9. Havellauf am 12.07.1998
von Hübi » 07.07.2007, 22:32
9. Havellauf am 12.07.1998
Sommerloch? Keine Spur. Berlins regnerischer Juli bescherte eine hunderttausendfache Raver-Orgie
mit 130 Dezibel-Techno-Wolken. Die Innenstadt brodelte wie Magma im Vulkan. Ganz anders am
anschließenden Sonntag in freier Natur. Als die Hörgeschädigten noch im komahaften Schlaf lagen,
hatte der PostSV am 12. Juli zur neunten Auflage des Havellaufes geladen - und viele, viele kamen. Von
Jahr zu Jahr wird unser Lauf beliebter. Da freute es natürlich, daß die Regenzeit vorübergehend aussetzte
und zunächst wenigstens der meteorologische Erfolg unseres Meetings sicher war.
Das Organisationsteam, seit Jahren perfekt eingespielt, bewältigte in kurzer Zeit den Ansturm der
Nachmelder. Das sonst nicht sonderlich verwöhnte Läufervolk erlebte Service hoch drei. Schon beim
Einbiegen zum Großen Wannsee wurden die Anreisenden mit "Hier geht´s zum Havellauf" eingewiesen.
Beim überdimensionalen Löwen, der vom hohen Sockel auf den See schaut, traf sich Berlins und Umlands
Läufergarde. Stolz verkünden wir: 180 Frauen im Rennen (28 Prozent Anteil - best in town). Ein Zeichen dafür,
daß 14 Kilometer von jederfrau locker geschafft werden können. Und wenn beim Zieleinlauf neben munterem
Zuspruch Name und sportliche Herkunft ins Mikrofon gerufen werden, ist das wie ein Ritterschlag.
Im Startbereich, schattig unter Linden, wurden noch die letzten Pfützen beseitigt. Startkommando
und - zack - ab ging die Post. Im Pulk ist alles versammelt. Spitzenläufer, Amateure, Laufbegeisterte,
die jedes Rennen einsammeln, Jogger von einmal Rund-um-die-Krumme Lanke, Vater und Sohn,
Paare mit und ohne Trauschein. Schließlich eine Familie mit Kleinkind im passenden Outfit samt dreibeinigem
Laufwägelchen. Vorneweg der radelnde "Landschaftsführer" mit dem Ruf "Bahn frei!" Im flotten Drei-Minuten-Tempo
pro Kilometer ist die Spitze unterwegs. Dank der Kommunikation per Telekom-Handy ist der Start-Ziel-Bereich
immer bestens im Bilde. Als nach 43 Minuten und 53 Sekunden der Triathlet Lutz Sepke (UFO Berlin) als erster
einläuft, sind auch die Sponsorenvertreter von der RKS Berlin und der Bezirksbürgermeister Klaus Eichstädt
vertreten.
Auch der Präsident des PostSV Berlin Lothar Jordan hatte seine helle Freude beim Sport und danach. Er
erlebte, wie alle anderen, einen neuen Streckenrekord bei den Frauen. 50:01 Minuten benötigte Jana Franke
(SCC Berlin), die schon einmal unter ihrem Mädchennamen Dahms gewonnen hatte. Hinter der mit
10.000-m-Meister Stephane Franke jung verheirateten Läuferin hatte die viermalige Siegerin Rosemarie
Kössler (gleichfalls SCC Berlin) mit 50:57 das Nachsehen.
Beim 9. Havellauf des PostSV kamen 601 Läufer/innen ins Ziel.