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Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich dazu kam, einen kleinen Bericht zu schreiben. Im Saarland hat uns Michel pausenlos Programm geboten und gestern musste ich beruflich den Freitag wieder rausarbeiten.
Freitag, 6.8.
Am Freitag haben Marius und ich nämlich extra Urlaub genommen, um ganz früh um 6:45 Uhr mit Germanwings von Berlin-Schönefeld nach Zweibrücken ins Saarland zu fliegen.
Der Flug dauerte 1h und weil man sich im Internet Check-In vorher die besten Plätze reservieren kann, war er auch sehr angenehm.
Am ehemaligen Militärflughafen Zweibrücken hat uns Michel dann um 8 Uhr abgeholt. Als wir aus dem Flughafengebäude kamen, suchten wir nach Michels silberfarbenen Skoda Kombi, jedoch weit und breit nix davon zu sehen. Wir dachten uns, er ist ja immer im Stress, warten wir also noch. Nach ein paar Minuten sahen wir ein lustiges blaues Autochen. Eine himmelblaue Ente 2CV, aus der uns jemand zuwinkte. Wir drehten uns um, aber niemand hinter uns. Meinte der etwa uns? Als er ausstieg und sich kaputt lachte, war uns klar, dass es Michel war. Er war mit seiner neuen Anschaffung zum Flughafen gefahren, um uns an seinem Abenteuerauto teilhaben zu lassen. Für uns beide eine völlig neue Erfahrung. Später sollten wir die wirklichen Annehmlichkeiten dieses Liebhaberfahrzeugs miterleben.
Da wir in der Nähe des gut bekannten und riesigen Outlet-Einkaufcenters Zweibrücken waren, wollten wir die Gelegenheit nutzen, und dort ein paar Schnäppchen zu ergattern. Dort angekommen bemerkten wir, dass es noch viel zu früh war und alle Geschäfte noch geschlossen waren. Ich wunderte mich nur kurz, warum man so eine Riesenfläche als Parkplatz davor ausgebaut hatte und dachte bloß, na ja, die haben vielleicht hier noch viel Platz und Geld.
Also führen wir bis zur Ladenöffnung in die Altstadt Zweibrücken zum frühstücken.
Danach zurück ins Outlet Center und einige Schnäppchen gekauft. Wer das B5 Center westlich von Berlin kennt, multipliziere das Ganze mal 5, um sich in etwa das Ausmaß dieses Shopping Centers vorzustellen. Es wäre hier für Karen und Roxi sozusagen ein Paradies auf Erden.
Da Michel gerade erst aus dem Kroatienurlaub zurück war, wurde er permanent von dienstlichen Anrufen bombardiert. Dies erleichterte es uns aber, für diesen Tag das Shoppingcenter zu verlassen. Es ging also auf nach Niederbexbach, in den Ort wo Michel jetzt mit seiner Freundin Carmen wohnt. Da der LT Bernd Hübner ja nun nur noch mit 2 Personen vertreten war, durften Marius und ich dort auch übernachten. Carmen hatte uns ein nettes Quartier bereitgestellt.
Nach einem tollen Essen und einem kurzen Kennenlernen von Carmens wirklich sehr netten Eltern, hat uns Michel durch das Saarländische Bergbaumuseum in Bexbach geführt. Auf einen Tipp des Museumswärters, gingen wir drei noch als Familie durch.
Am interessantesten fand ich, als Michel davon zu berichten wusste, dass die Berglaute früher immer einen Kanarienvogel mit sich in die Grube nahmen. Na? Weiß jemand warum? Heute gibt es Methangas-Messgeräte dafür.
Mit Zwischenstopp an einem herrlichen Aussichtspunkt führen wir sodann zum 2CV Treffen, wo allerdings noch nicht all zu viel los war. Ein paar interessante gleichgesinnte Enten-Enthusiasten haben wir aber dort schon getroffen und Michel holte sich ein paar Anregungen für die Aufarbeitung seines neuen Schmuckstückes.
Als nächstes besichtigten wir die alte Burgruine in Kirkel. Bei der Anfahrt dort hin startete Michel unter Beobachtung einiger belustigter Zuschauer den Versuch, mit der Ente und drei Mann Besetzung den Hügel zur Ruine zu erklimmen. Leider erfolglos. Wir ließen das gute Stück dann unten stehen und fragten nach dem Fußweg. Eine nette Frau sah mit leuchtenden Augen auf die Ente und zeigte uns einen Trampelpfad als Abkürzung zur Burg. Als wir nach dem Burgbesuch wieder fahren wollten stand die Frau immer noch in ihrem Garten und lauschte ganz hingerissen den lang anhaltenden Startgeräuschen der Ente. Sie rief dann schließlich: „Das Geräusch kenne ich noch sehr gut.“ und blickte in Erinnerung schwelgend ganz verliebt zu ihrem Mann hinüber, der uns bestätigend zunickte. Sowieso hat uns fast jeder, der uns mit der Ente ankommen sah, zugelächelt, ob nun aus Freude oder Belustigung, das war egal. Eine schöne und für mich völlig neue Erfahrung. Dies liegt vor allem sicher auch an der unmittelbaren Nähe des kleinsten Bundeslandes zum Nachbarn Frankreich.
Am Abend schlugen Carmen und Michel vor, mit uns auf die Sommeralm zum Open Air Event zu fahren. Marius war sofort begeistert und ich war auch gespannt, wo im Saarland wohl eine Almfete stattfinden solle.
Die Abraumhalde eines der alten Kohlebergwerke wurde genutzt, um auf dem Gipfel eine Almparty durchzuführen, veranstaltet vom lokalen Sender SR3. Dort oben gab es neben lecker Essen und Trinken an dem Abend aber zum Glück weniger Almmusik, als vielmehr eine tolle Beatles Revival Band, die ordentlich Stimmung machte. Es war also ein langer, anstrengender, aber wirklich sehr schöner Tag.
Samstag, 7.8.
Da der geplante 10km GroJo-Lauf erst nachmittags startete, konnten wir bis 8 Uhr ausschlafen. Wir freuten uns auf die versprochenen frischen Bäckerbrötchen und das gemeinsame Frühstück mit Michel und Carmen.
Nach ein paar Besorgungen besuchten wir vor dem Lauf noch Europas größte Buntsandsteinhöhlen, die Schlossberghöhlen in Homburg, (http://www.homburg.de/content/gallery/13587.htm) aus denen früher ich (glaub schon im 13. Jhd.) Sand abgebaut wurde und die im 2. Weltkrieg auch als Luftschutzbunker dienten.
Mittags fuhren wir dann endlich nach Spiesen-Elversberg, wo zum 4.mal der Integrationslauf
Ausgetragen wurde. Veranstalter ist der GroJos Lauftreff. http://www.grojo.de.
Das erste, was mir sofort auffiel, dass die Infrastruktur für diese Veranstaltung einfach genial zu sein schien. Das sogenannte CFK (Centrum für Freizeit und Kommunikation) stellte diverse Räumlichkeiten dafür zur Verfügung. Es gab eine Sporthalle mit Duschen und Umkleideräumen, ein Restaurant, ein Fitness-Studio und einen großen Parkplatz. Sogar ein integriertes Hotel gehört zum CFK.
In der Sporthalle stand ein meterlanger Tisch mit diversen selbstgebackenen Kuchen und Torten. Pro Stück 1€. Wir konnten nicht umhin, schon vor dem Lauf ein Stück zu probieren. Unglaublich lecker!!! Nach dem Lauf wurden die restlichen Kuchen kostenlos verteilt.
Die Startnummer kostete 5 € und wir bekamen jeder sogar noch unsere Wunschnummer von einer sehr netten GroJo Läuferin zugeteilt. Ein neuartiger Zeitmeßchip zur Befestigung am Schuh aus Plastik musste nach dem Lauf wieder abgegeben werden.
Michel bediente den Getränkeversorgungsstand und überzeugte in seiner allseits beliebten Art alle Eltern und Kinder davon, vor dem Lauf genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Marius hat das dann auch sehr ernst genommen, sodass er später beim 10km Lauf nicht verhindern konnte, zwischendrin kurz im Wald zu verschwinden. Ärgerlich wegen der verlorenen Sekunden, wie sich im Ziel dann herausstellte.
Für mich war es mit 26°C wieder mal viel zu heiß und ich gebe zu, dass mir das „Alm“-Bier vom Vorabend noch etwas zu schaffen machte.
Nach Bambini, Schüler und 5km-Läufern startete der 10er dann endlich zur heißesten Zeit um 15 Uhr. Es ging über staubige Wald- und Schotterwege und manchmal einen asphaltierten Weg. Die Hügel hatte ich mir schlimmer vorgestellt, aber die Sonne hat mir oft zu schaffen gemacht. Marius ist definitiv zu schnell angegangen. Sicher hat er sich von den schnellen Hirschen anstecken lassen. Sieger wurde der schnelle GroJo-Läufer „Eddi“, der die 10km in etwas über 35min absolvierte. Bei den Damen siegte die professionell laufende und auch noch sehr hübsche Heike Alaimo vom LT TV Ottweiler in etwas mehr als 38min. Als sie mir entgegenkam hat sie sich während des Laufes sogar noch mit dem Radfahrer unterhalten.
Wegen seiner uneplanten PP verpasste Marius seine PB um 17sec und war etwas unglücklich, obwohl er zum ersten mal seinen Vater geschlagen hatte. Ich stolperte mit 48:53 ca. 50sec nach Marius ins Ziel. Mehr hatte ich mir auch nicht ausgerechnet, bei den Bedingungen.
Nach dem Duschen tranken wir mit den GroJos noch ein Finisher Erdinger bleifrei und Der GroJo Chef Joachim überreichte uns Berlinern neben den Medaillen, die es eigentlich nur für die AK-Sieger gab, noch ein gelbes GroJo Basecap.
Wirklich eine tolle Truppe, die GroJos, und es war sehr schade, dass nicht noch mehr vom LT Bernd Hübner aus Berlin mitgereist waren!!! Vielen Dank an das Team für die Organisation dieses schönen Laufevents.
Am gleichen Abend sind wir mit Michel und Caren in einem sehr schönen Restaurant essen gegangen.
Sonntag, 8.8.
Aufstehen 7:30 Uhr. Dann liefen wir mit Michel seine schöne 30km Wald- und Bergrunde. Marius hat uns mit dem Rad begleitet und einige Fotos auf seinem Handy gespeichert, die ich leider noch nicht erhalten habe.
Hier aber die Streckenaufzeichnung meiner Garmin Uhr:
http://connect.garmin.com/activity/43830148
Die Laufstrecke führte an Seen vorbei, durch viele schöne Waldstücken und auch an der Burgruine Kirkel, wo wir schon waren. Unterwegs hatten wir sogar eine natürliche Trinkwasserquelle zum Auftanken.
Marius war nach der Radbegleitung fix und fertig und ist sofort eingeschlafen.
Zum gemeinsamen Mittagessen trafen wir drei uns dann mit Carmen in Saarlouis und bevor sich Michel auf den Weg zur Arbeit machte, setzte er uns noch mal im Zweibrücker Outletcenter ab. Dort angekommen verstand ich nun, wozu dieser überdimensionale Parkplatz gedacht war. Es war verkaufsoffener Sonntag dort und es waren Tausende Einkaufsüchtige aus Deutschland, Frankreich und Luxemburg unterwegs. Marius und ich haben uns dort nur noch ins Cafe gesetzt und hatten Spaß dabei die Menschen zu beobachten.
Alles in allem. Ein richtig tolles Wochenende und auf diesem Weg noch mal
Herzlichen Dank an Michel und Carmen.






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