Bernd M hat geschrieben:... Nur die ausgebeulten Baumwoll-Trainingsanzüge, da bin ich froh, dass ich die nicht mehr anziehen muss. Da sind seit dem Schulsport (Bockspringen! Pferd!! Ringe!!! Stufenbarren!!!!) viel zu viele schlechte Erinnerungen mit verbunden...
Du musstest an den Stufenbarren, lieber Bernd? In einem ausgebeulten Baumwolltrainingsanzug?? Und auch schon mit längeren Haaren, die bei der leichten Verbeugung vor Beginn der Übung immerhin kurzzeitg all den Schrecken verbergen konnten, der da noch kommen sollte??? Ich muss sagen, meine allergrößte Hochachtung!!!! Wir hatten nur ab und zu mal Bock, haben dafür häufig einen geschossen, Pferde besaßen wir, glaube ich, nicht; wir durften eigentlich immer nur zu Fuß in den Gymnastiksaal. Und Ringe mussten die Mädchen vor der Turnstunde ablegen. Aber Stufenbarren, um Gottes Willen!! Nein, den haben wir auslassen dürfen. Wir mussten nur ans Reck. Ein recht beliebtes Gerät beim Vorturnen. Zur Kür hängten wir uns kurz dran, zappelten eine Weile schlapp und hilflos herum und fielen dann wieder ab wie reife Früchtchen. Fallobst, nannten wir diese Darbietung. Kurz, schmerzlos und effektiv. Das Ergebnis stand schon vorher fest. Jedes Mal eine glatte Fünf, aber ohne diesen ganzen anstrengenden Zirkus.
Mit ausgebeulten Baumwolltrainingsanzügen verbinde ich das alles jedoch nicht. Eher schon mit alten, hartgesottenen Rennsteigläufern. Vielleicht auch noch mit den Plänterwaldlauf-Pionieren. Bevor sie sich vom Begrüßungsgeld Ballonseide zulegten. Möglich, dass auch die Kämpen beim längst verblichenen Hunderter in Unna nicht anders ausgestattet waren. Rennen mit hoher Zausel-Quote eben, hätte eine gewisse Frau Schmitt gesagt. Im Eichkamp wären die letzten wollenen Exemplare immerhin nicht ganz so aufgefallen. Auf dem luftigen Tempelhofer Feld aber sind sie völlig verschwunden. Es ist nur ein Bild, lieber Bernd. Zu einem Event passen Performance-Fasern ganz einfach besser,
findet der altmodische Jochen, der komortable Funktionsklamotten allerdings durchaus zu schätzen weiß.