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Deutschlands „Mr. Marathon“ Horst Milde feiert 70. Geb.

Deutschlands „Mr. Marathon“ Horst Milde feiert 70. Geb.

Beitragvon Hübi » 24.10.2008, 08:44

Deutschlands „Mr. Marathon“ Horst Milde feiert 70. Geburtstag - Der Berlin-Marathon ist sein „ehrenamtliches“ Lebenswerk

Horst Milde gilt als „der“ Protagonist der Laufbewegung in Berlin und hat gleichzeitig der bundesweiten Laufszene viele nachhaltige Impulse gegeben

Horst Milde und Paul Tergat, der 2003 einen sensationellen neuen Weltrekord in Berlin lief ©Victah Sailer

Deutschlands „Mr. Marathon“, der Berliner Horst Milde, feiert am 24. Oktober seinen 70. Geburtstag. Sein Name ist eng verbunden mit dem Berlin-Marathon, den er vor genau 35 Jahren als Volkslaufwart des Berliner Leichtathletikverbandes aus der Taufe hob und im Laufe der Zeit als Renn-Direktor zu einem der bedeutendsten Marathonläufe der Welt und zur größten Laufveranstaltung in Deutschland mit zuletzt 35.913 Teilnehmern gemacht hat.

Der Berlin-Marathon ist sein „ehrenamtliches“ Lebenswerk und stets Trendsetter für die Laufbewegung national und international. Garanten für diese rasante Entwicklung waren die gestalterischen Fähigkeiten von Horst Milde einerseits, aber zugleich auch die handwerkliche Akribie, mit der er jedes kleinste Detail geplant und ausgeführt hat.

Als ein wegweisendes Beispiel sei der sportmedizinische Service auf der Strecke einschließlich der präventiv-medizinischen Betreuung im Umfeld genannt, für den Milde früh - in Kooperation mit sein Medical Director Dr. Willi Heepe - die Zusammenarbeit mit einem Team von Sportärzten aufbaute.

Horst Milde gilt als „der“ Protagonist der Laufbewegung in Berlin und hat gleichzeitig der bundesweiten Laufszene viele nachhaltige Impulse gegeben - er hat schon 1981 die Rollstuhlfahrer in den Marathon integriert und 1997 das Marathonrennen für Inline-Skater eingeführt. Bambiniläufe für Kids und der Mini-Marathon für Schulteams sind unter Horst Milde Standards von Laufveranstaltungen geworden.

Der gebürtige Berliner organisierte neben dem Marathon in mehr als vier Jahrzehnten in Berlin weitere rund 350 Laufveranstaltungen über verschiedene Distanzen, darunter den Berliner Frauenlauf über 10 km, den Halbmarathon und die 5x5-km-Teamstaffel. Rund 1,5 Mio. Menschen aus über hundert Nationen hat Milde im übertragenen, aber auch im konkreten Sinne das Laufen beigebracht bzw. auf die Beine geholfen.

Angefangen hatte einst alles im November 1964 im Grunewald mit auf Anhieb 700 (!) Teilnehmern beim ersten Cross-Country-Volkslauf, den Milde als Student an der FU Berlin mit dem AStA-Sportreferat veranstaltet hatte. Der gelernte Konditormeister und studierte Diplom-Kaufmann war selbst ein erfolgreicher Leichtathlet. Mit der 3x1.000 Meter Staffel des SCC Berlin wurde er zweimal Deutscher Meister; mit seiner Bestzeit von 33:33 Min. über 10.000 Meter würde er auch heute noch manchen Lauf gewinnen können.

Seine hohen Verdienste um die Laufbewegung lassen sich auch noch anders festmachen: Auf Initiative von Horst Milde wurde in Berlin das erste und bislang weltweit einzige „AIMS Marathon-Museum of Running“ im Berliner Sportmuseum eingerichtet. Horst Milde ist seit 1999 Mitglied im Board of Directors des Marathonweltverbandes AIMS. Im Jahre 1995 hat Horst Milde die Straßenlauf-Vereinigung German Road Races gegründet und ist bis heute ebenfalls einer deren Sprecher. Er war auch maßgeblich an der Gründung der World Marathon Majors (WMM) beteiligt, dem Grand Prix der weltbesten Marathonläufe, beteiligt.

Die Leitung des Berlin-Marathons hat Milde 2004 an seinen jüngsten Sohn Mark abgegeben; danach wurde er zum Ehren Race Director ernannt und verfolgt „seinen“ Berlin-Marathon wie bisher stets aus dem Führungsfahrzeug. Fast überflüssig zu erwähnen, dass sich Horst Milde auch heute noch mit regelmäßigem Laufen zusammen mit Ehefrau Sabine fit hält.

Zudem hat Milde vor ein paar Wochen zum 49. Male (!) das Sportabzeichen erfolgreich abgelegt.

Dr. Detlef Kuhlmann

Quelle: DOSB Presse.

http://www.germanroadraces.de/24-0-7445 ... rt-70.html
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Deutschlands „Mr. Marathon“ Horst Milde feiert 70. Geb.

Beitragvon Hübi » 24.10.2008, 08:49

Berlin, 24. Oktober 2008

Lieber Horst,
zum 70. Geburtstag wünschen wir Dir alles Gute, weiterhin viel Gesundheit und viel Freude im Kreise Deiner Familie!
Moni und Bernd

Lieber Horst,
an Ehrungen ist Dir schon alles angetragen worden, was zu vergeben war. Ich behaupte einfach mal, dass ich einer Deiner größten Fans und Bewunderer bin. Was Du mit Unterstützung Deiner Familie und vieler Freunde als Helfer für den Laufsport bewirkt und auf die Beine gestellt hast, ist einzigartig und unerreichbar in der Laufszene. Der Berlin-Marathon ist untrennbar mit dem Namen „Milde“ verbunden!

Im November 1965 habe ich am 2. Crosslauf des SCC Berlin – den Du mit Freunden aus Deiner Studentenzeit ins Leben gerufen hast - noch als Jugendlicher teilgenommen. Das war mein erster offizieller Wettkampf.

Horst Milde - der sozusagen den „Berlinern“ das Laufen beigebracht hat!

Im Herbst 1980 habe ich Dich dann persönlich kennengelernt, Du hast mich für meine Reise zum New York City Marathon, die ich mit Manfred Templin zusammen unternahm, mit reichlich Werbematerial für den nächsten BERLIN-MARATHON ausgerüstet, um dieses in New York auf der Marathonmesse zu verteilen bzw. auszulegen. Mit dieser kleinen Werbeaktion für den BERLIN-MARATHON in New York City fing unsere Verbindung und langjährige Freundschaft an.

Lieber Horst,

einen Wunsch habe ich noch zum 50. BERLIN-MARATHON 2023, dass Du mir die Medaille persönlich überreichst – versprochen ist versprochen!

Bleibe bis dahin gesund und heiter - Glück sei Dein Begleiter!

Dein Freund
Bernd

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Re: Deutschlands „Mr. Marathon“ Horst Milde feiert 70. Geb.

Beitragvon Hübi » 24.10.2008, 12:19

Horst Milde wird Siebzig

Horst Milde
Alle Bilder:

Horst („Hotti") Milde bezeichnet sich selbst als einen der letzten „Verrückten" der Laufszene, dies freilich im positiven Sinne. Der langjährige Chef des Berlin-Marathon hat diesen mit einem engagierten Team von Mitstreitern von den ersten zaghaften Anfängen im Grunewald zu einem der weltweit höchst beachteten Marathonläufe auf einer stets weiter optimierten Weltrekord reifen Strecke entwickelt.

Seiner Hartnäckigkeit und seines ungezügelten Ideenreichtums jedenfalls ist so mancher Coup gelungen, inzwischen längst Standards nicht nur beim Berlin-Marathon, sondern bei vielen Marathonläufen in Deutschland. So war es anfangs undenkbar, dass an einem Sonntagvormittag die touristisch hoch im Kurs stehenden Berliner Prachtstraßen für den Individualverkehr gesperrt werden und stattdessen Ausdauersportler uneingeschränkte Vorfahrt haben würden.

Aber nicht nur den Marathon hat der frühere Mittelstreckenläufer salonfähig gemacht, sondern auch mit dem „Teufelsberg-Cross" eine legendäre Veranstaltung aufgemöbelt und zu einem außergewöhnlichen Erlebnis für Läufer und Zuschauer am einstigen Schuttberg im Grunewald gleichermaßen gemacht. Die vom ihm kreierte „Wildsau" für die Tagesschnellsten mag durchaus die außergewöhnliche Belastung für den Organismus und den Sehnen- und Bänderapparat charakterisieren und diese im Gelände errungenen Eigenschaften sind für den einstigen Klasse-Mittelstreckler (im Verbund mit Bodo Tümmler zweifacher deutscher Meister über 3 x 1000 m) der Schlüssel zum Erfolg eines Läufers.

Als Sprecher von German Road Races (GRR) hat Horst Milde schon während seiner Zeit als Chef des Berlin-Marathon die Fäden vor und hinter den Kulissen gezogen, nach seinem Ausstieg aus der Organisation des weltweit geachteten Marathonspektakels widmet sich Horst Milde verstärkt seinen Aufgaben als Vizepräsident von AIMS, der Internationalen Vereinigung der Straßenlaufveranstalter, und German Road Races.

In der Betreuung der höchst informativen Internetseite www.germanroadraces.de hat Horst Milde ein neues Betätigungsfeld gefunden und ist damit nahe an den Bedürfnissen der Läufer geblieben. Seminare und Symposien zur „Gesundheit des Läufers" (Gesundheits-Check) und zur erforderlichen „Vernetzung von Rettungsorganisationen bei Laufveranstaltungen" sind weitere Resultate der Aktivitäten im Unruhe-Zustand des reisefreudigen früheren Konditormeisters, der am 24. Oktober Siebzig wird.

Wilfried Raatz



Lieber Horst,

die GRR-Sprecher gratulieren Dir sehr, sehr herzlich zu Deinem Siebzigsten. Wir wünschen Dir vor allem Gesundheit, ereignisreiche und frohe Stunden im Kreise Deiner großen Famlilie, aber auch Freude an den vielfältigen Aufgaben, die Du Dir in erster Linie selbst stellst -und natürlich weiterhin viele Ideen und Kreativität in unserem Kreise.

Die GRR-Sprecher Bernd, Derk, Sascha, Wilfried


http://www.germanroadraces.de/24-0-7444 ... ebzig.html
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Re: Deutschlands „Mr. Marathon“ Horst Milde feiert 70. Geb.

Beitragvon Hübi » 24.10.2008, 12:21

Horst Milde bei der Präsentation der World Marathon Majors (WMM) in Boston 2006
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Foto: www.photorun.net

Horst Milde: Der Vater des modernen Laufsports wird 70

Das Büro in der Backstube wurde zur Ideenfabrik für die Laufbewegung in Berlin und Deutschland. Für eine Reihe von wegweisenden Initiativen zeichnet Horst Milde mit verantwortlich

Horst Milde (r.) als Race Director zusammen mit Joschka Fischer und Herbert Steffny kurz vor dem Start des BERLIN-MARATHON ©Jörg Scheider

Stellvertretend für die Entwicklung der großen Berliner Läufe, allen voran der Berlin-Marathon, steht ein Name: Horst Milde. Schon bei der Geburtsstunde der breitensportlich angelegten Laufveranstaltungen gehörte er zu den Initiatoren.

Vom ersten Crosslauf am 8. November 1964 am Berliner Teufelsberg im Grunewald – damals als Student der Freien Universität Berlin – bis zu seinem Ausscheiden als Race-Direktor Anfang 2004 hat er mit seinem Organisationsteam in rund 40 Jahren genau 1.268.649 Menschen in 348 Veranstaltungen zum Laufen gebracht. Fünf Weltrekorde sah der Berlin-Marathon unter seiner Regie, darunter die bahnbrechenden Bestzeiten von Naoko Takahashi und Paul Tergat. Die Japanerin blieb als erste unter 2:20 Stunden, der Kenianer durchbrach als erster die 2:05-Stunden-Barriere.

Heute feiert Horst Milde in Berlin im Kreise seiner Freunde und Familie seinen 70. Geburtstag. Anfang 2004 übernahm sein Sohn Mark den Posten des Race-Direktors beim Berlin-Marathon. Auch Horst Mildes anderen beiden Kinder, Karsten und Gesine, haben jahrelang ehrenamtlich für die großen Berliner Läufe gearbeitet.

Als Leichtathlet startete Horst Milde, der aus dem Berliner Bezirk Tempelhof stammt und noch heute dort wohnt, für den TSV Tempelhof-Mariendorf. Später wechselte er als Mittelstreckenläufer zum SCC Berlin und wurde mit der 3x1.000-m-Staffel des Klubs, in der der 1500-m-Europameister von 1966 Bodo Tümmler lief, zweimal Deutscher Meister (1964 und 1965). Über 800 m hatte Horst Milde damals eine Bestzeit von 1:49,8 Minuten, über 1000 m lief er 2:25:00, über 1500 m 3:51,8 und über 400 m 49,1 Sekunden. Über 10.000 m erreichte Horst Milde 33:33 Minuten.

Als Horst Milde 1964 mit der Organisation der Läufe begann, studierte er an der Freien Universität (FU Berlin). Später übernahm der Diplom-Kaufmann und Konditormeister die Bäckerei und Konditorei Milde am Tempelhofer Damm. Das Familienunternehmen führte er gemeinsam mit seiner Frau Sabine in dritter Generation bis 1998.

Das Büro in der Backstube wurde zur Ideenfabrik für die Laufbewegung in Berlin und Deutschland. Für eine Reihe von wegweisenden Initiativen zeichnet Horst Milde mit verantwortlich – ob es einst um die Einführung von nationalen Crosslauf-Meisterschaften ging, die Unterstützung des Chip-Zeitmesssystems vor der offiziellen Anerkennung oder die Premiere einer reinen City-Marathon-Rundstrecke bei Leichtathletik-Weltmeisterschaften.

Bei der WM 2009 in Berlin werden Start und Ziel am Brandenburger Tor sein. Bisher war zumindest das Ziel bei diesen Titelkämpfen immer im Stadion.

Als Organisator startete Horst Milde selber bei mehreren großen Marathonrennen – zweimal in New York sowie in London, Boston, Honolulu, Wien, Stockholm und Kopenhagen – und erreichte eine Bestzeit von 3:42:00 Stunden.

Horst Milde war über ein Jahrzehnt lang Vorsitzender der Leichtathletikabteilung des SCC Berlin, zudem Volkslaufwart des Berliner Leichtathletik-Verbandes (BLV) und im Breitensportausschuss des Landessportbundes Berlin tätig.

Heute ist er Mitglied im Board of Directors der Association of International Marathons and Road Races (AIMS) sowie Sprecher der German Road Races (GRR). In diesen Funktionen hat er nach wie vor entscheidenden Anteil an der Entwicklung des nationalen und internationalen Laufsportes. So unterstützt er zum Beispiel das offizielle AIMS-Museum (das Sportmuseum Berlin) und ist Vorsitzender des AIMS-Symposiums, das am 8. November zum zweiten Mal in Athen stattfinden wird.

http://www.germanroadraces.de/24-0-7446 ... ports.html
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Re: Deutschlands „Mr. Marathon“ Horst Milde feiert 70. Geb.

Beitragvon Hübi » 27.10.2008, 18:24

Horst Milde - Er läuft und läuft: "Mr. Marathon" wird heute 70 - Sabastian Arlt in der Berlin Morgenpost

"Wie oft haben sie mich für einen Verrückten gehalten", sagt Milde lachend. Damals, als 1974 der erste Marathon mit 286 Teilnehmern im Grunewald stattfand, später, als er nach langem Hin und Her mit den Behörden durchsetzte, dass von 1981 an quer durch Westberlin gelaufen wurde.

Horst, Sabine und Mark Milde - kurz vor dem Frühstücklauf ©Victah Sailer

Seinen Ehrentag beginnt er heute "ganz normal". Was bei Horst Milde bedeutet, dass er morgens um 6.30 Uhr in Tempelhof erst einmal eine Runde joggt.

So wie fast jeden Morgen geht Milde auch an seinem 70. Geburtstag seiner Passion nach. "Mister Marathon" wird er weit über die Hauptstadt hinaus genannt. Der Beharrlichkeit und Hartnäckigkeit des gelernten Konditormeisters ist es zu verdanken, dass Berlin heute die Laufhauptstadt ist und der Berlin-Marathon Ende September eines jeden Jahres die ganze Stadt lahmlegt. Nichts geht dann mehr, die Läufer haben absoluten Vorrang.

"Wie oft haben sie mich für einen Verrückten gehalten", sagt Milde lachend. Damals, als 1974 der erste Marathon mit 286 Teilnehmern im Grunewald stattfand, später, als er nach langem Hin und Her mit den Behörden durchsetzte, dass von 1981 an quer durch Westberlin gelaufen wurde. 1990 wurde erstmals durchs Brandenburger Tor gerannt. Vor einigen Wochen waren insgesamt 50 000 Teilnehmer bei der 35. Auflage in diversen Klassen unterwegs, eine Million Zuschauer standen an den Straßen.

Horst Milde hat den Grundstein dafür gelegt, dass der SCC Running mit seinen diversen Läufen zum zweitgrößten Laufveranstalter der Welt wurde, er hat Berlin in Bewegung versetzt. 2004 übergab er den Posten des Renndirektors an seinen Sohn Mark. Von wegen Rentnerdasein: "Ich habe mehr zu tun als früher."

So unter anderen als Sprecher der German Road Races (GRR), der deutschen Straßenlauf-Veranstalter.

Sebastian Arlt in der Berliner Morgenpost, Freitag, dem 24.Oktober 2008
http://www.germanroadraces.de/24-0-7458 ... t-und.html
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Glückwunsch, Mister Marathon - LAUFZEIT Special gratuliert

Beitragvon Hübi » 28.10.2008, 22:47

Glückwunsch, Mister Marathon - LAUFZEIT Special gratuliert mit Klaus Weidt, LZ Chefredakteur 1990 und Dr. med. Willi Heepe, als langjähriger medizinischer Leiter des BERLIN-MARATHON

In die Wiege war das dem gebürtigen Tempelhofer nicht gelegt worden. Seine Eltern betrieben eine Bäckerei und Horst Milde erlernte nach dem Abitur den Beruf eines Konditors. Von 1959 bis 1966 studierte er an der Freien Universität Berlin

Horst Milde 1998 bei der Siegerehrung mit Ronaldo da Costa (BRA), der in Berlin Weltrkord lief ©Sportmuseum Berlin - AIMS Marathon-Museum of Running

Runde siebzig wird Horst Milde, Deutschlands Mister Marathon, am 24. Oktober 2008. In dem Titel schwingt eine Menge Anerkennung mit. Vor allem für seine Verdienste um das Laufen in Deutschland, speziell aber in Berlin. Die SCC-RUNNING Events GmbH – ein Veranstaltungsunternehmen, das er einst mit aus der Taufe hob – organisiert heute über‘s Jahr verteilt 17 Volksläufe mit weit mehr als 150.000 Teilnehmern. Er habe, sagte Horst Milde einmal, „die Berliner zum Laufen gebracht“.

In die Wiege war das dem gebürtigen Tempelhofer nicht gelegt worden. Seine Eltern betrieben eine Bäckerei und Horst Milde erlernte nach dem Abitur den Beruf eines Konditors. Von 1959 bis 1966 studierte er an der Freien Universität Berlin und schloss als Diplomkaufmann ab. Sportlich gehörte er in jenen Tagen zur Spitze. Mit der 3x1.000-m-Staffel des Sport-Clubs Charlottenburg (SCC) wurde er zweimal Deutscher Meister (1964 und 1965).

Seine Mittelstreckenzeiten können sich noch heute sehen lassen: über 400 m 49,1 s, über 800 m 1:49,8 min, über 1000 m 2:25:00 min und über 1500 m 3:51,8 min. Im Langstreckenbereich lief er über 10.000 m 33:33 min. Noch als Aktiver machte er 1964 mit dem Teufelsberg-Crosslauf den Schritt zum Organisator. 1974 startete er dann im Grunewald den ersten Marathon für Jedermann. Keinen Augenblick hätte er sich damals vorstellen können, dass aus diesem Lauf einmal ein internationales Sportereignis mit mehr als 50.000 Aktiven werden würde.

Bis 1998 führte Horst Milde die Familienbäckerei neben seiner Tätigkeit als Geschäftsführer der SCC-RUNNING Events GmbH. Eine Belastung, die ohne die Unterstützung der Familie, speziell seiner Frau Sabine kaum zu meistern gewesen wäre. 2004 übergab er die Leitung der Veranstaltungen an seinen Sohn Mark. Sein nationales und internationales Wirken brachte ihm hohe Auszeichnungen ein, so u. a. das Bundesverdienstkreuz am Bande. Seit 1999 ist er Mitglied im Vorstand des Weltmarathonverbandes AIMS.

In der Interessengemeinschaft der deutschen Straßenlaufveranstalter German Road Races ist er einer der Sprecher. Ja, und laufen tut er immer noch durch den Tempelhofer Park, entlang des Teltowkanals oder im Grunewald. Vielleicht haben Sie ihn dort schon einmal getroffen, den Mister Marathon.


„Neues Laufjournal in Berlin – tatsächlich?“ - Klaus Weidt, LZ-Chefredakteur 1990, erinnert sich an die erste Begegnung mit Horst Milde

Er ist ein Mann, der scheinbar das Gras wachsen hört. Am Neujahrstag 1990 waren wir noch euphorisch mit den 25.000 durch das Brandenburger Tor gerannt, einen Tag später saßen wir in einer Geburtstagsnachfeier zusammen und beschlossen, nun endlich das zu realisieren, was uns jahrelang verwehrt blieb: eine Laufzeitung ins Leben zu rufen.

Zehn Tage später bimmelte bei mir zu Hause das Telefon, und eine leicht heisere Stimme meldete sich so: „Hier ist Milde aus Tempelhof.“ Wahrscheinlich hatte es mir die Sprache verschlagen, jedenfalls ergänzte der Anrufer schnell: „Horst Milde vom Berlin-Marathon.“ Und der fragte an, ob es wahr wäre, was er gehört habe: „Ihr macht ein neues Laufjournal in Berlin, im Osten? Tatsächlich?“

Dann verfiel er in seinen Berliner Dialekt: „Is ja ne interessante Sache, auch für uns.“ Ich holte tief Luft, dachte, etwas Besseres als Marathonmann Milde kann dir gar nicht passieren und machte mit ihm einen Treff aus.

Am 8. Februar 1990 suchte ich die Bäckerei Milde in Tempelhof auf. Wurde dort äußerst freundlich begrüßt und mit Gebäck und Kaffee auf den im Stau stehenden Bäckermeister und Marathonvater vertröstet. Als Horst Milde eintraf, schob er mich zu allererst in seine „Marathonecke“. Dieser etwa sechs Quadratmeter kleine Arbeitsraum war von einem Lagerraum mit einer Art spanischer Wand abgetrennt worden. An den Wänden Fotos, Plakate, Lauftermine, Presseinfos, auf dem Schreibtisch Akten, Zeitungsstapel, Telefon und Faxgerät.

Von dieser kleinen Laufwelt gingen also jene großen Impulse aus, die inzwischen Tausende und Abertausende bewegten. „Ich wollte Ihnen nur mal zeigen, dass wir auch mit kleinen Brötchen großen Kuchen backen können.“ Und erzählte beiläufig, wie er und seine Marathonhelfer in vielen Jahren Klinken putzten, ja selbst an parkende Autos Werbezettel für den nächsten Berlin-Marathon unter die Wischblätter schoben.

Ich musste ihm die Story erzählen, wie wir, vier laufverrückte Journalisten aus Ostberlin, auf die Idee mit dem Laufjournal gekommen waren. Als ich in meine Tasche griff und ihm die detaillierte Konzeption einer neuen „Laufzeit“ auf den Tisch legte, dazu die Registriernummer 1728 des damaligen Presse- und Informationsamtes der DDR, waren alle Zweifel ausgeräumt.

Horst Milde zeigte sich angetan. „Also, wenn das was wird, habt ihr unsere ganze Unterstützung.“ Ehe ich mein letztes Plunderstück verzehrt hatte, fügte er noch hinzu: „Wenn ihr wollt, machen wir so eine Art Abkommen.“
Zwei Tage darauf schon informierte unter „gez. Horst Milde“ der SCC Berlin über das neue „deutsch-deutsche Laufsportmagazin“. Wenig später flatterte ein „Vertrag über Zusammenarbeit zwischen der Redaktion LAUFZEIT und dem SC Charlottenburg“ in die Tempelhofer Bäckerei.

Mit Mildes Unterschrift begann eine Gemeinsamkeit zum gegenseitigen Wohle, die bis heute ungebrochen ist. Bei Gelegenheit muss ich allerdings mal nachfragen, wie einst Horst Milde in nur zehn Tagen von unserer Laufzeit-Idee Wind bekommen hatte.

Kann er wirklich Gras wachsen hören?


Doppelter Nobelpreis für ehrenamtliche Arbeit - Willi Heepe im Rückblick

Tja, manche Partei heutzutage wäre froh, so einen Mann in ihren Reihen zu haben. Unbeirrbar, gerade, ein klares Ziel vor den Augen, versuchend, jeden behördlichen Widerstand zu überwinden – und alles auch noch für die Ehre und nicht für dickes Geld, das ist Horst Milde. Von Beginn an hat er die Bedeutung der begleitenden Sportmedizin und der betreuenden Notfallmedizin für den Laufbreitensport und speziell für den BERLIN-MARATHON erkannt und mitgestaltet.

Über 30 Jahre habe ich auf diesem Gebiet vertrauensvoll mit ihm zusammengearbeitet. Ich bin stolz, mit diesem Mann zusammen etwas auf die Beine gestellt zu haben, das heute Weltgeltung hat. Doch unsere Zusammenarbeit und sein Wirken nur auf den BERLIN-MARATHON zu beschränken, würde zu kurz greifen. Im Umfeld dieses sportlichen Events sind über viele Jahre hinweg Maßstäbe für die präventiv-medizinische Betreuung gesetzt worden.

Gemeinsam haben wir in der Hauptstadt weit mehr als 100 Forumsveranstaltungen für Laufsportbegeisterte auf die Beine gestellt. Neben Trainingstipps ging es dabei vor allem um die Vermittlung gesundheitsspezifischer Zusammenhänge. Ich meine, diese präventiv-medizinische Seite des Wirkens von Mister Marathon sollte nicht unter den Tisch fallen und bedarf einer besonderen Würdigung.

Gäbe es einen Nobelpreis für ehrenamtliche Arbeit, Horst Milde müsste ihn doppelt erhalten.

Dr. med. Willi Heepe, langjähriger
medizinischer Leiter des
BERLIN-MARATHON

Quelle: LAUFZEIT - Oktober 2008
www.laufzeit.de

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Re: Deutschlands „Mr. Marathon“ Horst Milde feiert 70. Geb.

Beitragvon Hübi » 12.01.2009, 16:44

SPORTMUSEUM
Geburtstagsgeschenke für das Sportmuseum Berlin – eine Idee, um die Sammlungen des Sportmuseums zu ergänzen


Es kam tatsächlich eine grosse Anzahl vielfältiger Devotionalien für das Museum zusammen. Dazu gehörten persönliche sportliche Ausrüstungsgegenständen, die schon einige Jahrzehnte nach den sportlichen Aktivitäten in Schränken verbrachten

Ein Überblick über die Geschenke zum Geburtstag - jetzt im Sportmuseum Berlin - "AIMS Marathon Museum of Running " ©Sportmuseum Berlin - AIMS Marathon-Museum of Running

Als Horst Milde zu seinem 70. Geburtstag seine Freunde vom Sport einlud war die Bitte „keine Blumen und Geschenke“ mitzubringen, sondern jeder sollte aus seinem „sportlichen Umfeld“ etwas für das Sportmuseum Berlin mitbringen.

Ein Wunsch, der nicht alltäglich ist, aber der, wie erhofft, eine wertvolle und nicht geplante Bereicherung für das Sportmuseum Berlin (AIMS Marathon of Running) darstellt. Das „AIMS Marathon Museum of Running“ wurde 1994 bei dem Weltkongress von AIMS in Macau im Sportmuseum Berlin begründet. Diese Organisation ist die Weltvereinigung der grossen Läufe und dokumentiert in Berlin die Entwicklung des weltweiten Laufsports anhand von Donationen, Schenkungen und ganzen Sammlungen der Läufe aus aller Welt.

Beim Geburtstag saßen Martina Behrendt, die Leiterin des Museums und Gerd Steins vom Sportmuseum Berlin am Eingang und – nahmen nicht die Glückwünsche – dafür aber die Geschenke -„Spenden“ für das Museum – entgegen.

Es kam tatsächlich eine grosse Anzahl vielfältiger Devotionalien für das Museum zusammen.
Dazu gehörten persönliche sportliche Ausrüstungsgegenständen, die schon einige Jahrzehnte nach den sportlichen Aktivitäten in Schränken verbrachten, wie Laufschuhe, Spikes, T-Shirts, Trikots, Jacken, Folien, Trainingsgeräte, Kugeln, Schlittschuhe, Ehrenpreise, Sportbriefmarkensammlungen, Poster, Fahnen, Startnummern aus aller Welt und ein Buch mit Original-Unterschriften von 32 Olympiasiegern der Spiele von 1936 in Berlin.

Auch eine Kreidekarre zum Kreiden von Laufbahnen, die über 70 Jahre auf dem Buckel hat, gehört dazu, ein beschädigter Windmesser, eine Infotafel (knapp 55 Jahre alt) des Vereins des Jubilars vom TSV Tempelhof-Mariendorf mit den damaligen Vereinsrekorden. Banner der WM von Göteborg, Eintrittskarten, Programme von Sportfesten der 30-er Jahre, Aufkleber und Souvenirs aus aller Welt.

Inzwischen liegt eine Inventarliste des Sportmuseums Berlin über mehrere Seiten vor, in der akribisch jede Kleinigkeit der Geschenke aufgezeichnet ist.

Dieser Beitrag soll aufzeichnen, dass für das Sportmuseum Berlin alles wichtig ist - aus allen Sportarten - um Sammlungen zu vervollständigen, ergänzen und für die nächsten Generationen zu dokumentieren und zu sichern.
Sportmuseum Berlin, AlMS Marathon-Museum of Running,

Olympiapark Berlin,
Hanns-Braun-Straße, 14053 Berlin.
Telefon: (030) 3 05 83 00; (030) 3 05 83 90 (Bibliothek/Archiv);
(030) 3 05 83 50 (Fotosammlung).
E-Mail: sportmuseum.berlin@t-online.de
www.sportmuseum-berlin.de
Öffnungszeiten der Sonderausstellung im Lichthof: Mo-Fr: 10-14 Uhr. Eintritt in Olympiapark: l €, ermäßigt 0,50 €. Ausstellung: frei.

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