auch noch bei diesem traumhaften Wetter.
Mein persönliches Ziel war heute die 25km/h Durchschnittstempo zu schaffen. Daraus wurde dann fast 35km/h Durchscnitt und ich wusste vorher wirklich nicht, dass es mir so leicht fallen würde.
Zunächst muß ich mal ein Mißverständnis aufklären. Ich hatte Samstag erzählt, dass für das Befestigen der Transponder keine Kabelbinder vom Veranstalter in die Starterbeutel gelegt wurden, was aber nicht stimmte. Ich war nur zu blind.

Sie waren drin.
Ich weiß nicht warum, aber vor dem Rennen und besonders heut morgen beim "Frühstück" war ich sehr aufgeregt. Hab nicht mal etwas essen können, weil eine gewisse Angst meinem Magen zu schaffen machte.
Angst wegen der hohen Teilnehmerzahl bzw. davor, in irgendeinen Unfall verwickelt zu sein. Ich erinnerte mich an so einige Stürze bei Moutainbikerennen, an denen ich vor ein paar Jahren teilgenommen hatte.
Aber als ich dann mit Mario und meinem Kumpel JoPi im Startblock stand, war die Angst schon fast verflogen. Besonders Mario hatte mich bewusster oder unbewusster Weise beruhigt. Im Startblock fand ich es sogar angenehm aufgelockert. Das kannte ich vom MTB Rennen ganz anders, da wurde geschoben und gedrängelt, jeder wollte der erste sein. Hier überhaupt nicht. Alles freundliche Mitstreiter, sehr ruhig und viel Platz. Das lag vor allem daran, dass es einen fliegenden Start gab und die Zeit erst nach dem Brandenburger Tor gezählt wurde.
Das Rennen habe ich bewusst locker angehen lassen und ich konnte gar nicht fassen, wie schnell man trotz des (im Vergleich zum Lauf-Marathon) geringen Aufwandes so schnell mitfahren konnte. Anfangs dachte ich, das Tempo halte ich nie bis zum Schluß durch, aber als die ersten 50km dann so schnell vorbei waren, war mir klar, dass es ein entspanntes und wirklich schönes Rennen werden würde, bei dem man auch noch Spass hat und mit vielen Mitfahrern unterwegs plauschen konnte.
Irgendwo kurz vor Henningsdorf habe ich zwar einen Fahrer am Strassenrand liegen sehen, der von Sanitätern versorgt wurde, aber ansonsten lief dort wo ich unterwegs war alles sehr diszipliniert und ohne unangenehme Zwischenfälle ab. Besonders toll fand ich, dass fast alle Fahrer vor jeder nahenden Gefahrenstelle eindeutige Handzeichen gemacht bzw. einige sogar laut "Achtung" oder "Schienen" gerufen haben. Auch der Veranstalter hat mit Lautsprecheransagen und großen auffälligen Schildern zum Beispiel auf die Feldertrennung für die Große und Kleine Runde bei km 56 hingewiesen. Die Verpflegungspunkte wurden genauso gut und vor alem rechtzeitig genug gekennzeichnet. Die Strecke selbst war m.E. ideal, bis auf wenige Straßenunebenheiten, mit denen man aber bei einem solchen Stadtkurs rechnen musste. Die Straßenbahngleise fand ich persönlich nicht so gefährlich, da die meisten entweder quer und nur einige diagonal zur Fahrbahn verliefen. Die Straßen waren breit genug und die Kurven sehr übersichtlich und gefahrlos befahrbar.
Was ich ein wenig vermisst habe, waren Kilometerschilder. Aber vielleicht wäre dies zu aufwendig?
Auch im Zielbereich lief alles problemlos und sogar reibungsloser als beim Berlin Marathon. Die Transponder waren schnell abgegeben und die Kleiderbeutel schnell wieder abgeholt. Die zahlreichen Helfer haben wirklich sehr gute Arbeit geleistet. Na gut, es waren nur 10500 Teilnehmer, aber immerhin jeder mit seinem Rad.
Wer mir etwas leid getan hat, waren die vielen Autofahrer, die heute sicher viel Geduld im Stau haben mussten.
An der Strecke standen mehr gut gelaunte Zuschauer als erwartet, sodass ich auch davon angenehm überrascht war.
Alles in allem also eine tolle Veranstaltung, bei der ich im nächsten Jahr gern wieder dabei bin.
