10. Havellauf am 11.07.1999
Väter und Mütter haben mit Kindern oder auch umgekehrt gelegentlich Probleme. Unruhige Nächte müssen
da schon mal verkraftet werden. Das geht vorüber. Laufveranstalter hingegen, so einer wie Hübner, Bernd (52),
haben ständig Bauchschmerzen und sind, besonders in den letzten Tagen vor dem Event, schlaflos. Allein die
Betreuungsmann- und frauschaft zusammenzuhalten ist ein Kraftakt, von allen anderen Notwendigkeiten abgesehen.
Doch die Hilfsbereitschaft unserer Vereinsmitglieder war beispielhaft und das freiwillige Hilfsangebot Vereinsfremder,
die dem Havellauf wohlgesonnen sind, ist ohne Beispiel. Keiner wurde abgewiesen.Sie alle durften mithelfen und am
Erfolg dieser Veranstaltung teilhaben. Der Dank muß an dieser Stelle mal ganz dick rüberkommen!
Was wäre dieser Lauf ohne Sponsoren? Dank großzügiger Unterstützung von der RKS Berlin, von Runners Point,
Michael Knoblauch (Schraubengroßhandel), Long Distance, Telekom, Bezirksamt Zehlendorf und Gastronom Haase
("Seehaase") gab es satte Preise und Pokale bei Siegerehrung und Tombola.
Bei 650 Voranmeldungen klangen schon die Ohren. Der 11. Juli, noch vor Ferienbeginn, bescherte eine wahre
Flut weiterer Meldungen (insgesamt 856). Alles Laufverrückte. Die hochsommerlichen Temperaturen hielten niemand
ab, die 14 Kilometer mit Bravour zu meistern. Im nächsten Jahr werden wir sicher das einfach zu schöne Wetter änder
n und die Teilnehmerzahl begrenzen müssen. Die Organisation ging bis ans Limit. Mehr geht nicht.
Mit einem Trick verbesserten wir den Startauslauf am Flensburger Löwen. Statt gleich in den Wald eintauchen zu
lassen, brachten wir alle Laufhungrigen erst kurz vor einem eventuellen Erfrischungssturz in die Wannsee-Fluten
zu einem scharfen Linksknick, der auf die Traditionsstrecke längs der Havel mit allen Sehenswürdigkeiten und
Naturschönheiten führte. 40 Meter länger als gewohnt.
Unangefochten siegte Jens Karraß vom SCC Berlin in 44:26 Minuten. Die Plätze belegten Krupanek (SCC Berlin)
45:20, Ralf Preibisch (SV Halle) 45:31 und Peter Spahn (OSC) 46:14. Bei den Frauen gab es Jubel. Jana Franke
(SCC Berlin), schon einmal mit Rekord vorneweg, gab ihrer ziemlich sauer dreinschauenden Vereinkollegin Rosemarie
Kössler erneut das Nachsehen. Gegen Janas neuen Streckenrekord 49:26 hatte die Zweite (50:17) keine Chance.
Dann ging es Schlag auf Schlag. Wahre Pulks von Läufer/innen trafen ein und lieferten sich zur Freude der Zuschauer
noch packende Zieleinläufe. Die Moderatoren Horst Matznick und Jochen Heringhaus hatten zu tun, um den
Überblick zu behalten, zu informieren oder aufzumuntern. Bei der Hitze blieb es nicht aus, daß einige fertig den
Zielstrich überquerten.
Nicht so der Mann mit der Start-Nr. 100. Horst Milde, Kopf und Cheforganisator des BERLIN-MARATHON,
lief ein ganz lockeres Rennen. Die Freude, einmal nicht der Verantwortliche zu sein, sondern die Lauffaszination
in vollen Zügen genießen zu können, sah man Horst Milde beim Zieleinlauf an. Daß es "Havel-Hübi" im
Kommentierungsüberschwang fast die Stimme verschlug, sei ihm nachgesehen. Seinem Ziehvater Referenz
zu erweisen, ist ein schöner Zug.
Zurück zum Jubiläumslauf: zehn Jahre Erfolgsstory. Mit gut 200 Teilnehmern begann er, heute ist er mit 856
Teilnehmern der Größte unter den Kleinen. London, New York, BERLIN-MARATHON, Havellauf. Danke
Hübi und allen anderen.
Beim 10. Havellauf des PostSV kamen 778 Läufer/innen ins Ziel.

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